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Holsteinischer Courier

07. Dezember 2016 | 11:45 Uhr

Bauausschuss : AJZ: Kostendeckel bei 2,78 Millionen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bauausschuss macht den Weg für den Umzug des Jugendzentrums unter Auflagen frei Das letzt Wort hat der Rat am Dienstag

Neumünster | König Fußball drückte aufs Tempo, aber der Bauausschuss wollte gerade bei diesem Thema offenbar keine Entscheidung im Schweinsgalopp. Dabei waren die Argumente eigentlich ausgetauscht. Mit 6 : 4 Stimmen entschied der Ausschuss am Donnerstagabend (eine gute Stunde vor dem Anpfiff zum EM-Halbfinale) nach kontroverser Diskussion, an den geänderten Plänen für den Umzug des Jugendzentrums AJZ an die Anscharstraße festzuhalten – trotz der dramatisch gestiegenen Baukosten um immerhin 48 Prozent.

Gleichwohl muss die Bauverwaltung nachbessern. Auf Initiative von Franka Dannheiser (SPD) deckelte der Ausschuss die Ausgaben für den Umbau der ehemaligen Fabrikhalle auf 2, 78 Millionen Euro. Das entspricht exakt der Höhe der zugesagten Fördermittel aus der Städtebauförderung. Die Differenz zu den zuletzt veranschlagten 3,1 Millionen Euro soll erst freigegeben werden, wenn die Stadt die Mehrkosten genau belegen und begründen kann. Mit dieser Kompromissformel konnten sich im Ausschuss auch Grünen-Vertreter Thomas Krampfer und Dr. Wolfgang Stein (FDP) anfreunden. Die CDU scheiterte mit ihrem Gegenantrag, die Verwaltung nach Alternativen für das Jugendzentrum suchen zu lassen und das Konzept der Stadt solange auf Eis zu legen.

Dabei hat das neue Konzept auch aus Sicht der Gegner durchaus seinen Charme: Um die Raumaufteilung und damit auch die Nutzungsmöglichkeiten der ehemaligen Textilfabrik an der Anscharstraße zu verbessern, hatten die beauftragten Architekten in dem langgestreckten Gebäude noch einmal kräftig umgeplant. Statt der horizontalen Teilung in Jugendzentrum (Erdgeschoss) und gewerbliche Kunstwerkstätten (Obergeschoss) präferieren die Planer jetzt eine Unterteilung in einen linken und rechten Gebäudeflügel. Das kommt dem Raumbedarf des AJZ entgegen und räumt zugleich mögliches Konfliktpotenzial zwischen den Mietern (Lärmbelästigung) aus dem Weg – hat aber offenbar seinen Preis. Statt der 2012 veranschlagten 2,1 Millionen Euro Umbaukosten rechnet die Stadt jetzt mit 3,1 Millionen Euro (der Courier berichtete). Thomas Michaelis (CDU) sprach im Ausschuss von „unfassbar hohen Quadratmeter-Kosten“ von über 3200 Euro. Allein mit dem städtischen Anteil (ohne Förderung) könne man gut einen Neubau finanzieren, geißelte Michaelis.

Die Kostenexplosion hatte bereits in der vergangenen Woche für lebhafte Diskussionen gesorgt, zumal die Verwaltung einräumen musste, dass die Steigerungen nicht allein durch die Umplanungen zustande kamen. So waren in der ersten Berechnung von 2012 offenbar keine Ansätze für Brandschutz oder Lärmschutz veranschlagt. Auch der Finanzausschuss war am Mittwochabend daher mit der Stadtplanung hart ins Gericht gegangen: Karsten Schröder (SPD) fühlte sich an die Planungen für den Berliner Flughafen erinnert. Der Jugendhilfeausschuss hatte sich am Dienstagabend dagegen mehrheitlich hinter das neue Umbaukonzept der Stadt gestellt. Die Sozialpolitiker verwiesen auf das schwierige soziale Umfeld im Vicelinviertel. Das AJZ rücke zum rechten Zeitpunkt an die richtige Stelle.

Das letzte Wort zum Umbau hat am nächsten Dienstag der Rat.

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erstellt am 09.Jul.2016 | 09:00 Uhr

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