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Holsteinischer Courier

11. Dezember 2016 | 15:01 Uhr

Behindertenquote: : Agentur ist Vorbild als Arbeitgeber

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

46 von 286 Beschäftigten der Arbeitsagentur sind schwerbehindert.

Neumünster | Arbeitslose mit Handicap haben es immer noch schwer, eine Beschäftigung auf dem Arbeitsmarkt zu finden. Viele Betriebe zahlen lieber die Ausgleichsabgabe, als Behinderte einzustellen. In der bundesweiten „Aktionswoche für Menschen mit Behinderung“ will die Agentur für Arbeit in Neumünster diese Vorbehalte ausräumen und informiert heute mit einem Telefonaktionstag.

Arbeitgeber-Expertin Daniela Hartig beantwortet heute von 9 bis 13 Uhr unter Tel. 943-999 Fragen rund um das Beschäftigungs- und Fördermöglichkeiten von Unternehmen. Menschen mit Behinderung erreichen unter der gleichen Rufnummer Birthe Bier als Vermittlungsspezialistin für Rehabilitanden und schwerbehinderte Menschen.

9,3 Prozent der Bevölkerung gelten als schwerbehindert. Die in Betrieben mit mehr als 20 Mitarbeitern gesetzlich geforderte Beschäftigungsquote von 5 Prozent wird nicht erreicht. Im Bundesschnitt liegt die Quote bei 4,7 Prozent, im Bezirk der Arbeitsagentur Neumünster sogar nur bei 4,4 Prozent. „Für 718 Arbeitsplätze wurde lieber die Ausgleichsabgabe gezahlt“, sagte Agentur-Leiterin Michaela Bagger und nannte eine weitere Zahl. 600 oder 6 Prozent der im Agenturbezirk gemeldeten Arbeitslosen haben eine Behinderung.

Die Agentur will von diesen Zahlen wegkommen und geht selbst mit bestem Beispiel voran. „Die Bundesagentur hat sich selbst eine Beschäftigungsquote von 8,9 Prozent auferlegt. In Neumünster haben wir sogar 16 Prozent“, sagte Michaela Bagger stolz. Von den 286 Mitarbeitern haben 46 eine Behinderung – und sind gerade deswegen oft ganz besonders motiviert. „Wir haben erkannt, dass es hier ein großes Fachkräftepotenzial gibt“, sagte Michaela Bagger.

Eine der Agentur-Fachkräfte mit Behinderung ist Kristina Wilkens. Die junge Frau aus Bark (Kreis Segeberg) ist seit einem Unfall als Kind auf den Rollstuhl angewiesen und in der Empfangszone der Agentur an der Wittorfer Straße einer der ersten Anlaufpunkte. Hier kommen die Menschen mit allen möglichen Fragen. Etwa: Wie melde ich mich arbeitslos? Wie bekomme ich welche Leistungen?

„Das ist ein ganz bunter Blumenstrauß. Wir sind froh, wenn wir hier gut ausgebildete Mitarbeiter haben“, so Michaela Bagger. Und das ist Kristina
Wilkens, die von 2003 bis 2006 schon ihre Ausbildung zur Fachangestellten für Arbeitsförderung bei der Agentur machte.

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erstellt am 01.Dez.2016 | 06:00 Uhr

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