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Holsteinischer Courier

07. Dezember 2016 | 13:36 Uhr

Brügge : 3300 Reetbündel wurden auf dem Dach Grundschule verlegt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Zum Schulanfang sollen die Arbeiten beendet sein.

Brügge | Wegen sinkender Schülerzahlen war noch im Juli die Existenz der Grundschule Brügge bedroht, und es kam zu Protesten seitens der Elternschaft. Nun hat der Schulverband Bordesholm 71 000 Euro in die Hand genommen, um das Reetdach der Brügger Grundschule
zu erneuern und so zugleich den Willen zum Fortbestand der Schule zu demonstrieren.

„Wir möchten die Schule erhalten und auch für die Schüler der umliegenden Orte attraktiv bleiben. Daher investieren wir langfristig“, erklärt Schulverbandsvorsteher Manfred Christiansen. Die charmante Dorfschule hat etwa 55 Schüler, acht kommen aus Brügge, die anderen aus dem Amt Bordesholm.

Seit fünf Wochen rückt die Dachdeckerfirma Arp aus Wankendorf mit vier schwindelfreien Männern dem alten Reetdach zu Leibe. Bis zum Schulbeginn am 5. September soll die Arbeit beendet sein. Der vordere Teil des Dachs muss nicht neu eingedeckt werden, dort reicht es, das Moos zu entfernen. „Der hintere Teil hat viele schadhafte Stellen aufgewiesen, besonders der untere Bereich war vergammelt. Da wäre über kurz oder lang Wasser durchgesickert“, schildert Dachdeckermeister Thomas Wick den Zustand des alten Reets. „Da haben wir nun 3300 Reetbündel verlegt, zehn Stück kommen auf einen Quadratmeter, so dass letztlich eine Dicke von etwa 35 Zentimetern erreicht wird“, erklärt der Experte für sogenannte Weichdächer weiter. Dabei ist die Arbeit mit dem Naturmaterial
aufwendiger als das Verlegen von Dachziegeln. „In einer Stunde schaffen wir etwa einen Quadratmeter“, so der Handwerker. Die Bündel aus getrocknetem Schilf werden nämlich mit speziellem Werkzeug um die Dachlatten herum mit Draht „vernäht“. Das erfordert auch der
Denkmalschutz. Anschließend verdichten die Dachdecker mit einem Klopfer die Bündel. Bei der Hitze ist das eine schweißtreibende Angelegenheit, wie René Dollase berichtet: „Zumal da oben locker noch
mal zehn Grad mehr herrschen. Und zwischen die Gauben kommt auch kaum Wind.“ Dachpappe kommt nicht unter das Reet, die wird nur auf dem First verlegt, bevor eine Schicht Heide befestigt wird. „Die Heide hat sowohl eine optische als auch schützende Funktion“, erklärt Thomas Wick. 


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