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Holsteinischer Courier

08. Dezember 2016 | 23:08 Uhr

Serviceclub-Jubiläum : 25 Jahre Kampf für Frauenrechte

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Streitbare 19 Frauen waren die ersten Zonta-Club-Mitglieder unter Präsidentin Ingrid Markgraf / Empfang für geladene Gäste

Neumünster | Für ihre Ziele verkleideten sie sich als Märchenhexen oder Weberfrauen, organisierten kreative wohltätige Veranstaltungen, sammelten Geld für zahllose Projekte und kämpften vor allem für die Rechte der Frauen, sowohl weltweit als auch vor Ort: Vor 25 Jahren gründete sich der Frauen-Serviceclub Zonta in Neumünster als der zweite im Lande und schrieb sich die Menschenrechte auf seine Fahnen.

19 Frauen waren die ersten Mitglieder; initiiert hatte die Gründung das Trio Ingrid Markgraf, die inzwischen verstorbene langjährige Leiterin der Stadtbücherei, Edelgard Lessing, langjährige Leiterin der Evangelischen Familienbildungsstätte der Diakonie, und Elisabeth Lingner, ehemalige Stadträtin und Präsidentin der Nordelbischen Synode. Heute sind es 21 Mitglieder plus die Ex-Ministerpräsidentin Heide Simonis als Ehrenmitglied.

„Damals gab es heiße Diskussionen, ob es richtig war, nur berufstätige Frauen im Club aufzunehmen, ob das elitär ist oder ob wir auch die so genannte Nur-Hausfrau aufnehmen sollten“, erinnert sich die heutige Präsidentin, Susanne Pfuhlmann-Riggert (61), die von Anfang an dabei war. Es wurde letztlich beschlossen: Berufstätige Frauen in Führungspositionen konnten Mitglieder werden. „Das hat seinen Sinn. Frauen in diesen Positionen können von ihrem Erreichten etwas abgeben und verfügen über Netzwerke, von denen der Zonta-Club profitiert“, sagt die Präsidentin.

Alle „Zontians“ eint das gemeinsame Ziel im Sinne des internationalen Mottos „Empower women through service and advocacy“: „Wir wollen Frauen durch Serviceprojekte stärken und treten ein für gleiche Rechte für Frauen, ein Leben ohne Gewalt. Wir wollen Frauen ermutigen, selbstbestimmt ihr Leben zu gestalten“, sagt Susanne Pfuhlmann-Riggert. Es galt, Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten zu bekämpfen, die auch heute nicht verschwunden sind, wie die Präsidentin und ihre Vorgängerin Babett Schwede-Oldehus (53) betonen.

Für ihre Ziele engagierten sich die „Zontians“ in zahlreichen Projekten, um Frauen in Notlagen und in benachteiligten Situationen zu unterstützen und ihnen zu helfen – und zwar mit kreativen Ideen und persönlichem Engagement der Clubmitglieder, nicht mit übergestülpten Konzepten von außerhalb. Unterstützt wurde das Frauenhaus, das Halligprojekt, der Frauen-Notruf für vergewaltigte Mädchen und Frauen, der Mädchenmusizu, eine Fußballmädchen-Mannschaft und vieles mehr.

Der Club ermutigt aber auch besonders talentierte Frauen auf ihrem Lebensweg: Seit 1996 wird mit dem Preis „Young Woman in Public Affairs“ jährlich eine Schülerin prämiert, die sich durch gute Noten und soziales Engagement auszeichnet. „Wir brauchen junge Frauen mit Visionen“, begründet die Präsidentin dieses Engagement. Jüngstes Engagement auf internationaler Ebene ist die Istanbul Convention, ein Übereinkommen des Europarates, das sich dem Schutz der Frauen vor Gewalt verpflichtet und das inzwischen 39 Staaten unterzeichnet haben. Davon haben es 20 ratifiziert, um es auf nationale Gesetzesebene zu heben. Die Zontians fordern das in Deutschland ein; aktuell wird auf dieser Grundlage die Neufassung des Sexualstrafrechts diskutiert.

Zum 25-Jährigen wird es eine Feier mit geladenen Gästen geben; unter anderem wird Sozialministerin Kristin Alheit sprechen. Die bisherigen Präsidentinnen werden die Geschichte mit kurzen, charakteristischen Zitaten und Erinnerungen Revue passieren lassen.
 

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erstellt am 25.Mai.2016 | 17:00 Uhr

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