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Holsteinischer Courier

08. Dezember 2016 | 08:56 Uhr

Arbeitsmarkt : 137 Lehrstellen sind noch zu haben

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

August-Arbeitslosenquote ist mit 9,6 Prozent so gut wie lange nicht mehr

Neumünster | Heute beginnt für viele junge Menschen die Lehrzeit – und selten waren die Chancen so gut wie aktuell. Die Konjunktur zeigt sich trotz des saisonal üblichen leichten Anstiegs der Arbeitslosenzahl im August robust wie lange nicht. So stieg die Zahl der Arbeitslosen leicht um 50 auf 3965, die Arbeitslosenquote von 9,4 Prozent im Juli auf nun 9,6 Prozent. Aber dies sind die besten August-Werte seit etlichen Jahren. Vor einem Jahr lag die Arbeitslosigkeit noch im zweistelligen Bereich bei 10,2 Prozent.

Viele Betriebe suchen händeringend Nachwuchskräfte. Allein für die Stadt Neumünster meldet die Agentur für Arbeit noch 137 unbesetzte Ausbildungsstellen. Vor allem der Einzelhandel bietet noch Chancen: Hier gibt es 26 freie Ausbildungsplätze für Kaufleute, bei den Fachverkäufern im Bäckerei- und im Fleischerhandwerk sind es jeweils 8. Den 137 unbesetzten Lehrstellen stehen 151 unversorgte Bewerber in der Stadt gegenüber. Bei den Wunschausbildungsberufen liegen auch hier der Verkäufer (20) oder Kaufmann/frau im Einzelhandel vorne.

Keine Überraschung, dass die Leiterin der Arbeitsagentur, Michaela Bagger, zuversichtlich ist, „dass wir bis zum Ende des Berufsberatungsjahres am 30. September noch viele Bewerber und Betriebe zusammenführen werden“. Die Nachvermittlung der noch nicht versorgten Jugendlichen laufe bei der Agentur auf Hochtouren. „Auch nach den Sommerferien hat der Ausbildungsmarkt noch Chancen zu bieten“, so Michaela Bagger.

Das hofft auch Lutz Kirschberger, der Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Kiel in Neumünster: „Bisher hat es am Ende noch immer gut funktioniert mit der Nachvermittlung. Aber es wird nicht einfacher, gut qualifizierten Nachwuchs zu finden.“ Es gebe Berufe, etwa im IT- oder Medienbereich, die seien im Trend und sehr begehrt. Bei den technischen Berufen werde es dagegen zunehmend schwieriger, so Kirschberger: „Die Qualifikation der Schulabgänger war durchaus schon mal besser.“

Kreishandwerksmeister Michael Kahl nennt ein anderes Problem: „Alle wollen lieber ins Büro, nicht mehr auf den Bau. Das macht uns als Handwerk zu schaffen.“ Kahl setzt auf das Lehrstellenportal der Handwerkskammer, die Kreishandwerkerschaft plane etwas Ähnliches auf ihrer Homepage. Kahl: „Wer gut ausgebildet ist, hat immer eine Chance.“

Bei der Einschätzung der Konjunkturdaten sind sich Michael Kahl und Lutz Kirschberger einig. „Es läuft super – in allen Bereichen“, so Kahl. „Die Konjunkturdaten sind für Neumünster nach wie vor intakt. Hier entwickelt sich zurzeit sehr viel zum Positiven“, sagt Lutz Kirschberger.

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erstellt am 01.Sep.2016 | 08:15 Uhr

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