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Holsteinischer Courier

08. Dezember 2016 | 07:11 Uhr

Ratsversammlung : 1000 Jobs im DOC – aber was sind das für Jobs?

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Zahlen des Betreibers McArthur Glen lösten in der Ratsversammlung eine Diskussion über „gute“ und „schlechte“ Arbeitsplätze aus

Neumünster | Im Designer-Outlet-Center (DOC) sind mittlerweile Arbeitsplätze in fast vierstelliger Zahl entstanden. Wenn die Zahl der vermieteten Läden von jetzt 109 auf 130 steigt, werden dort etwa 1000 Menschen arbeiten. Diese Zahlen vom DOC-Betreiber McArthur Glen sorgten in der Ratsversammlung für eine Diskussion über „gute“ und „schlechte“ Arbeitsplätze.

Der Ratsherr der Linken, Jonny Griese, hatte der Stadtverwaltung einige Fragen zu den Arbeitsbedingungen im DOC gestellt. Die Verwaltung holte sich die Antworten darauf von McArthur Glen. Demnach kommen zu den knapp 1000 Jobs bei den Mietern noch 20 beim Betreiber selbst. „Von den im DOC Beschäftigten sind circa 60 Prozent in Vollzeit und 40 Prozent in Teilzeit beschäftigt“, lautete eine Antwort. Bei McArthur Glen und in den Shops werde über Tarif bezahlt. Einen Betriebsrat gebe es beim Betreiber nicht; über Betriebsräte bei den Markenpartnern könne das Unternehmen keine Auskunft erteilen. Über Einnahmen der Stadt aus der Gewerbesteuer durfte Stadtrat Oliver Dörflinger wegen des Steuergeheimnisses keine Angaben machen.

Jonny Griese war offensichtlich nicht zufrieden mit den Auskünften. „Als ehemaliger Gewerkschafter werde ich das genau prüfen und weiter skeptisch sein. Als wir mal wegen eines Betriebsrats fragen wollten, sind wir beim DOC rausgeflogen. Ich bin mir nicht sicher, ob das Center eine Erfolgsstory auch für die Beschäftigten ist“, sagte Griese.

Er bekam Rückendeckung von Thorsten Klimm (SPD). „Vordergründig läuft der Laden. Aber Neumünster sollte für gute Arbeit stehen, von der man auch leben kann. Es gibt hier immer noch zu viele Werkverträge, unfreiwillige Teilzeit und andere atypische Beschäftigungsverhältnisse.“

Das ärgerte den CDU-Fraktionsvorsitzenden Gerd Kühl. „Das ist Stimmungsmache. Die einzelnen Shops sind viel zu klein, um Betriebsräte zu gründen. Außerdem ist die Ratsversammlung nicht der verlängerte Arm der Gewerkschaften“, sagte Kühl. Sein Fraktionskollege Hauke Hahn zeigte sich irritiert über Grieses Fragen: „Sie nutzen die Ratsversammlung, um Informationen zu bekommen, die Sie für Ihre eigenen Zwecke nutzen wollen.“

Mehr aus dem Rat: Seite 8

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erstellt am 14.Jul.2016 | 08:00 Uhr

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