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Holsteinischer Courier

08. Dezember 2016 | 10:50 Uhr

Rickling : 100 Sammler tauschten sich über ihre Steinfunde aus

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Gesellschaft für Geschiebekunde tagte drei Tage lang auf dem Urzeithof in Fehrenbötel.

Rickling | Zeugen der Erdgeschichte: Die größte Sammlervereinigung für Fossilien und Gesteine in Norddeutschland, die Gesellschaft für Geschiebekunde, traf sich zu ihrer Jahrestagung erstmals auf dem Urzeithof von Katrin Mohr in Fehrenbötel. Mehr als 100 Teilnehmer aus der ganzen Republik waren angereist, um Vorträge zu hören und gemeinsam auf Exkursion zu gehen.

„Hier treffen sich Professoren, Wissenschaftler und kundige Laien, um sich auf Augenhöhe miteinander auszutauschen“, erklärte der Leiter der Tagung, Dr. Frank Rudolph, der in Wankendorf wohnt. „Durch die Sammler erfahren insbesondere die Wissenschaftler stets etwas Neues. Denn die Gelder für die Forschung sind knapp. Deshalb sind die Fachleute dankbar für unsere Informationen“, sagte die stellvertretende Vorsitzende, Ulrike Mattern aus Hamburg.

Geschiebe – das sind Steine am Strand oder aus der Kiesgrube, von der Eiszeit vor Jahrtausenden nach Norddeutschland transportiert. Sie stammen aus Norwegen, Schweden, Dänemark, Estland oder vom Ostseegrund. In einigen von ihnen sind Fossilien verborgen, Zeugnisse früheren Lebens. „Weder geografisch noch zeitlich gesehen gibt es irgendwo anders auf der Welt ein breiteres Spektrum als in Norddeutschland“, erläuterte Frank Rudolph, der sich ebenso wie Katrin Mohr bereits in seiner Kindheit mit dem „Fossilien-Virus“ infizierte.

Zu den Teilnehmern zählte auch Peter Schumacher aus Stuhr bei Bremen. Der 70-Jährige ist unter anderem für die geowissenschaftliche Ausstellung im Nordseemuseum auf Helgoland zuständig. Auch er sammelt seit seiner Jugend. Doch die Bestimmung der Funde ist oft gar nicht so einfach. „Am Strand liegen die Geschiebe, Bauschutt und Helgoländer sowie Steine, die zum Beispiel für den Bau von Molen auf die Insel transportiert wurden, alle durcheinander. Das macht es so schwer“, berichtete er. Bei der Untersuchung gelte es dann, geduldig dranzubleiben, sich mit anderen Geologen auszutauschen, Bücher zu wälzen und Fotografien zu vergleichen, bis das Rätsel schließlich gelöst sei. „Denn ich muss ja wissen, was ich in der Ausstellung des Museums zeige“, erklärte der Hobby-Geologe.

Letztlich – und das galt wohl für alle Tagungsteilnehmer – sei das Faszinierende jedoch, dass man sich über die Steine immer wieder eine neue Welt erschließen könne.  



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