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Holsteinischer Courier

07. Dezember 2016 | 17:26 Uhr

Defekt im Umspannwerk : 10 000 Haushalte hatten keinen Strom

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ein kaputter Schalter am Kreuzkamp sorgte gestern Morgen und am Mittag für erhebliche Probleme in Einfeld und im Umland.

Neumünster | Es war die letzte Nachricht, die Nils Radestock (14) aus Einfeld gestern Morgen um 7 Uhr noch mit seinem Handy empfing: „Habt ihr auch keinen Strom?“, fragte ein Klassenkamerad aus Gnutz. Dann brach das Netz zusammen, die Kaffeemaschine stoppte, und der Bildschirm am Computer wurde schwarz. Grund für den „ Blackout“: Ein sogenannter Leistungsschalter im Umspannwerk Nord am Kreuzkamp war defekt. Das ist ein Verbindungsteil zwischen Stromleitung und Transformator.

Betroffen waren nach Auskunft von Stadtwerke-Sprecher Nikolaus Schmidt etwa 10  000 Haushalte und Betriebe in Einfeld, Schönbek, Dätgen, Schülp, Timmaspe, Krogaspe, Gnutz, Loop, Mühbrook, Hoffeld, Großharrie, Kleinharrie, Negenharrie, Wattenbek, Sören, Grevenkrug, Schmalstede, Bissee, Brügge, Groß Buchwald, Bothkamp, Schönhorst, Böhnhusen, Brüggerholz, Techelsdorf und Reesdorf. Die SWN-Techniker eilten nach Einfeld und tauschten den Schalter aus. Unterdessen wurde die Stromversorgung über das Umspannwerk Mitte sichergestellt.

Ärgerlich: Als am Mittag um 13.45 Uhr das Umspannwerk Nord wieder zugeschaltet wurde, knallte es erneut, und bis 14 Uhr blieben die Steckdosen wieder tot. „Da hat es ein zweites Bauteil getroffen, das vermutlich durch die hohe Spannung seinen Geist aufgegeben hat“, sagte Volker Mielisch, Pressesprecher der SH-Netz AG. Erneut wurde die Stromversorgung auf das Werk Mitte zurückgestellt.

Besonders arg trafen die Stromausfälle Geschäfte und Betriebe. „Wir mussten später öffnen, weil die Kassen nicht funktionierten“, teilte Jan-Henrik Grümmer, Marktleiter von Edeka Grümmer am Roschdohler Weg, mit. Der Verkauf von Zeitungen und der bereits fertig gebackenen Brötchen beim Bäcker wurde mit dem Stift auf Papier notiert. Die etwa 100 Kunden wurden um möglichst passendes Geld gebeten. „Alle haben Verständnis gezeigt, sie hatten ja zu Hause auch keinen Strom“, sagte Grümmer. Die Kühlung hielt über die Zeit stand. Im Druckzentrum Neumünster an der Rungestraße fiel die Produktion für rund zwei Stunden aus. „Alle Computer stürzten ab, das war schon ärgerlich“, sagte eine Mitarbeiterin. Betroffen war auch die Holstenhallen-Gastronomie, die mit Vorbereitungen für die Nordbau-Gäste beschäftigt war. Kaffeemaschinen und Würstchenwärmer verweigerten hier ihren Dienst. Hallenbetriebe-Chef Dirk Iwersen nannte den Stromausfall „kein Drama, aber schon misslich“.

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erstellt am 09.Sep.2016 | 08:00 Uhr

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