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Lokales

03. Dezember 2016 | 16:49 Uhr

Groß Pampau : Hobby-Forscher finden Sensation: Skelett einer 11 Millionen Jahre alten Robbe

vom

In einer Kiesgrube in Groß Pampau verbarg sich der Schatz. Die Robbe soll ausgestellt werden.

Seit 1984 haben engagierte Hobby-Paläontologen in der Kiesgrube in Groß Pampau im Kreis Herzogtum Lauenburg insgesamt zehn Skelette von Walen und Haien gefunden. Die Tiere schwammen nach Erkenntnisse der Wissenschaftler vor rund elf Millionen Jahren in der Ur-Nordsee, die damals weite Teile Norddeutschlands bedeckte. Der jüngste Fund: gut erhaltene Knochen einer wohl elf Millionen Jahre alten Robbe. 

<p>Knochen eines Wals sind in Groß Pampau auf einer Plane ausgelegt.</p>

Knochen eines Wals sind in Groß Pampau auf einer Plane ausgelegt.

Foto: dpa
 

Stolz präsentierte das Grabungsteam um Höpfner am Sonnabend eine nahezu komplette Hinterflosse, Wirbel, Rippen, Schädelteile, dazu Zähne und einen Oberarmknochen der Robbe, die im mittleren Miozän in der Ur-Nordsee gelebt hat. „Das Tier war etwa 1,70 Meter lang und dürfte zu einer Art gehört haben, die den heute lebenden Robben ähnelt, so aber nicht mehr vorkommt“, sagte Uwe Havekost. Er hatte die ersten Knochen im Januar in der Kiesgrube entdeckt.„Ich war wie elektrisiert, als mich da aus dem Glimmerton plötzlich ein Knochen anguckte. Beim zweiten Knochen wusste ich, dass der nicht von einem Wal stammen konnte und als ich schließlich einen Zahn fand, wusste ich, dass ich auf eine Robbe gestoßen war“, schilderte Havekost den  Moment der Entdeckung.

Der Industriemeister für Metallbearbeitung aus Langwedel in Niedersachsen ist seit Jahren Mitglied im ehrenamtlichen Grabungsteam um Höpfner und verbringt fest jedes Wochenende in der Grube in Groß Pampau.  „Der Fund ist eine kleine Sensation“, sagte Grabungsleiter Gerhard Höpfner. „Ein Robbenskelett aus dem Miozän ist hundertmal seltener als ein Walskelett“, sagte der pensionierte Berufsschullehrer, der seit 1984 mit seinem ehrenamtlichen Team bereits zahlreiche Großfossilien in Groß Pampau ausgegraben und präpariert hat. 

Es ist eine geologische Besonderheit, die die Grube von Groß Pampau zur Fundgrube für Paläontologen macht. Statt in 150 Metern Tiefe liegt der ehemalige Meeresboden samt der darin eingeschlossenen Fossilien hier nur etwa 30 bis 40 Meter unter der Oberfläche. Woran das liegt, erläutert Oliver Hampe vom Berliner Museum für Naturkunde, der die Pampauer Walfunde wissenschaftlich betreut. „Unter der Tonschicht, in die die Tiere nach ihrem Tod eingesunken sind, liegt ein Salzstock. Der drückt die darüber liegenden Bodenschichten ganz langsam nach oben“, sagte Hampe. Durch den Kiesabbau werden die über dem Ton liegenden Bodenschichten abgetragen und die Skelette werden sichtbar.

Auch Hampe bestätigt die Bedeutung der Pampauer Kiesgrube. „Groß Pampau ist eine sehr ergiebige und wissenschaftlich bedeutende Lagerstätte, die in Mitteleuropa ziemlich einmalig ist“, sagte er.

Wie die Funde zuvor soll auch das Robbenskelett im Lübecker Museum für Natur und Umwelt ausgestellt werden. Die Gemeinnützige Sparkassenstiftung zu Lübeck hat finanzielle Unterstützung zugesagt.

Hobbyarchäologe Uwe Havekost zeigt einen der 11 Millionen Jahre alten Knochen.
Hobbyarchäologe Uwe Havekost zeigt einen der 11 Millionen Jahre alten Knochen. Foto: Markus Scholz
 
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erstellt am 23.Jul.2016 | 14:27 Uhr

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