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Lokales

10. Dezember 2016 | 10:05 Uhr

Ausbreitung des H5N8-Virus : Geflügelpest: Tötung von 30.000 Hühnern - nächster Fall im Herzogtum Lauenburg

vom

Erstmals ist das Virus auf einem großen Nutztierbetrieb ausgebrochen. Alle Tiere sollen am Sonntag gekeult werden.

Grumby | Nach dem Ausbruch der Vogelgrippe in einem Geflügelbetrieb in Grumby in der Gemeinde Twedt (Kreis Schleswig-Flensburg) haben Experten mit der Vorbereitung für die Tötung von 30.000 Hühnern begonnen. Der komplette Bestand des Zuchtbetriebs sollte im Laufe des Tages gekeult werden. Anschließend sollten die Stallanlagen gereinigt und desinfiziert werden. Polizei, Feuerwehr und das Technische Hilfswerk waren im Einsatz, um die Maßnahmen zu begleiten. Mittlerweile gibt es den sechsten bestätigten Fall von Vogelgrippe in SH.

 

 

Bei einem Wildvogel im Kreis Herzogtum Lauenburg wurde der H5N8-Virus durch das FLI bestätigt. Damit hat sich die Zahl betroffenen Kreise im Land auf sechs erhöht (Schleswig-Flensburg, Rendsburg-Eckernförde, Plön, Segeberg, Herzogtum-Lauenburg und die Hansestadt Lübeck).

Am Mittag besuchte um Umweltminister Robert Habeck den Geflügelhof in Grumby. „Dass der gesamte Bestand getötet werden muss, ist hart, aber notwendig, um die Ausbreitung der Geflügelpest nach Möglichkeit einzudämmen“, sagte Landwirtschaftsminister Robert Habeck, als er ein Bild von der Lage machte.

<p>Robert Habeck beantwortet Fragen der Journalisten in Grumby.</p>

Robert Habeck beantwortet Fragen der Journalisten in Grumby.

Foto: Benjamin Nolte
 

Noch ist unklar, wie der Erreger in die geschlossene Hühnerhaltungs-Anlage kam. Robert Habeck sprach von einer neuen Stufe der Geflügelpest. Ein Team des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI) – dem nationalen Referenzlabor für aviäre Influenza – kam um den Bestand zu untersuchen und Proben zu nehmen. Die Experten hoffen so die Ursache der Verschleppung des Erregers in die geschlossene Stallhaltung zu finden.

Es sei „beeindruckend, wie schnell, konzentriert und gut koordiniert alle zuständigen Stellen zusammenarbeiten, um gegen die Tierseuche vorzugehen. Allen Beteiligten – von Behörden über Polizei, Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Johannitern und Deutschem Rotem Kreuz, Hauptamt und Ehrenamt – gilt mein ausdrücklicher Dank“, sagte Habeck.

<p>Polizei und Rettungskräfte haben sich in der Nähe des Geflügelhofs bei Grumby positioniert.</p>

Polizei und Rettungskräfte haben sich in der Nähe des Geflügelhofs bei Grumby positioniert.

Foto: Benjamin Nolte
 

Mit der Keulung des Bestands wurde am Sonntag begonnen: „Die Tiere kommen in ein Hochstrom-Wasserbad und dann werden sie darin sterben“, hatte Habeck angekündigt. Die Kadaver sollen anschließend in der Tierkörperbeseitigungs-Anstalt in Jagel vernichtet werden.

<p>Der Geflügelhof in Grumby kann nur aus der Ferne fotografiert werden. Mit der Keulung der Hühner wurde am Sonntag begonnen.</p>

Der Geflügelhof in Grumby kann nur aus der Ferne fotografiert werden. Mit der Keulung der Hühner wurde am Sonntag begonnen.

Foto: Benjamin Nolte
 

Laut Habeck wird der Landwirt aus dem Tierseuchenfonds entschädigt. Die bislang letzte Lieferung des Betriebes war am Montag nach Dänemark gegangen. Zur Höhe des finanziellen Schadens wurden keine Angaben gemacht.

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erstellt am 13.Nov.2016 | 10:51 Uhr

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