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Lokales

09. Dezember 2016 | 12:49 Uhr

Ausbreitung des H5N8-Virus : Geflügelpest in SH: Experten suchen nach Ansteckungsweg

vom

30.000 Hühner mussten auf nur einem Hof getötet werden. Der Hof war abgeschottet, doch wie kam das Virus dorthin?

Grumby | Nach der Keulung von 30.000 Hühnern einer Massentierhaltung bei Schleswig sollen Experten nach der Ursache für den Ausbruch der Vogelgrippe forschen. Dazu werde ein Team vom Greifswalder Friedrich-Loeffler-Institut auf dem Hof in Grumby erwartet, teilte das Landwirtschaftsministerium mit. Mit der Tötung der Hühner war am Sonntag begonnen worden. Es wurde erwartet, dass sich die Aktion bis Montagmorgen hinziehen würde. Anschließend sollen die Ställe gereinigt und desinfiziert werden.

Der Zuchtbetrieb für Bruteier ist bundesweit die erste Massentierhaltung, die von der aktuellen Vogelgrippe-Epidemie betroffen ist. Der Erreger gilt als ungefährlich für Menschen, ist aber eine erhebliche Bedrohung für Hausgeflügel.

Wie der Erreger in den von der Außenwelt abgeschotteten Bestand gelangen konnte, ist unklar. Es gebe jede Menge Spekulationen, sagte Landwirtschaftsminister Robert Habeck. Um den Hof wurde ein Sperrbezirk von drei Kilometern und ein Beobachtungsgebiet von weiteren sieben Kilometern eingerichtet.

<p>Robert Habeck beantwortet Fragen der Journalisten in Grumby.</p>

Robert Habeck beantwortet Fragen der Journalisten in Grumby.

Foto: Benjamin Nolte

Habeck nannte die Situation besorgniserregend. „Dass der gesamte Bestand getötet werden muss, ist hart, aber notwendig, um die Ausbreitung der Geflügelpest nach Möglichkeit einzudämmen“, erklärte der Grünen-Politiker. „Wir können nach wie vor nur hoffen, dass dies ein Einzelfall ist.“ Die ersten Ausbrüche bei Hausgeflügel waren am Freitag bei zwei weitaus kleineren Höfen in der Nähe von Lübeck sowie in Vorpommern gemeldet worden.

Erstmals war das hochansteckende Virus H5N8 der aktuellen Epidemie in Deutschland am 8. November bei verendeten Wasservögeln an Seen im Kreis Plön nachgewiesen worden. Verendete Wildvögel wurden seither auch in Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen gefunden. Die Behörden reagierten mit einer massiven Ausweitung der Stallpflicht-Zonen vor allem in der Nähe von Seen und Flüssen. Damit soll eine Ansteckung über Kot oder verunreinigtes Wasser verhindert werden. Europaweit wurden aus mindestens sieben Ländern Geflügelpest-Nachweise bei Wildvögeln oder in Geflügelbeständen angemeldet.

<p>Polizei und Rettungskräfte haben sich in der Nähe des Geflügelhofs bei Grumby positioniert.</p>

Polizei und Rettungskräfte haben sich in der Nähe des Geflügelhofs bei Grumby positioniert.

Foto: Benjamin Nolte
 
<p>Der Geflügelhof in Grumby kann nur aus der Ferne fotografiert werden. Mit der Keulung der Hühner wurde am Sonntag begonnen.</p>

Der Geflügelhof in Grumby kann nur aus der Ferne fotografiert werden. Mit der Keulung der Hühner wurde am Sonntag begonnen.

Foto: Benjamin Nolte
 

Laut Habeck wird der Landwirt aus dem Tierseuchenfonds entschädigt. Die bislang letzte Lieferung des Betriebes war am Montag nach Dänemark gegangen. Zur Höhe des finanziellen Schadens wurden keine Angaben gemacht.

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erstellt am 14.Nov.2016 | 07:35 Uhr

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