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Flensburger Tageblatt

26. September 2016 | 03:56 Uhr

Stadtteilforen in Flensburg : Zwischen Hafen und Fördehang

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

In der Altstadt mischen sich von jeher Wohnen und Gewerbe. Das neue „Forum Hafenquartier“ greift diverse Themen auf.

Flensburg | Seit einem Jahr ist in Flensburg geregelt, wie und wann die Stadtteilforen als politische Vertretungen eingebunden werden müssen. Grund genug für das Tageblatt, eine erste Bilanz zu ziehen und zu fragen, wo im Stadtteil der Schuh drückt. Heute: die Altstadt. Die Antworten kommen vom jungen Forum Hafenquartier. Ergänzt wird der Überblick durch Daten des Sozialatlas’ 2015, der seit wenigen Wochen vorliegt.

Die Altstadt ist ein kleiner Stadtteil mit einer hohen Bevölkerungsdichte. Typisch für die Innenstadt, wohnen hier viele Menschen zwischen 18 und 45, aber wenige Kinder und wenige Ältere. Der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund ist relativ hoch.

Auf welchem Gebiet ist Ihr Stadtteil/Ihr Viertel 2015 vorangekommen?

Wir haben uns Ende April gegründet mit einem lockeren Themenkatalog und dem Vorsatz, uns zuvorderst als offenes, unbürokratisches und nachbarschaftliches Gremium zu formieren und bekannt zu machen. Das hat überraschend gut funktioniert. Wir sind jetzt im Kern ca. 20 bis 25 Leute, die immer wieder im Wechsel und in unterschiedlicher Konstellation zu den Treffen kommen, Themen bearbeiten und Aktionen durchführen. Konkreten Zuspruch haben wir von weit mehr Menschen und Institutionen im Hafenquartier.

Mit dem Straßenfest im September und dem Adventskalender hatten wir zwei nach unseren Maßstäben sehr erfolgreiche Veranstaltungen, die wir wiederholen werden. Zudem sind wir zumindest in der Norderstraße beim flächendeckenden freien Wlan recht weit.

Was ist dagegen das größte Thema, das 2015 im Stadtteil liegengeblieben ist?

Zum einen haben wir in der kurzen Zeit viel erreicht, zum anderen ist uns bewusst geworden, wie viele wichtige und spannende Aufgaben im Quartier noch auf uns warten.


Welches weitere Thema wollen Sie 2016 anpacken?

Wir werden einige Themen, die wir in den Treffen entwickelt und behandelt haben, weiter vertiefen und Konzepte und Stellungnahmen erarbeiten und vor allem Dinge anschieben. Viele alltägliche Anliegen im Quartier haben mit der Verkehrssituation zu tun: Parkplätze, Radverkehr, Ampelschaltung bis hin zum Zebrastreifen. Zudem werden wir uns 2016 intensiver mit Fragen der Stadtentwicklung im Hafenquartier auseinander setzen. Dazu gehören die zumindest subjektiv stark zunehmenden Ladenleerstände, die damit zusammenhängenden strukturellen Veränderungen und die Maßnahmen an der Hafenkante. Dabei wird es immer auch um die Balance zwischen Entwicklung und Gentrifikation gehen. Nicht alles, was schöner macht, ist auch gut fürs Quartier.

Neben den Geschäftstreibenden wollen wir uns zudem mehr mit den Institutionen und Vereinen im Quartier vernetzen, von denen ja viele schon seit Jahrzehnten maßgebliche Arbeit leisten. Wir wollen mehr mit Bewohnergruppen aus dem Quartier ins Gespräch kommen, die bisher noch nicht bei uns vertreten sind oder nicht ehrenamtlich tätig sind.

Dazu gehören ältere Menschen und Menschen mit Migrationshintergrund. Wir haben bei unserem ersten Treffen im neuen Jahr bereits eine Arbeitsgruppe zum Thema Flüchtlinge in der ehemaligen Voigtschule gegründet.


Welches ist die erste Frage Ihres Stadtteilforums an den/die künftige OB?

Wir arbeiten inhaltlich bisher unabhängig vom OB, haben aber den Eindruck, nicht nur auf dem Papier ein offenes Ohr im Rathaus zu haben. Wir haben in der kurzen Zeit gute Erfahrungen mit den Kräften aus der Verwaltung gemacht. Das gilt insbesondere für das Büro für Grundsatzangelegenheiten und das TBZ. Das kann gerne so weitergehen. Zudem wurden wir von den vielen bestehenden Stadtteilforen gut aufgenom-men. Daher erhoffen wir uns ein Bekenntnis zu den Stadtteilforen als offene, unbürokratische und parteipolitisch unabhängige Institutionen in Flensburg.

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erstellt am 11.Jan.2016 | 18:40 Uhr

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