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Flensburger Tageblatt

04. Dezember 2016 | 19:27 Uhr

Flensburg und Umgeburg : Zweite Auflage: Offene Ateliers rund um die Förde

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

36 Flensburger Künstler lassen sich zwei Tage lang über die Schulter schauen

Musiker geben Konzerte, Schauspieler agieren auf der Bühne, beide arbeiten sie unter den strengen oder wohlmeinenden Blicken ihrer Zuschauer. Künstler haben ihre Vernissagen, ansonsten arbeiten sie in der selbst gewählten Einsamkeit ihres Ateliers und haben wenig Kontakt zu ihrem Publikum. Am kommenden Wochenende suchen sie für zwei Tage den direkten Kontakt zur kunstinteressierten Öffentlichkeit. Dann lassen sich 36 Künstler in ihren Ateliers über die Schulter schauen und ins Gespräch verwickeln.

Die Flensburger Ateliertage feierten ihre Premiere vor zwei Jahren. „Damals gab es rund 3000 Besuche“, erinnert sich Nicola Kochhafen, die auch diesmal wieder dieses besondere Kunstereignis organisiert. „Besuche, nicht Besucher“, fügt sie relativierend hinzu. Viele nutzen die seltene Gelegenheit, möglichst viele Ateliers von innen zu sehen. Bei der erhöhten Atelierdichte in der Innenstadt lässt sich das gut zu Fuß oder per Rad bewerkstelligen. Anders als 2014 ist in diesem Jahr auch die Werkkunstschule dabei – mit den Künstlern von morgen. An fünf Orten kann man mehr als einen Künstler erleben.

Der Kunstfreund, der üblicher Weise Bilder einer Ausstellung betrachtet und höchstens bei einer Eröffnung mit dem Künstler ins Gespräch kommt, hat am 5. und 6. November die Chance, beim Schaffensprozess dabei zu sein und Fragen zu stellen – so war es auch bei der Premiere. „Man konnte spüren, wie die künstlerischen Ideen entstehen“, sagt Nicola Kochhafen, „man sieht die Rohmaterialien, die Skizzen, die Gerätschaften – alles, was zum Gestaltungsprozess gehört.“ Die Kunstschaffenden hingegen kommen in den nicht alltäglichen Genuss der unmittelbaren Rückmeldung eines Betrachters und haben zwei Tage lang viel Betrieb in ihrem Atelier. Thomas Frahm aus dem Flensburger Kulturbüro ergänzt: „Es ist ein einsamer Job als Künstler.“

Die Bildhauerin Tietze Schmuck war vor zwei Jahren auch schon dabei, diesmal jedoch erstmals mit ihrem eigenen Atelier in der Rosenstraße. Sie ist bekannt für ihre ausdrucksstarken, hoch aufgeschossenen Holzfiguren. „Ich bin erstaunt, was es hier alles gibt“, sagt sie und bedauert ein wenig, dass sie selbst nicht losziehen kann, um all die Maler, Glaskünstler, Fotografen und Kunsthandwerker zu besuchen.

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erstellt am 04.Nov.2016 | 14:26 Uhr

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