zur Navigation springen

Flensburger Tageblatt

11. Dezember 2016 | 14:50 Uhr

Diskussion um atomare Abfälle in Harrislee : Zunächst radioaktiv

vom

Zum Bericht „Angst vor dem Makel des Atommülls“ über den Info-Abend mit Minister Habeck erreichte uns folgende Lesermeinung.

Auf dem Infoabend in der Holmberghalle Harrislee, den ich ebenfalls besucht habe, ging es nicht um die Deponierung von sehr schwach radioaktivem Bauschutt aus den Nebengebäuden oder den Gebäuden des Überwachungsbereichs von Brunsbüttel und Krümmel, sondern um Material aus dem Kontrollbereich. Herr Dr. Karschnick und Herr Dr.  Müller haben am Beispiel Brunsbüttel exemplarisch dargestellt, wie es zu einer Deponierung von Material oder Stoffen aus dem Kontrollbereich des AKW auf dem Gelände der Deponie der Firma Balzersen kommen könnte.

Das Material aus diesem Bereich macht laut Vortrag  etwa  34 Prozent der Gesamtmasse aus und ist herauszugeben. Für den Überwachungsbereich ist keine Genehmigung nach den Atomgesetz  erforderlich. Laut Darstellung von  Uwe Meyer  findet auf nicht radioaktive Stoffe  das allgemeine Abfallrecht Anwendung. Eine Freimessung gleich welcher Art und durch egal wen wurde hier nicht erwähnt, oder? Kann es hier keine radioaktive Strahlung geben? Vorfälle wie in den Elbmarschen gab es und gibt ja nicht?!

Das Material aus dem Kontrollbereich  wird zunächst als radioaktiv eingestuft. Davon bleiben rund  zwei  Prozent radioaktiv, der  Rest, rund 64 Prozent, wird frei gemessen. Dies geschieht durch den Inhaber der Genehmigung, also Vattenfall/ Eon. In diesem Zusammenhang wurde vom Vier- Augen- Prinzip gesprochen. Verbindliche Angaben dazu fehlten in allen Darstellungen. Ist das Material freigemessen wird eine Freigabe  auf Antrag erteilt. Diese Freigabe kann uneingeschränkt sein, dann wird nach Abfallrecht verwertet; oder sie ist eingeschränkt erteilt, da die Aktivität des Materials bei 100 Bq/kg liegt und damit nicht verwertet werden darf. In diesem Fall wird deponiert (Balzersen Deponie am Ochsenweg), verbrannt oder als Metallschrott rezykliert (vielleicht bei Nordschrott, geführt in Personalunion mit der Firma Balzersen).

Die unterschiedliche Behandlung des anfallenden „Mülls“ war den Vorträgen der Referenten und den dazu veröffentlichten Unterlagen zu entnehmen und bedurften keines juristischen Sachverstands. Im Zusammenhang mit radioaktivem Material – vielleicht auch unter 10 Mikrosievert  pro Jahr – sollte man sauber arbeiten - auch in der Presse!

 

zur Startseite

von
erstellt am 07.Jul.2016 | 11:56 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen