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Flensburger Tageblatt

11. Dezember 2016 | 07:16 Uhr

Europa-Universität Flensburg : Wohnungssuche wird zur Hängepartie

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zum Wintersemester ist der Andrang auf freie Zimmer und Wohnungen bei den Studenten hoch / Auch die Objekte der Bauvereine sind gefragt

Wohnheim, WG oder Einzel-Appartement? Zu Beginn jedes neuen Semesters stellt sich für die Studenten die Frage, wo sie einen geeigneten Unterschlupf finden. Vor allem zum Wintersemester ist der Andrang auf die Plätze sehr hoch, da mehr Studiengänge starten als im Sommersemester.

Naheliegende Anlaufpunkte für Studenten in Flensburg sind die vier Wohnheime. Man bewirbt sich online um ein Zimmer, die Monatsmiete liegt zwischen 190 Euro und 285 Euro. Wer keinen Platz bekommt, landet auf der Warteliste und somit im Nachrückverfahren. Schiffsbetriebstechniker Christian Lange (23) hat sich einen der begehrten Wohnheimplätze sichern können. Derzeit befinden sich 218 Studierende auf der Warteliste. Um der großen Nachfrage gerecht zu werden, wird zurzeit an einem fünften Wohnheim zwischen dem Universitätshauptgebäude und dem Campusbad gebaut. Geplant ist die Fertigstellung zu Beginn des Sommersemesters 2017. Der Neubau bietet 115 weitere Plätze zu den jetzigen 361. Eine Warteliste gibt es noch nicht.

Hauptsächlich spielt sich die Zimmersuche im Internet ab. Sowohl auf der Seite des Studentenwerks als auch auf der Website des Asta finden sich Anzeigen für Privatunterkünfte wie Wohnungen und Wohngemeinschaften (WG). Oft werden Seiten wie wg-gesucht.de oder Immobilienscout24.de zu Rate gezogen, Ein 24-jähriger Businessmanagement-Student bevorzugt ebenfalls die Onlinesuche. Vom Elternhaus aus sucht er ohne Stress auf verschiedenen Websites und will den Selbsthilfe-Bauverein (SBV) nutzen, um eine Wohnung für sich allein zu finden. Auch Kimbe Bäker (23), die Schiffsbetriebstechnik studiert, hat online gesucht und einen Platz in einer WG bekommen.

Obwohl die 330 angebotenen Wohnungen des Arbeiter-Bauvereins (FAB) derzeit allesamt vermietet sind, sieht Vorstandsmitglied Andreas Mundt für Studenten nicht mehr Schwierigkeiten als für andere. „Von uns gibt es viele Objekte in der Gegend Sandberg, die für Studenten natürlich attraktiv sind. Wir vermieten auch gerne an Studenten, da mit ihnen in der Regel immer alles reibungslos funktioniert mit Blick auf Kosten oder Abwicklungen. Derzeit wird ein guter Teil der 330 Wohnungen an Studenten vermietet.“ Doch auch er kennt das Problem, dass auf günstiges Wohnen viele reflektieren. „Unsere Wohnungen werden das Jahr über verteilt gleichmäßig gekündigt. So stehen in der Regel immer gleich viele Wohnungen zur Verfügung.“ Natürlich sei der Andrang zu Beginn eines Semesters höher, aber kaum spürbarer als sonst im Laufe eines Jahres.

Beim SBV erkennt man zu Beginn des Semesters ebenso keine erhöhte Nachfrage. Vorstandsvorsitzender Raimund Dankowski erläutert: „Die Nachfrage nach Wohnraum ist generell sehr hoch, der Wohnungsmarkt bleibt weiterhin angespannt. Speziell bei den Studenten werden das ganze Jahr über vor allem kleine Ein- bis Zwei-Zimmer-Wohnungen für eine Person, aber auch größere Wohnungen als WG gesucht.“ Lediglich bei den 78 Plätzen in den All-Inclusive-Apartments für Studenten im Vividomo sei ein leichter Anstieg zu verzeichnen.

„Ich würde nicht sagen, dass es einfach ist, eine Wohnung zu finden“, sagt Samantha Rohm, „vor allem, wenn die Wohnung angemessen und bezahlbar sein soll.“ Nach langer Suche hat die 20-jährige Studentin eine WG gefunden. „Tatsächlich gibt es manchmal auch ein Schimmelproblem, wenn man ein Zimmer privat übernimmt“, erinnert sie sich. Sie ist längst nicht die einzige, die den Zustand so mancher angebotener WG-Zimmer beklagt. Nach Aussage von Studenten komme es vor, dass Bad und Küche nur durch einen Vorhang voneinander getrennt sind, der Preis aber trotzdem hoch ist. Auch sei das Suchen für die Studierenden der Uni schwieriger, weil ihr Semester später anfängt und manche somit erst später auf dem Campus ankommen.

Studenten, die nicht allzu weit von Flensburg entfernt wohnen, nehmen das Pendeln in Kauf – und versuchen ihr Glück bei der Wohnungssuche dann lieber in der Mitte des Semesters. Ausländische Studenten hingegen können das nicht – so wie die internationalen Wind-Engineering-Studenten Chintan Miyani und Sivaji Singh. Beide kommen aus Indien. „Bereits vor zwei Monaten habe ich mich für eine Unterkunft beim Studentenwerk beworben. Es gibt viele andere Studenten mit dem selben Problem, diese leben mit anderen Studenten zusammen und zahlen eine tägliche Gebühr von 20 Euro. Das ist für uns ziemlich teuer“, äußert sich Miyani. Auch Singh beschreibt die Schwierigkeiten: „Da ich ein internationaler Student bin, hat keiner Interesse daran, mir einen Raum in einer WG anzubieten. Ich habe Glück, dass ich einen vorübergehenden Platz zum Wohnen gefunden habe.“

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