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Flensburger Tageblatt

10. Dezember 2016 | 04:20 Uhr

Hochschulen in Flensburg : Wo der Campus wächst

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Allein an der Europa-Uni gibt es seit 2013 insgesamt 38 neue Professoren – und der wissenschaftliche Mittelbau verdoppelte sich seit 2006

Der Hochschulcampus Sandberg wächst nicht nur stark, er verändert zudem sein Gesicht und wird jünger sowie in der Spitze weiblicher. Allein an der Europa-Universität sind seit Anfang 2013 insgesamt 38 neue Professoren berufen worden, darunter allein 22 Professorinnen. Das sind knapp 58 Prozent. Der Anteil weiblicher Lehrstuhlinhaber steigt damit kontinuierlich – von 29 Prozent 2014 über 36 Prozent im vergangenen Jahr bis zu 43 Prozent 2016.

Das Wachstum bei den Professoren insgesamt erklärt sich durch den Ausbau der Lehramtsstudiengänge auf Sekundarstufe-II-Niveau und des Europa-Schwerpunktes mit Professuren wie beispielsweise „Politische Philosophie Europas“, „Comparative Institutional Analysis“ oder „Soziologie und sozialwissenschaftliche Europaforschung“. Insgesamt seien im Rahmen dieses Aufstockung bisher knapp 20 Professuren neu geschaffen worden, berichtet Uni-Sprecherin Kathrin Fischer. Am Ende des Ausbauprozesses soll die Uni 87 Professoren besitzen.

Noch deutlicher als bei den Professorenstellen zeigt sich das Wachstum der Uni am universitären Mittelbau: Die Zahl der wissenschaftlichen Mitarbeiter hat sich im vergangenen Jahrzehnt von 126 auf 262 mehr als verdoppelt. Das erklärt Uni-Sprecherin Kathrin Fischer mit der Historie der ehemaligen Pädagogischen Hochschule und dem Nachholbedarf. In der Lehrerbildung der Vorgängerhochschule sei der Forschungsanteil sehr viel kleiner gewesen.

„Die Europa-Uni ist die am schnellsten wachsende Hochschule in Schleswig-Holstein. Wir sind stolz darauf, nachgefragt zu sein“, sagt Präsident Werner Reinhart. Das Wachstum ermögliche stärkere inter- und transdisziplinäre Forschung und Lehre. Das macht das Arbeiten an dieser Hochschule spannend. Das Wachstum ist aber auch anstrengend. „Insofern sind wir immer wieder hin- und hergerissen zwischen partieller Erschöpfung und phasenweiser Euphorie“, formuliert der Präsident.

Das Wachstum der 2002 mit dem Hauptgebäude (heute Gebäude „Oslo“) von Mürwik auf den Sandberg gezogenen Uni zeigt sich auch in den weiteren Bauten. Der Erweiterungsbau (heute „Helsinki“) und die Campelle kamen 2010 dazu, die „Studibox“, das Studierendenhaus der Hochschulbibliothek 2015. Und seit zwei Jahren mietet die Europa-Uni zusätzlich Räume im Telekomgebäude an. Im Rohbau steht zudem ein Wohnheim-Neubau des Studentenwerks am Campus.

In der letzten Dekade hat die Uni im Zuge der Bologna-Reform alle Studiengänge auf Bachelor und Master umgestellt; Staatsexamens-, Diplom- und Magisterstudiengänge gibt es nicht mehr. 2013 wurden die zuvor einjährigen Lehramts-Masterstudiengänge zu zweijährigen erweitert, so dass seitdem alle künftigen Lehrkräfte fünf Jahre studieren. An der Uni stehen gegenwärtig drei Bachelor- und 13 Master-Studiengänge zur Auswahl.

Ohne die auf Bachelor und Master umgestellten Studienrichtungen entstanden in den vergangenen zehn Jahren mehrere Studiengänge. Der gerade gestartete Bachelor European Cultures and Society sowie folgende Masterstudiengänge: European Studies (2006/07), Kultur-Sprache-Medien, Prävention & Gesundheitsförderung (2008/09), Lehramt an Grundschulen, Lehramt an Gemeinschaftsschulen (2013/14), Bildung in Europa – Education in Europe ( 2014/15) sowie Lehramt an Sekundarschulen (2015/16).

Seit dem vergangenen Jahr gibt es den Kita-Master als Weiterbildungsstudiengang. In Planung sind außerdem die „Transformationsstudien“. Dazu kommen acht Zentren in den Bereichen Bildungs-, Wirtschafts-, Umwelt- und Interdisziplinäre Europawissenschaften.

Kommende Woche wird an dieser Stelle die Entwicklung der früheren Fachhochschule zur Hochschule Flensburg dargestellt. In der Folge stellt das Tageblatt jede Woche einen oder eine der neuen Lehrstuhlinhaber auf dem Campus vor.

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erstellt am 29.Nov.2016 | 18:00 Uhr

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