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Flensburger Tageblatt

05. Dezember 2016 | 05:23 Uhr

Wo bitte geht’s hier zum Limfjord? Steinzeitmensch in der Flensburger Nordstadt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts


Da staunten einige Flensburger nicht schlecht: Ein Mann in Fellschürze, mit Holzspeer und einem Lederrucksack ausgerüstet durchwanderte am Wochenende Flensburg in Richtung Norden. Wer genauer hinschaute und den urzeitlichen Wanderer etwas genauer musterte, merkte gleich, dass es sich nicht etwa – was im Norden nahe liegt – um einen nachgemachten Wikinger handelte, sondern um einen sehr viel älteren Zeitgenossen. Der Mann heißt Chris Pallasch, ist Experimental-Archäologe und marschiert in der Ausrüstung eines vor 7000 Jahren hier anzutreffenden Menschen der Jungsteinzeit durchs Land. Seine beschwerliche Mission führt ihn von Kiel-Ellerbeck bis zum dänischen Ertebølle am Limfjord. Die 400 Kilometer legt er zu Fuß zurück, ohne Geld, ohne Wochenendeinkauf, ohne fremde Hilfe. Er hat nur die steinzeitlichen Dinge des Alltags dabei: Holzspeere, Lederbeutel, Fellumhang, Holztrinkgefäß und Flintmesser, sowie einige Nahrungsmittel wie Fett und Trockenfrüchte. Wasser gibt es aus den Bächen und die Nahrung vom Wegesrand.

„Die Ertebølle-Kultur war eine reine Jäger- und Sammler-Kultur ohne Landwirtschaft und feste Behausungen“, so Pallasch. Auf der Wanderung erkundet er die frühen Handelswege und Wohnregionen der Steinzeitmenschen. In drei Wochen möchte der Steinzeit-Archäologe sein Ziel in Dänemark erreicht haben. Die Flensburgerin Stefanie Natameh traf den Wanderer zufällig in der Apenrader Straße. Nach einem Gespräch gab sie ihm den Tip zur Sophienquelle am Ostseebad zu gehen und von dort aus Richtung Schusterkate zu gelangen. In Dänemark geht es dann von Kollund auf historischen Wegen und auf dem Ochsenweg Richtung Norden.



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erstellt am 31.Jul.2016 | 17:14 Uhr

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