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Flensburger Tageblatt

29. August 2014 | 11:58 Uhr

"Wir können die Energiewende nicht zurückdrehen"

vom

230 Gäste bei Kropper Herbstgesprächen mit Minister Robert Habeck, Bauernpräsident Werner Schwarz und Peter Harry Carstensen

Kropp | Biogas, Photovoltaik, Windkraft - die Möglichkeiten, Atomstrom durch regenerative Energie zu ersetzen, sind vielfältig. Ob und wie die Energiewende gelingen kann, diskutierten bei den 12. Kropper Herbstgesprächen Schleswig-Holsteins Energiewende-Minister Robert Habeck, Ex-Ministerpräsident Peter Harry Carstensen, Andreas Eichler, Vestas-Verkaufsleiter für Deutschland, und der schleswig-holsteinische Bauernpräsident Werner Schwarz. Gut 230 Menschen, darunter Bürgermeister der Umlandgemeinden, Kreispräsident Eckhard Schröder, und viele Kropper hatten sich zu der Veranstaltung im Kropper Autohaus Thomsen eingefunden.

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Die Energiewende muss weitergehen, darin waren sich alle Podiumsteilnehmer einig, auch darüber, dass der Norden Schleswig-Holsteins als Windenergie-Lieferant dabei eine herausragende Rolle spielen kann, soll - ja muss. Auf dem Weg dahin gibt es allerdings noch einige Klippen zu umschiffen. Die Akzeptanz von Windkraftanlagen und Stromtrassen etwa müsse noch verbessert werden. "Viele Bürger sind für die Energiewende, aber wollen das vor der Haustür nicht haben", hat Andreas Eichler festgestellt.

Für Peter Harry Carstensen ein lösbares Problem: "Wenn die im Koog nicht wollen, dass man ihnen Windräder hinstellt, muss man dafür sorgen, dass sie etwas davon haben", sagte er. Aber man müsse die Betroffenheit ernst nehmen. Für ihn steht allerdings auch fest: "Wir können die Energiewende nicht zurückdrehen." Er befürchtet, dass Egoismen der Bundesländer zum Problem werden können. "Das muss zentral von Berlin geregelt werden. Der Strom muss erzeugt werden, wo er am günstigsten ist - und das ist hier im Norden."

Energiewende-Minister Habeck stellte klar, dass der Ausbau der Stromtrassen entscheide, "ob wir die Energiewende umsetzen können. Klar ist, dass wir Trassen bauen müssen. Es ist sinnlos, nur Mühlen zu bauen." Dabei müssten die Menschen mitgenommen werden. "Mit Basta geht es nicht. Mein Eindruck ist, wir kriegen es hin", sagte er.

Auch Bauernpräsident Werner Schwarz sieht zur Energiewende keine Alternative. Viele Kollegen hätten die Änderungen des Erneuerbare-Ener gien-Gesetzes (EEG) als Chance gesehen und die Gelegenheit ergriffen. Ein ungelöstes Problem seien jedoch die surrenden Stromleitungen, die niemand in seiner Nähe haben wolle.

Eine klare Absage erteilte Habeck der Verlegung von 380-kV-Leitungen unter die Erde. Während Erdkabel für 110-kV-Leitungen Stand der Technik sind, sei dies für 380-kV-Leitungen keine Option, da der Betrieb viel zu störanfällig sei. Erst in geschätzt zehn Jahren könne dies erwogen werden. Man müsse aber jetzt handeln. "Wenn wir heute nicht bauen, können wir die gesamte Energiewende stoppen", sagte Habeck. "Wir haben keine andere Chance, als die Leitungen zu bauen."

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von dme
erstellt am 16.Nov.2012 | 03:59 Uhr

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01. | Hans Stein | 19.11.2012 | 23:22 Uhr
U. KRUEGER 19.11.2012 23:09

Richtig gut und sehr kreativ. Großes Kompliment !

02. | Udo Damerau | 19.11.2012 | 23:18 Uhr
Mojn Herr Dr. Söchtig,

Die IPCC-Temperatur von 14,5 Grad geben Prof.Schellhuber und Prof. Rahmstorf lediglich in ihrem Buch zu - wer liest, wenn überhaupt, darin Tabellendaten?

Im Fernsehen propagiert Prof. Schellnhuber mal 15,8 und mal 15,3 Grad, und meint neben dem ´Fieber´ der Erde, sie würde bei weiterer Übervölkerung ´explodieren´.

Und im Fernsehen behaupten mehrere Wetterwissenschaftler, mit 15 Grad sei die Temperatur ideal. Alles in diesem Beitrag zu finden.
http://tinyurl.com/d3ntcch
Hier nebenbei auch seine eigene Bewertung der Klimamodelle als ´Geschichten über die Zukunft´.

Nur, wie CO2-Moleküle, also Gasmoleküle mit ihrem speziellen Verhalten im spektralen Infrarot-Bereich, es schaffen, die Erde zu erwärmen, obwohl sie nur in engen Wellenlängenbereichen außerhalb der Wärmeabstrahlung der Erde Infrarotstrahlung aufnehmen / abgeben können, das erklärt keiner von beiden - es wird lediglich behauptet; das gilt überigens auch für Methan.
http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/fenstertext2vftay5izd.jpg

Da die globale Mitteltemperatur nach der beim IPCC angeblich vorhandenen ´Mehrheit der Wissenschaftler´ die Idealtemperatur von 15 Grad nicht einmal erreicht hat - was soll die Aufregung?

Können Politiker die IPCC-Berichte bzw. deren ´Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger´ nicht lesen - oder steht es da vielleicht gar nicht drin?

03. | U. KRUEGER | 19.11.2012 | 23:09 Uhr
Geisterfahrer

Nachdem die 'Energiewendegeisterfahrer' mindestens 5 mal falsch abgebogen sind, etwa 7 Warnschilder ignoriert, 3 Passanten umgenietet und diverse Grünanlagen umgepflügt haben und ihnen nun mehr und mehr Lichter entgegenkommen, wird also mit einer Unumkehrbarkeit des Handels die muntere, unkorrigierte Weiterfahrt gerechtfertigt.

Dazu braucht ein 'normaler Automobilkamikaze' mindestens 2,5 Promille, eine schwere Depression, Demenz oder Suizidabsichten.

In Politikerkreisen regelt man das viel einfacher mit strengstem Denkverbot!
Vorher, nachher und mittendrin - und bloß keine Fehler korrigieren, die Wähler könnten das ja als Schwäche oder Schuldeingeständnis mißverstehen.

Der Weg ist das Ziel - aber die Ziele sind, ebenso wie ein effizienter Weg dahin, eigentlich egal. Auch egal ist, wie wenig Ahnung man hat, wie schlecht die Energiewende geplant wurde und wie ungerecht die Lasten verteilt werden - nur nicht den Anspruch auf Allwissenheit aufgeben. Und so denkt sich wohl die Politik auf zunehmend kritische Berichte in den Medien, daß ''einige politische Geisterfahrer der Bevölkerung auf der Energiewendeautobahn entgegenkommen: 'einige Geisterfahrer ? - das sind Tausende! '

Also Leute, steigt niemals zu einem Politiker in's Auto. Wenn der sich verfährt und auf die Gegenfahrbahn gerät, seid ihr tot. Ausweichen, die Spur korrigieren und ungefährliche Wege einschlagen oder zum Nachdenken anhalten ist keine Politikeroption.

Und so wird Schleswig-Holstein's Landschaft weiter unkoordiniert, ohne Bedarfsorientierung und ohne Speichertechnik lobbyfreundlich und teuer zugespargelt. Als Ausgleich für solch flächendeckende Industrialisierung werden den Jüngern der grünen Sekte Moorflächen, einige Hektar Meeresboden und vielleicht der Gemüsegarten von Oma Else zum Liebhaben - als 'Ökokuschelfläche' - mit großer Geste hingeworfen. Systematisch ahnungslos, aber in Kleinigkeiten sehr beharrlich scheinen diese darüber hinreichend glücklich und benebelt unkritisch.

Und dann dies ewige und grundlose Pressefotogrinsen - auch bei Pleiten, Niederlagen, Skandalen, gescheiterten 'Projekten', Dummschwätzerei, etc. etc.. Das muß wohl entweder vom PR-Berater angeordnet sein oder es riecht dabei so eigenartig nach Pflanzen - einen realen Grund dafür gibt's ja eigentlich nicht.



04. | Dr. Juergen Soechtig | 19.11.2012 | 20:59 Uhr
nicht zurückdrehen?

.
Das EEG sollte das Klima schützen-retten und das CO2 "klein" halten. Bisher kann keiner sagen, ob diese Ziele in irgend einer Weise erreicht werden. Nachgemessen hat noch keiner. Der einzig wichtige Meßwert ist die Füllung des Bankkontos der Investoren.

Laut Schellnhuber liegt die "natüeliche" globale Erdmitteltemperatur bei 15C. Bei einer Steigerung von 2C hat die Erde "Fieber". IPPC und Schellnhuber geben die derzeitige Erdmitteltemperatur mit 14,5C an. Alsovon Fieber keine Rede. Wo bleibt eigentlich die Erwärmung? Im Gegenteil, die Erde hat "Frost" am Popos.

"...Erinnert sich noch jemand?..." Aber klar Herr Damerau. Die Medien kannten damals kein anderes Thema. Die Frage war auch nicht ob die Eiszeit kommt, sondern nur noch wann. Dies war die Meinung der überwiegenden Mehrheit der Wissenschaftler. Was daraus geworden ist, sehen wir beim Blick aus dem Fenster.

Die Energiewende ist nichts weiter als Verar....also weg mit dem EEG.

05. | Udo Damerau | 19.11.2012 | 18:40 Uhr
Es ist nicht zu glauben...

Da droht uns eine von geldgeilen Finanzjongleuren in die Welt gesetzte IPCC und ein von der Regierung ausgehaltenes Institut in Potsdam mit einer Klimawärmekatastrophe.
http://klima-ueberraschung.de/show.php?id=32

Vor vierzig Jahren wurde uns mit einer Klimakältekatastrophe gedroht.
http://tinyurl.com/bpkjthk
"Erinnert sich noch jemand? In den 70-Jahren war sich die Mehrheit der zuständigen Wissenschaftler und die Medien einig, vor einer neuen Eiszeit zu stehen, weil die globalen Temperaturen zuvor gesunken waren."

Alles schon vergsessen?

Da drohen an einem Tage zwei Berliner Zeitungen mit einerseits der Sahara und andererseits der Nordsee am Brandenburger Tor.
http://www.fotos-hochladen.net/uploads/berlinm9sx2qhy5p.jpg

Und wieder ist es:
"...die Mehrheit der zuständigen Wissenschaftler und die Medien..."

Der Meeresspiegel steigt nicht, die Hurricans und Stürme nehmen nicht zu, die globale Mitteltemperatur (eigentlich ein völlig unsinniger statistischer Wert) zeigt keinen Anstieg - aber ein Katastrophenklima wird vorhergesagt, obwohl nicht einmal das Wetter des nächsten Monats abzusehen ist.
30 Jahre Wetter, statistisch zu Klima zusammengerechnet, kann man trotzdem vorhersagen?

´Geschichten über die Zukunft´, wie Prof. Schellnhuber die Ergebnisse seiner Modell-Rechnungen bezeichnet, sind nicht einmal Prognosen, er selbst bezeichnet sie als lediglich mögliche Scenarien.

Merkt da eigentlich von unseren Politiker noch irgend jemand irgend etwas?

AKW abschalten = feine Sache.
Ersatz mit fossilen Kraftwerken = böse? Weil CO2?
Wer erklärt mir das?
Die ´Mehrheit´ der Wissenschaftler und die Medien?

Ersten ist die ´Mehrheit´ gelogen und zweitens behauptet diese ´Mehrheit´ es lediglich, ohne es belegen zu können - die Medien plappern lediglich nach.

Und der denkfaule Michel glaubt es, schimpft und zahlt.

06. | Rosa Rose | 16.11.2012 | 10:56 Uhr
Sehr schöne Vorstellung, Herr Erb

„Die Frösche legen ihren eigenen Sumpf doch nicht trocken“

Die Agrargasbauern stecken im Schlamm ihrer Maiskoppel und rufen laut... Weiter so, alles läuft gut! Wo bleibt die Freileitung als neues Geschäftsmodell? Wir ziehen alle am gleichen Strang.
Es ist nicht mal mehr im Ansatz ein Hinterfragen durch die Frösche, bezüglich der zumeist zerstörerischen Wirkung von EEG Anlagen auf die Natur. Landschaft, Dorfstrukturen etc. zu vernehmen. Nein, nicht bei Euch in FL, KI oder den sonstigen Zentraldörfern ... gilt nur für hier draußen, für Euer Gefühl die Welt zu retten weit genug weg.
Um Akzeptanzprobleme zu lösen soll per Bürgerbeteiligung weiter das Gefühl in der Bevölkerung gestreut werden „etwas abzukriegen“ damit man sich evtl. die steigenen Strompreise leisten kann, oder wie?
Das reicht häufig schon damit ein großer Teil still hält.
Der Rest der Bevölkerung der sich mittlerweile in einem nach dem nächsten Bürgerentscheid gegen Windkraft entscheidet (zuletzt Nübbel, Meezen) wird als ewig gestrig diffamiert und möglichst ignoriert.
So sieht die von allen Parteien gespriesene angebliche Akzeptanz in SH aus.
Es besteht aber Hoffnung.
Die Wende(hals)befürworter werden v.a. durch ihre Maß- und Rücksichtslosigkeit bald alles gegen die Wand fahren.

07. | Helmut Erb | 16.11.2012 | 08:07 Uhr
Warum nicht?

Warum kann man Kernkraftwerke nicht durch Wind-, Sonnen- und Agrargasstrom ersetzen?

Weil man sich auf den Wind nicht verlassen kann. In diesen Tagen eines ausgedehnten Hochs schaffen die 23000 Windräder in Deutschland nicht einmal ein Prozent ihrer Nennleistung. Das reicht nicht für die Eigenversorgung, schon gar nicht für den Ersatz anderer Kraftwerke.

Weil man sich auf die Sonne verlassen kann. Sie geht jeden Abend unter. Dann meldet sich eine Nennleistung von inzwischen 31000 Megawatt komplett ab und ersetzt überhaupt nichts.

Weil man für Agrargasanlagen mit der Nennleistung eines Kernkraftwerks die gesamte Ackerfläche des Landes mit Mais bebauen müßte.

Warum waren sich alle einig, daß man die Energiewende nicht zurückdrehen kann?
Weil auf dem Podium die Frösche darüber diskutierten, ob der Sumpf trockengelegt werden soll.

Warum hört man nicht auf, „Mühlen“ zu bauen, obwohl dies offensichtlich sinnlos ist, solange der jederzeitige Abtransport des Stroms nicht gewährleistet ist?

Weil es sich längst nicht mehr um eine Frage der Stromversorgung handelt, sondern um eine religiöse. Der Netzausbau wird erst weit nach 2020 abgeschlossen sein. „Wenn wir heute nicht bauen, können wir die gesamte Energiewende stoppen“. Richtig, Herr Minister. Wer jetzt kein Netz baut, baut sich keines mehr. Deshalb liegt die Lösung auf der Hand. Energiewende stoppen. EEG abschaffen. Sofort.

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