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Flensburger Tageblatt

05. Dezember 2016 | 01:33 Uhr

handewitt : Windräder – Gemeinde will mehr Abstand

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

In einer Resolution fordert die Geest-Gemeinde das Land auf, bei den Vorgaben auf Siedlungen stärker Rücksicht zu nehmen. Vorbereitungen für ein neues Baugebiet laufen auf Hochtouren.

In Kürze geht ein Handewitter Schreiben nach Kiel. Im Umschlag wird ein „Informelles Planungskonzept“ für Windenergie stecken. Zwei Mal hatte der Planungs- und Umweltausschuss an dieser Thematik gebrütet, zu einer Info-Veranstaltung war die Bevölkerung geladen. Auf der Geest klopften die Akteure die Suchräume, die die Landesplanung vorgegeben hatte, mit Ortskenntnis nach Ausschlusskriterien ab. Übrig blieben mehrere Areale mit einer Gesamtfläche von 350 Hektar – also rund 4,5 Prozent der Gemeindefläche. Sie verteilen sich auf einem von Ellund bis Haurupfeld reichenden Gürtel im Westen der Kommune.

Die Handewitter Favoriten werden demnächst von Landesbehörden geprüft. In Kiel wird die endgültige Entscheidung fallen, was als Windkrafteignungsfläche ausgewiesen wird. In der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung kam man überein, den Brief um eine Resolution zu erweitern. Darin werden größere Abstände der Windanlagen zu Siedlungen gefordert und der Wunsch geäußert, die Beleuchtung der Windräder durch ein Transponder-System zu reduzieren.

Ursprünglich sollte sich die Gemeindevertretung nur wegen des Wind-Konzeptes treffen. „Aber auch einige andere Punkte müssen wir zeitnah bearbeiten“, erklärte Bürgervorsteher Bruno Lorenzen. Unter anderem gab die Kommunalpolitik ein „klares Bekenntnis“ für den Schulstandort Jarplund ab – verbunden mit einer neuen pädagogischen Philosophie als Antwort auf den Schülerschwund. Nach den Sommerferien werden an der Jarplunder Grundschule die Jahrgangs-Klassen aufgelöst und altersübergreifende Lerngruppen mit mindestens 19 Schülern eingerichtet.

„Es hört sich nach einem Notkonzept an, doch für die Montessori-Pädagogik gibt es die Referenzschule in Langballig“, erklärte Bürgermeister Thomas Rasmussen. Offenbar herrscht noch Redebedarf in der Elternschaft. Ein 18-seitiger Fragenkatalog entstand, für den 10. Mai wurde eine Info-Veranstaltung angesetzt. „Letztlich werden Kinder und Eltern entscheiden, ob dieser Schulstandort eine lange Zukunft vor sich haben wird“, meinte CDU-Fraktionschef Marx Plagemann.

Auf Hochtouren laufen die Vorbereitungen für das acht Hektar große Neubaugebiet am nordwestlichen Ortsrand von Handewitt. Nachdem die Stadt-Umland-Vereinbarung zum Jahreswechsel weggefallen war, brachte ein gemeinsamer Antrag aller fünf Fraktionen und der Verwaltung den B-Plan 45 „Wohngebiet am Wiesharder Markt“ auf den Weg. „Das ist nur ein Aufstellungsbeschluss, den wir nach Kiel schicken – aber wir sind guter Hoffnung“, sagte Planungsausschuss-Vorsitzende Helga Knaack. Thomas Rasmussen ergänzte: „Damit ist ein erster Stein gesetzt, aber noch liegt viel Arbeit vor uns.“ Er erinnerte an die Ermittlung des tatsächlichen Wohnbedarfs und die soziale Infrastruktur mit Schule und Kindergarten.

Auch für die Handewitter Werkstraße ist das Bauleitverfahren eingeleitet worden. In diesem kleinen Gewerbegebiet grassierte in den letzten Dekaden der „Wildwuchs“, nun sollen die eigentlich nicht zulässigen Wohnungen legalisiert werden. Da die B-Plan-Änderung mit Kosten verknüpft ist, hatte die Gemeinde beschlossen, die betroffenen Bürger zur Kasse zu bitten. Inzwischen haben die Anwohner eine Gesellschaft gegründet, ein städtebaulicher Vertrag ist ausgearbeitet. Der Gemeinderat erteilte mehrheitlich grünes Licht für die „Heilung“. Aus der SSW-Fraktion kamen zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen, da man über einige Äußerungen der Werkstraßen-Bewohner verärgert war.

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erstellt am 22.Apr.2016 | 12:00 Uhr

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