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Flensburger Tageblatt

22. Dezember 2014 | 00:11 Uhr

Windgas - Chance für Flensburg

vom

Energie-Diskussionsabend bei den Stadtwerken mit neuen Erkenntnissen

Flensburg | Können die Stadt Flensburg, ihre Bürger und die Stadtwerke aus dem überschüssigen Windstrom von der Westküste profitieren, der zu Teilen gar nicht in die überlasteten Netze eingespeist werden kann? Das war Thema eines Fachgesprächs, zu dem die Landtagsabgeordnete Simone Lange (SPD) in den Erweiterungsbau der Stadtwerke an der Batteriestraße geladen hatte.

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Im Zentrum der Überlegungen stand dabei ein Vorschlag von Ulrich Jochimsen, Vorstand des Netzwerks Dezentrale Energieversorgung und Vordenker der neuen Flensburger Energiegenossenschaft: Nicht eingespeisten Windstrom von der Nordsee könne man mit der sogenannten Power-to-gas-Technologie (Elektrolyse) zu Windgas machen und ins Flensburger Netz einspeisen. "Für das strukturgeschwächte Flensburg ist Power to Gas die große Chance", zeigte sich Jochimsen vor rund 60 Zuhörern überzeugt: "Das Gasnetz mit seinen immensen Kapazitäten dient als Langzeitspeicher für erneuerbare Energien. Flensburg habe dabei eine besondere Aufgabe in der Energiepolitik zu erfüllen, ist Jochimsen überzeugt: "Denn bei uns kann die dezentrale Onshore-Windenergie besonders umfangreich und günstig produziert werden." Mit einem Investitionsvolumen von zwölf Millionen Euro sei dieses Projekt in der Stadt binnen anderthalb Jahren umzusetzen. Eine neue Industrie auf Gasbasis könne in Flensburg entstehen. Sogar ein großer Teil des Flensburger Pkw-Bestandes sei mit dem gewonnen Wasserstoff zu versorgen. Aber: "Wenn der Widerstand in Flensburg zu groß sein sollte, ist Pattburg eine Alternative."

Auch Stadtwerke-Geschäftsführer Maik Render findet die Technologie interessant. Allein zwei Studienarbeiten liefen zu diesem Thema gemeinsam mit der Uni. Auch er hält eine Nutzung in der Größung einer Sechs-Megawatt-Anlage in zwei Jahren in Flensburg für möglich. Großter Haken an der Sache für ihn: "Es gibt kein Marktmodell für die Finanzierung." Auch günstige Kredite, wie Jochimsen sie von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) angeregt hatte, müssten dennoch bezahlt werden. Wichtig finde er das Signal: "Es gibt Bürger, die sich hier engagieren wollen."

Angesichts von rund 200 Stunden im Jahr negativen Preisen an der Strombörse appellierte Olaf Schulze, Energieexperte der SPD-Landtagsfraktion, stärker in Speichertechnologien zu investieren.

Und nicht nur in Flensburg beschäftigt man sich längst mit Power to Gas. Ein Vertreter von Eon Hanse erklärte aus dem Publikum, das Unternehmen werde die Technologie auch im Kreis Schleswig-Flensburg testen.

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von
erstellt am 13.Okt.2012 | 03:59 Uhr

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