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Flensburger Tageblatt

09. Dezember 2016 | 20:29 Uhr

Musik-Revival an der Förde : Wiederhören mit wilden Kius-Zeiten

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Flensburger Kult-Sänger Hannes Wendt will mit der Schleswiger Band „Murphys Law“ die Vergangenheit wieder aufleben lassen

Sie war Kult und ist heute Legende: Die „Fuckin’ Kius Band“, die vor allem in den 80er Jahren die Bühnen der Region unsicher machte. Deftiger, gitarrenlastiger Rock und ein Duo aus zwei Sängern, die gegensätzlicher kaum sein konnten: Hannes Wendt und Kulle Westphal. Letzterer weilt seit einigen Jahren nicht mehr unter den Lebenden, ein Revival der Originalband ist damit nicht mehr möglich. Aber ein Wiederhören mit einigen der Songs von damals, das wird es demnächst geben.

Hannes Wendt hatte sich vor 25 Jahren von der Band und vom wilden Leben eines Land-Rock’n’Rollers verabschiedet – wohl auch aus Sorge um seine Gesundheit. Szene-Kenner wissen jedoch, dass der heute als Clown aktive Musiker nie wirklich die Finger vom Mikro lassen konnte. Und so gründete er zusammen mit Gleichgesinnten die „Rohling Schdons“, die es aber mittlerweile auch nicht mehr gibt.

Jetzt hat Wendt sich mit der Schleswiger Band „Murphys Law“ zusammen getan, um alte Zeiten musikalisch wieder aufleben zu lassen. Über den in Flensburg lebenden Basser Arne Maltzan lernte Wendt die Band kennen; deren Mitglieder wiederum haben als junge Kerle damals die Kius-Band auf dem Jübek-Festival und anderswo live erlebt. Schnell war die Idee einer Zusammenarbeit geboren; es galt, den musikalischen Werdegang des Sängers in einen Live-Abend zu gießen.

Es wird also kein Kius-Revival, sondern eine gut abgemischte Serie von Songs, die in Wendts Laufbahn wichtig waren und ihn geprägt haben – vier Kius-Nummern, einige Stücke der „Schdons“, dazu ein paar weitere handverlesene Rocksongs wie David Bowies „Heroes“ mit deutschem Textteil, aber auch „Sexy Thing“ von Hot Chocolate. Komplettiert wird das Set von ein paar Stücken der Band mit Leadsänger Oliver Meurer, der zudem Wendts Partner bei den Liedern der Kius-Band sein wird, und der neuen Sängerin Julia Böttcher. Die berühmt-berüchtigten Verkleidungsorgien, die das Salz in der Rocksuppe der gefeierten Auftritte der „Fuckin’ Kius Band“ waren, wird es allerdings nicht geben. Aber die alten Zeiten wieder aufleben lassen? „Es gab Phasen, da hätte ich das nicht gekonnt“, reflektiert Hannes Wendt, „aber inzwischen habe ich Abstand gewonnen zu den Zeiten von damals. Im Moment habe ich richtig Bock drauf.“

Im Schleswiger Probenraum wird schnell deutlich, dass die Chemie zwischen Band und Sänger stimmt. Niemand nimmt hier dem anderen die Butter vom Brot, die Band groovt mit viel Routine und Gefühl für den Sound, Wendt singt und swingt als hätte er nie etwas anderes getan. Am 17. Dezember hoffen sie auf ein volles Haus im Roxy Concerts; Wendt möchte damit auch an die Tradition vor- oder nachweihnachtlicher Konzerte im Roxy Concerts anknüpfen. Im Vorprogramm ist die Tageblatt-Coverband „Engines“ zu hören.

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erstellt am 23.Nov.2016 | 08:38 Uhr

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