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Flensburger Tageblatt

03. Dezember 2016 | 20:52 Uhr

Schiffbau in Flensburg : Wie sich die FSG-Werft gesund schrumpfen will

vom

Arbeitsplatzabbau und Sparprogramm sind nun beschlossen - und auch die Finanzierung für fünf neue Schiffe ist greifbar.

Flensburg | Arbeitnehmer und Betriebsleitung der angeschlagenen Flensburger Schiffbaugesellschaft (FSG) haben sich auf einen weitreichenden Sanierungsplan geeinigt. Ferner habe die FSG mit dem norwegischen Gesellschafter Siem Industries, Banken und Kreditversicherern Verträge über die Finanzierung von fünf neuen Schiffen abgeschlossen, teilten Werft, Betriebsrat und die IG Metall am Freitag in einer gemeinsamen Erklärung mit.

Die Landesregierung signalisierte, die FSG bei der Finanzierung der Neubauaufträge unterstützen zu wollen. Eine endgültige Entscheidung steht aber noch aus.

Nach dem Sanierungskonzept von Ende September sollen unter anderem 98 der 760 Arbeitsplätze abgebaut werden. Zusätzlich würden Abfindungen gezahlt. Die verbleibenden Beschäftigten bekommen weniger Geld. Mit dem Plan zur Rettung der Werft sollten rund sieben Millionen Euro gespart werden. Die Gewerkschaft berichtete damals von geplanten Lohnkürzungen von 5,5 Prozent.

Mit den Einschnitten solle die Wettbewerbsfähigkeit wiederhergestellt werden, hieß es in der aktuellen Erklärung. Ziel sei es, pro Jahr um acht Prozent zu wachsen. Mit einer Transfergesellschaft sollen die Perspektiven der Entlassenen verbessert werden. Mit einem neuen Überstundensystem will die Werft künftig flexibler auf Auftragsschwankungen reagieren können, für drei Jahre gilt ein Sanierungstarif. Die Belegschaft stimmte den Plänen bereits im September zu. „Die eine Hälfte tragen die, die gehen müssen, die andere Hälfte die, die bleiben“, hatte FSG-Geschäftsführer Rüdiger Fuchs damals gesagt.

Die Tarifparteien zeigten sich optimistisch, mit dem Sanierungsplan eine Insolvenz der Werft abwenden zu können. Über die Bürgschaften für die vier Neubauaufträge für Roll-on-Roll-off-Schiffe für Autos sowie für eine Fähre will die Landesregierung entscheiden, sobald ihr alle Unterlagen vorliegen. Der norwegische Schifffahrts- und Offshorekonzern Siem hatte die FSG 2014 von einem Münchner Investor übernommen. Die FSG fertigt vor allem Spezialschiffe für die Offshore-Industrie oder für den Transport von Autos.

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erstellt am 04.Nov.2016 | 17:11 Uhr

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