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Flensburger Tageblatt

24. Oktober 2014 | 22:32 Uhr

Baupläne : Wer zahlt für den Schimmelpalast?

vom

Die alte Luftwerft von Fahrensodde in Flensburg dürfte eine sichere Zukunft haben. Doch bezüglich einer Erblast der Stadt besteht noch Gesprächsbedarf.

Flensburg | Die alte Luftwerft von Fahrensodde dürfte eine sichere Zukunft haben. "Wir haben uns das Gebäude genau angesehen und haben jetzt eine Vorstellung, was wir für die Sanierung in die Hand nehmen müssen", sagt Mathias Hartmann. Der Geschäftsführer des IT-Unternehmens Dantronik plant mit den auf dem Grundstück Fahrensodde 20 siedelnden Betrieben und der IG Fahrensodde die künftige Gestaltung des lange Zeit heiß umkämpften Sahnegrundstücks an der Innenförde. Und dem kaiserlichen Gebäude von 1905 kommt darin eine zentrale Rolle zu.
Damit dürften sich die Pläne der IG Fahrensodde realisieren lassen, die zeitweilig gegen Verwaltung und Teile der Politik eine behutsame Entwicklung des Geländes unter Beibehaltung des status quo statt Luxus-Wohnbebauung verfolgt hatte. Anfang Dezember hatte der Planungsausschuss die Marschrichtung vorgegeben, für die dort siedelnden Betriebe und Vereine möglichst im Gebäude der alten Luftwerft eine Planung zu erstellen. Die Entwicklungsziele Wohnen bzw. Ferienwohnen waren endgültig vom Tisch. Hartmann, der angeboten hatte, mit dem Unternehmen Dantronik als Investor ins Risiko zu gehen, bekam drei Jahre Zeit, eine neue Planung zu erarbeiten.
Reihe von Lösungsansätzen
Die Arbeit ist schon jetzt so gut wie erledigt. "Ich denke im September, spätestens Oktober, werden wir unseren Vorschlag zur Diskussion stellen", kündigte Hartmann an. Trotz erheblicher Kosten plant er mit der alten Werfthalle, die nach den ursprünglichen Vorgaben die gewerblichen Nutzer, die Uni, die DLRG und einen Tauchclub aufnehmen soll. Er rechnet für die Sanierung mit Kosten von rund 1,5 Millionen Euro für Dachsanierung, Elektroanlage und Wärmedämmung. Rechnen muss er auch im Hinblick auf die nicht gewerblichen Mieter. Die sollen, das ist städtische Vorgabe, im neuen Fahrensodde zu den alten Mietpreisen unterkommen. "Die Frage ist, wie bekommen wir das hin, dass die keine modernisierte Miete zahlen?"
Hartmann bewegt da momentan eine Reihe von Lösungsansätzen. Die gewerblichen Mieter, auf die künftig höhere Kosten zukommen, könnten die gemeinnützigen und ehrenamtlichen Nachbarn weiter über die Miete subventionieren - das ist der eine Ansatz. "Man könnte auch überlegen, ob diese Nutzer nicht im U-Gebäude ein Zuhause finden", überlegt Hartmann. Das Haus direkt am Wasser ist wegen der gesperrten Luftwerft momentan Notquartier für alle. Auch dort gibt es Sanierungsbedarf. Aber, sagt Hartmann, wegen der geringeren Anforderungen der Nutzer würden sich die Kosten der Herrichtung in einem vertretbaren Rahmen bewegen. "Das ist sicher eine Option, die wir mit zur Diskussion stellen werden." Ursprünglich sollte dieses Gebäude abgerissen werden, um Platz für öffentliche Nutzung zu schaffen.
"Das Gebäude ist völlig verpilzt"
Ein sicherer Abrisskandidat ist die Baracke gegenüber. Über die wird noch zu reden sein, sagt Hartmann, denn sie ist eine Erblast der Stadt. Die Baracke wurde noch zu Dasa-Zeiten als Altbau von der Ulmer Firmenzentrale an die Förde gebracht, hat er beim Aktenstudium herausgefunden. "Das Gebäude hatte eine projektbezogene Befristung - nämlich fünf Jahre", so Hartmann. "Als die Dasa Flensburg verließ, hat leider jemand vergessen, der Dasa zu sagen, dass sie ihren Altbau mitnehmen muss."
Und das stinkt jetzt. Buchstäblich. "Das Gebäude ist völlig verpilzt. Während der feucht-heißen Tage war es kaum auszuhalten." Hartmann mag nicht so recht einsehen, dass die teuren Entsorgungskosten eines städtischen Fehlers den Finanzierungsplan der Fahrensodde-Betriebe zusätzlich belasten. Auch darüber wird also zu reden sein.
Wenn nicht - erneut - zu viel geredet wird, könnte es danach sehr schnell gehen. "Wenn die Planung beschlossen ist, müssen wir uns noch über die Einzelheiten des Pachtvertrages einigen", sagt Mathias Hartmann. "Wenn auch da Einvernehmen erzielt wird, kann es ganz schnell gehen."

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erstellt am 04.Aug.2012 | 01:50 Uhr

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