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Flensburger Tageblatt

06. Dezember 2016 | 09:17 Uhr

SPD-Initiative : Wer rettet die städtischen Parks?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wildwuchs im Volkspark, Twedter Mark und am Museumsberg

Wird das die Rettung für die verwilderten ehemaligen Stadtparks? Die SPD-Ratsfraktion ist auf der Suche nach Verbündeten, die drei schwer angeschlagenen Patienten am West- und Ostufer wieder eine Perspektive geben wollen. Der Planungsausschuss soll in seiner nächsten Sitzung am kommenden Dienstag einen entsprechenden Beschluss fassen. Für Museumsberg, Volkspark und Twedter Mark könnte das die Rettung sein. Denn: Geht alles weiter wie bisher, sind die einstmalis grünen Oasen nahe der Wohnviertel nur noch Wildwuchs – und irgendwann Wald.

Die SPD hat mit ihrem Antrag auf Kritik aus der Bevölkerung und ehrenamtlicher Lobbyisten reagiert. Im Sommer hatte die Mürwikerin Ulla Pantel am Beispiel der Twedter Mark auf das stille Sterben der Flensburger Parks aufmerksam gemacht und auch beim Verschönerungsverein und dem Naturschutzbeirat Resonanz erzeugt (wir berichteten). Jürgen-Uwe Maßheimer, Naturschutzbeauftragter der Stadt, warnte damals im August, für große Teile der Parkflächen sei es fünf vor zwölf. Die Parkflächen seien teilweise in der zweitniedrigsten Pflegestufe 3, die gleichbedeutend ist mit Substanzverzehr. Die Wiederherstellung der Parks in ihrem ursprünglichen Sinne werde immer aufwendiger. Friedrich Schreiber, Vorsitzender des Verschönerungsvereins, forderte eine politisch-bürgerliche Initiative zur Rettung der für die Naherholung und auch für Touristen bedeutsamen Parkflächen.

Die scheint nunmehr anzulaufen. Helmut Trost möchte für die Initiative am liebsten noch vor der Sitzung im Planungsausschuss eine interfraktionelle Basis finden. Der Antrag am Dienstag hat vor diesem Hintergrund auch eher die Funktion einer Notbremse. „Wir wollen die Areale zunächst einmal sichern. Das TBZ soll uns dann eine Kostenschätzung für Sofortmaßnahmen erarbeiten, im nächsten Schritt ist ein Pflegekonzept sinnvoll“, so Trost. Der aktuell schlechte, teils verwahrloste Zustand sei im Blick auf den Naherholungswert und auch auf die Qualität dieser Areale als Visitenkarte der Stadt nicht länger akzeptabel.

So deutet sich eine Diskussion über das aktuelle Pflegekonzept an, das dem Technischen Betriebszentrum enge Grenzen auferlegt. Knapp zwei Millionen Euro stehen dem TBZ für die Grünflächenpflege in der Stadt zur Verfügung. Um mit diesem Betrag über die Runden zu kommen, gibt es für die Flächen ein vierstufiges Raster, dessen unterste Stufe Wildwuchs und höchste Qualität „Normal“ heißen. Die Parks befinden sich in Pflegestufe 3 und bewegen sich mit wachsender Geschwindigkeit auf den für diese Pflegestufe definierten Zustand hin: minimale gärtnerische Pflege für Flächen ohne „Repräsentationswert“ und nur „geringen Ansprüchen an die Sauberkeit“.

Friedrich Schreiber ist über diese politische Initiative hoch beglückt. „Wenn es so kommt, wäre das ein Glücksfall“, sagt der Vorsitzende des Verschönerungsvereins. Eine breite überparteiliche Initiative wäre für ihn das Optimum. „Wir würden ein solches Projekt im Rahmen unserer Möglichkeiten auf jeden Fall unterstützen - wenn es gewünscht wird.“ Als Zeichen des guten Willens verweist Schreiber auf die kleine Aussichtsplattform im Volkspark, die auf Rechnung des Verschönerungsvereins gerade im Volkspark entsteht. „Mit dem Pilotprojekt sind der Verschönerungsverein und die Flensburger Stiftung für Stadtbild und Landschaft quasi in Vorleistung gegangen“, sagt Schreiber. Jetzt müssten nur noch weitere Förderer und die Kommunalpolitik gewonnen werden, weitere Vorhaben für den Park zu unterstützen oder in ähnlicher Weise tätig zu werden.

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erstellt am 24.Nov.2016 | 07:04 Uhr

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