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Flensburger Tageblatt

11. Dezember 2016 | 05:14 Uhr

Ausstellung in Flensburg : Wellenberge aus Öl

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mit den Bildern von Monika Taffet betritt Thomas Messerschmidt Neuland

Der unvoreingenommene Betrachter muss erstmal schlucken, wenn der erste Blick auf die Bilder fällt. Es sind wahre Ölberge, die die Künstlerin Monika Taffet auf die Leinwände getürmt hat. Da quellen dem Besucher Massen von Algenschaum entgegen, die Bäume wachsen aus dem Bild heraus in den Raum hinein, die Wellen scheinen gleich über den Rahmen zu schwappen. „Pastose Malerei“ sei das, erklärt Thomas Messerschmidt, der 25 Bilder der aus Rumänien stammenden und bei Potsdam lebenden Künstlerin noch bis zum 5. November zeigt.

Die Bilder müssen waagrecht liegen, wenn die Künstlerin die Ölfarben auf der Leinwand verteilt; ansonsten würden sie herunterlaufen. Einen Pinsel braucht sie selten, ihr wesentliches Arbeitsgerät ist der Spachtel – vom breiten aus dem Baumarkt bin hin zum sehr feinen für die Nuancen. Und auf die kommt es an: Kleinste Vertiefungen und Verästelungen werden von Taffet in die Ölflächen herein- und aus ihnen herausgearbeitet.

Ihre ästhetische Wirkung entfalten die Bilder erst aus einigen Metern Entfernung; dann wird aus den blauen und weißen Ölmassen plötzlich ein Stück aufgewühltes Meer, und die braungelbe Fläche aus Öl sieht dann wirklich aus wie herbstlich gefärbtes Laub – passend zur Jahreszeit.

Ist das noch Malerei oder schon Plastik? Diese Frage stellt sich bei den beiden anderen Künstlerinnen der aktuellen Ausstellung bei Messerschmidt nicht. Auf den ersten Blick scheinen die Bronze-Skulpturen auf dem Grafikschrank und dem Regal aus einer Künstlerhand zu stammen. Tatsächlich gibt es Unterschiede: die größeren stammen von Else Giesberg, die kleineren von ihrer Tochter Petra. Die hat nach dem Tod ihrer Mutter 2008 deren Werk quasi fortgesetzt. Mit ihren realistischen Darstellungen menschlicher Befindlichkeiten und Gemütszustände – „Entschlossen“, „Eins-Werden“, „Verträumt“, „Aufmerksam“ – erinnern sie bisweilen an Käthe Kollwitz und Ernst Barlach.

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erstellt am 22.Okt.2016 | 17:24 Uhr

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