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Flensburger Bürgerwette : Welche Summe knackt den Schornstein?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Vier Wochen bleiben, um den 143,06 Meter hohen Stadtwerke-Schlot aus 1-Euro-Münzen zu bauen

Ab heute gilt die Wette, von deren Ergebnis in Not geratene Flensburger profitieren sollen: Der Bürgerfonds „Flensburg hilft“ wettet, dass Flensburg es schafft, im März aus Spenden mit Ein-Euro-Münzen einen so hohen Turm zubauen wie der Schornstein der Stadtwerke. Die Unterstützung ist ganz breit – vom Schülerrat bis zum Arbeitgeberverband, von der Kirche bis Santiano, vom Jobcenter zum Spitzensport.

Die spannende Frage: Wieviel Euro müssen Initiatoren und Unterstützer des Bürgerfonds genau einsammeln, damit der Münzen-Stapel die 143,06 Meter hohe Schornsteinspitze des Stadtwerke-Kraftwerks am Strandweg erreicht? Das ist die erste Aufgabe, die das vierwöchige Wettfieber flankiert – und die bis Mittwoch (Einsendeschluss) beantwortet werden kann; per E-Mail an wettbewerb@phaenomenta.com oder per Post an die Phänomenta, Norderstraße 157, 24939 Flensburg. Für Schulklassen gibt es eine Zusatzaufgabe: Wie schwer wäre ein solcher Turm? Unter den Preisen, die unter den Rechenfüchsen am Ende der Aktion verlost werden, sind ein Rundflug ab Schäferhaus, ein Fahrt im Heißluftballon sowie ein Klassensatz Eintrittskarten für die Phänomenta.

Schafft Flensburg das? Das fragt sich Diakoniepastor Thomas Nolte vom Bürgerfonds: „Wenn ich beim Anblick der enormen Höhe des Stadtwerke-Schornsteins eine Ein-Euro-Münze betrachte und sehe, wie flach doch solch eine Münze ist, werde ich skeptisch, ob die neue Bürgerwette gelingen kann“, sagt er. Von der ersten Bürgerwette 2014 weiß er aber auch, dass die Flensburger Solidarität zeigen – und Schulterschluss mit Menschen, denen es nicht gut geht.

Damals wettete der Bürgerfonds, mit vielen kleinen Initiativen und Aktionen mehr Geld in Euro zu sammeln als die Stadt Einwohner hat. Am Ende standen 90  877 Euro unterm Strich. Oberbürgermeisterin Simone Lange glaubt, dass dies 2017 noch einmal möglich sein könnte. „Ich hoffe, dass wir auf 94  200 Euro kommen“, erklärte sie mit Blick auf Flensburgs aktuelle Einwohnerzahl.

Die Aktion zugunsten des Bürgerfonds „Flensburg hilft“ von Diakonischem Werk, Stadt und Tageblatt ist notwendig, da der Fonds mit der unbürokratischen Hilfe in der Not selbst bald Not leiden könnte. Zahllose Flensburger haben bereits durch Einmalhilfen bis 300 Euro profitiert – immer, wenn keine Versicherung oder staatliche Stelle sich mehr zuständig fühlte: eine Jugendliche, die den Schulabschluss nachholen wollte, aber keine Monatskarte für den Bus bezahlen konnte, eine Rentnerin, die sich kein Hörgerät mehr leisten konnte, die teure Fahrt eines Mädchens in die Spezialklinik nach Hamburg, die niemand außer dem Bürgerfonds übernehmen wollte, oder schlicht Winterbekleidung für die Kinder – viele machen sich keine Vorstellung, woran Menschen verzweifeln.

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erstellt am 05.Mär.2017 | 08:01 Uhr

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