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Flensburger Tageblatt

21. Dezember 2014 | 12:18 Uhr

Weihnachtspyramiden made in Tarp

vom

Pensionär und Hobby-Holzbauer Wolfgang Richter hat seit Mitte der 90er Jahre über 40 Holzpyramiden nach Erzgebirge-Art erschaffen

Tarp | Für Wolfgang Richter ist es jedes Mal ein wunderbarer Moment, wenn er mit einem Streichholz eine Kerze entzündet und damit eine der hölzernen Weihnachtspyramiden in Gang bringt. Wenn sich dann die Flügel langsam beginnen zu drehen und Leben in die aufwändige Schnitzarbeit kommt, dann ist er - zu Recht - stolz. Denn Wolfgang Richter ist Pyramidenbauer.

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Allerdings entstehen seine Werke nicht im Erzgebirge, wo die Pyramiden ursprünglich herkommen, sondern im Stapelholmer Weg in Tarp. Hier ist der geschickte Handwerker zu Hause. Jedoch hat er zurzeit eine Schaffenspause einlegt: "Ich träumte zuletzt von sich drehenden, oder als Albtraum sogar von sich nicht drehenden Pyramiden", sagt er mit Blick auf zahlreiche abgearbeitete Auftragsarbeiten. "Aber wenn jetzt noch eine konkrete Anfrage kommt, dann gehe ich in meine Werkstatt und baue weitere."

Wolfgang Richter ist ehemaliger Beamter der Bundeswehrverwaltung. Der mittlerweile 72-Jährige kommt aus Bochum, war dann Zeitsoldat zuerst bei der Luftwaffe in Erding. Mit der Verlegung des Geschwaders vom bayrischen Standort nach Tarp/Eggebek verschlug es ihn in den Norden. Hier lernte er auch seine Frau Carla kennen, die ebenfalls in der Bundeswehrverwaltung arbeitete. Bis zur Pensionierung 1996 war Richter beim Marinefliegergeschwader 2 in Tarp eingesetzt.

Über seinen Kollegen Otto Thies, ein passionierter Holzbauer, lernte Richter schließlich Pyramiden der Erzgebirgsart kennen. "Was Otto kann, das kann ich auch", lautete schließlich sein Vorsatz für die Zeit nach der aktiven Dienstzeit. Allerdings sollten es keine Kopien und keine Konkurrenz sein, sondern eigene Kreationen. Von einem Anbieter aus Berlin bestellte er also Baupläne und Zubehörteile wie Kerzenhalter oder Silberstahlstangen für die Köpfe. Achsen drehte ihm Otto Thies auf seiner Drehbank. Die benötigten Pappelsperrholzplatten kauft er im Baumarkt. Und dann ging es endlich los.

In seiner Garage richteten sich Wolfgang Richter eine kleine Werkstatt ein. Mit einer feinen elektrisch angetriebenen Säge brachte er dort mit viel Aufwand die Seitenteile in Form, baute kleine Deko-Artikel wie Engel, Tiere oder Hirten. "Diese Sägearbeit ist ganz schön fieselig", sagt der ehemalige Ruhrpöttler, ein Reh mit zu dünnen Beinen knickt schnell ab, dann muss alles neu gemacht werden. Nicht weniger fieselig sei auch das anschließende Zusammenbauen der Seitenteile und das Einsetzten der Antriebsstange.

Nach und nach entstanden immer mehr Pyramiden made in Tarp. Lagerprobleme für die bis zu einen Meter hohen Holzbauten gab es allerdings nicht, denn die einzelnen Etagen sind abnehmbar. Insgesamt hat Wolfgang Richter bis heute 42 Pyramiden gebaut. Diese wurden im Bekanntenkreis und - durch Mund zu Mund Propaganda - bis nach Dänemark verkauft. Zwischen 40 und 50 Stunden Arbeitszeit, dazu die Materielkosten: Da ist am Ende der Erlös von etwa 150 Euro schwer verdientes Geld. "Allein der Klarlack ist seit 1996 von 5,90 DM auf mehr als neun Euro gestiegen", rechnet er vor. Parallel dazu hat auch der Hobby-Pyramiden-Bauer erkannt, dass "die Groschen bei den Leuten nicht mehr so locker sitzen wie früher". So hat er sich das Stehen und Anbieten auf Weihnachtsmärkten inzwischen abgewöhnt.

Die meisten Pyramiden aus dem Hause Richter sind, ganz klassisch, mit Motiven aus dem Erzgebirge bestückt und verziert. Eine ist jedoch ein echtes Unikat. Bei dieser hat er Kamele, Palmen, die Heiligen drei Könige, Wüstensand und Baldachine auf einer Höhe von 101 Zentimetern gebaut. Wer Interesse an einer Tarper Weihnachtspyramide hat, kann sich bei Richter unter Telefon 0 46 38 / 74 62 melden.

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erstellt am 18.Dez.2012 | 05:55 Uhr

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