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Flensburger Tageblatt

08. Dezember 2016 | 23:14 Uhr

Wohnungsbau in Flensburg : Weiche wächst weiter – jetzt im Osten

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Südlich der Friedenskirche schafft die Stadt Baurecht für vorerst 200 Wohnungen / Stromleitungen verhindern weitere Bebauung

Es könnte irgendwann das größte Baugebiet Flensburgs werden. Bis zu 1200 Wohneinheiten sieht der SSW im Bereich um die Friedenskirche im Süden Flensburgs, am Rande des Stadtteils Weiche, gen Himmel wachsen. Ob es wirklich so viele werden, steht in den Sternen. Sicher indes scheint, dass hier in den kommenden Jahren tatsächlich ein neues Viertel entstehen wird, wohl mit mindestens 200 Wohneinheiten. Der Umwelt- und Planungsausschuss hat mit großer Mehrheit beschlossen, hier einen Bebauungsplan aufzustellen.

Das wurde auch Zeit. Seit 36 Jahren ist hier ein Baugebiet im Gespräch. Davon zeugt die Einzellage der Friedenskirche, die in der Erwartung gebaut wurde, dass sie bald mitten in einem Wohngebiet liegen würde. Daraus wurde nichts – aus ganz unterschiedlichen Gründen. „Jetzt wollen wir endlich die Kirche zurück ins Dorf holen“, sagte Planungschef Peter Schroeders. Oder eben mit gehöriger Verspätung ein großes Dorf rund um die Kirche bauen. Der Eigentümer, der die Bauflächen offenbar erst kürzlich erworben hat, scharre schon mit der Hufe und möchte möglichst bald mit dem Bagger anrücken.

Was hier gebaut wird, steht noch nicht fest. Die Zeiten großflächiger Einfamilienhausgebiete sind in Flensburg jedoch vorbei. „Weiche braucht Geschosswohnungsbau“, sagt Barbara Kaun (SPD), die ganz in der Nähe wohnt. Viele Ältere wollten ihre Häuser verkaufen und sich verkleinern, aber im Stadtteil bleiben, so Kaun. „Angestrebt wird kostengünstiger Wohnraum“, heißt es in der Beschlussvorlage.

Der große Wurf, der dem SSW vorschwebt, ließe sich ohnehin nur mit mehrstöckiger Bebauung realisieren. Zudem möchten die Vertreter der dänischen Minderheit nicht nur die Fläche südlich der Friedenskirche, sondern weitere nördlich davon, an der Husumer Straße und in Kooperation mit der Gemeinde Handewitt auch südlich der Stadtgrenze bebauen.

Und sie wollen die Hochspannungsleitungen, die das Gebiet des Bebauungsplans überqueren, eingraben. Sie verhindern derzeit die Bebauung des östlichen Teils des ausgewiesenen Areals. Doch Chefplaner Schroeders wirbt dringend dafür, nicht darauf zu warten. „Es dauert fünf Jahre, bis die Leitungen weg sind.“ Die Kosten schätzt er grob auf drei bis fünf Millionen Euro. Stattdessen schlägt er eine „Entwicklung mit zwei Geschwindigkeiten“ vor: erstmal das bauen, was man schnell umsetzen kann, dann sehen, was noch möglich ist.

SSW-Mann Glenn Dierking setzt auf die Hilfe der Landesplanung bei einem Bauprojekt dieser Größenordnung mit Beteiligung zweier Gemeinden. „Seit 1980 wird über diese Fläche diskutiert“, mahnt er. CDU-Vertreter Arne Rüstemeier regt an, auch über Einzelhandel im Bereich des neues Quartiers nachzudenken. Grundsätzliche Bedenken äußert Grünen-Ratsherr Stefan Thomsen, der vor Beschlüssen jeder Art zunächst gern den Naturschutzbeauftragten Jürgen-Uwe Maßheimer hören möchte, da die betroffene Fläche womöglich große Bedeutung haben könnte. Damit konnte er sich jedoch nicht durchsetzen.

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erstellt am 01.Dez.2016 | 11:57 Uhr

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