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Flensburger Tageblatt

02. Dezember 2016 | 21:09 Uhr

Kinderbetreuung : Wartelisten: Kitas in Harrislee am Anschlag

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Gemeinde rät Eltern zu frühzeitiger Kontaktaufnahme / Ab 2018 kommt eine neue Kindertagesstätte hinzu

„Wir raten Eltern, sich möglichst früh über eine außerfamiliäre Betreuung ihrer Kinder Gedanken zu machen“, sagt Yvonne Bubolz: „Wir sind in all unseren Kitas kapazitätsmäßig ausgelastet. Es gibt Wartelisten“.

Gemeinsam mit Juliane Roggatz ist sie im Harrisleer Bürgerhaus unter anderem zuständig für Schule, Kinder, Jugend. Kurz nachdem das Einwohnermeldeamt von der Ankunft oder dem Zuzug eines kleinen Harrisleers berichtet, nimmt Roggatz Kontakt zu den Eltern auf. Es gibt einen gemeindlichen Bedarfsermittlungsbogen, der auf der Gemeindehomepage heruntergeladen werden kann, auch in den Wunsch-Kitas ausliegt, von dort ans Bürgerhaus geht. Zwei Mal jährlich konferieren die Kita-Träger sowie -Leiter und die Verwaltung über die Bedarfsplanung. Ganz konkret werde jeder Einzelfall besprochen, so weit es geht, der Elternwunsch erfüllt. Die Gesamtübersicht lässt planen, gibt Aufschluss, wo Plätze frei sind, wo es Doppelanmeldungen, Wartelisten gibt, wann Wechseltermine von der Krippe zur Kita anstehen, wo Platz für Flüchtlingskinder ist. Roggatz hat eine stets aktuelle Liste aller potenziellen Kita-Kinder; „sie kennt jedes Kind in der Gemeinde mit Namen“, verrät ihre Kollegin lächelnd.

12 kleine Flüchtlinge über drei Jahren aus Afghanistan, Syrien, dem Irak leben derzeit in Harrislee, zehn besuchen einen Kindergarten. Ehrenamtliche sorgen für die Kinderbetreuung der Kleinsten während des Deutschunterrichts der Eltern.

240 Kindergarten-Plätze für über Dreijährige, 60 Krippenplätze für die Kleinsten von ein bis drei Jahren bietet Harrislee jungen Familien. Hinzu kommen 115 Plätze für über Dreijährige, 20 Krippenplätze für unter Dreijährige in den dänischen Einrichtungen.

In der Regel besuchen 20 Kinder eine Kita-Gruppe. Betreut wird in den ADS-Kindergärten am Hechtenteich (vier Gruppen), Süderstraße (drei Gruppen), Osterlükken (eine Gruppe), im evangelisch-lutherischen Kindergarten in der Süderstraße (vier Gruppen, eine Krippengruppe für zehn Kleine), in den dänischen Börnehave in der Süderstraße (drei Gruppen), der Thomasstraße (eine Gruppe mit 15, zwei altersgemischte Gruppen mit zehn Kindern unter, 20 Kindern über drei Jahren), in Kupfermühle (eine Gruppe, eine Krippengruppe mit zehn Kindern) sowie im Krippenhaus am Himmernbogen (fünf Gruppen à zehn Kinder). Der Bauantrag für ein dänisches Krippenhaus im Baugebiet „An der dänischen Kirche“ ist gestellt. Die Fertigstellung ist bis Ende 2017 geplant. 50 Plätze in drei altersgemischten sowie zwei Krippengruppen soll die neue Kita anbieten. In der Folge sollen in der Thomasstraße die Öffnungszeiten verlängert, dort nur noch Kinder über drei Jahren betreut werden; dortige Krippenkinder ziehen ins neue Haus, das Kleinkind-gerechter gestaltet sein wird.

Rund 35 vom Kreis zugelassene Tagespflegestellen ergänzen das Betreuungsangebot. Sie seien individueller und flexibler als Kitas, dafür aber auch deutlich teurer, erläutert Bubolz. Angesichts der begrenzten Kapazitäten und damit sie nicht nur besser Verdienenden zugute kommen, bezuschusst die Gemeinde Harrislee diese Tagespflegestellen. „Das ist nicht selbstverständlich. Nur rund zehn Gemeinden tun dies im Kreis“, betont Bubolz. Dafür hat die Gemeinde eine eigene Richtlinie ausgearbeitet. Sie ist unter www.harrislee.de nachzulesen; „aber wir informieren auch gerne persönlich“, heißt es im Bürgerhaus.

Für die Schulkinder schließt sich in den ersten vier Klassen die landesweit verpflichtende verlässliche Grundschule an. Das bedeutet: Je nach Klassenstufe gibt es für Unterricht und Betreuung einen verlässlichen Zeitrahmen. Wollen Eltern ihre Kinder darüber hinaus betreut wissen, können sie ihre Kinder im Haus der Kinder und der Jugend neben der Zentralschule für die betreute Grundschule beziehungsweise ab der dritten Klasse für das offene Ganztagsangebot anmelden. Gegen Gebühren kann dies Zeiten vor und nach dem Unterricht, Hausaufgabenbetreuung sowie ein Mittagessen in der Mensa bedeuten. Im Rahmen des Ganztagsangebots gibt es Nachmittagskurse von Reiten bis Backen, vom Geige Spielen bis Nachhilfe. Auch die dänischen Schulen und das Fritidshjem bieten Betreuungsangebote, Kurse und Mittagessen an.


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erstellt am 06.Jul.2016 | 07:30 Uhr

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