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Gelting : Vor 70 Jahren hat es „Klick“ gemacht

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Bei einem Tanzfest in der ehemaligen Gastwirtschaft von Lehbek haben sich Helga und Heinz Jonas kennengelernt.

Gelting | „Es ist eine Gnade, so alt zu werden und so lange zusammen sein zu können“, sind sich die 88-jährige Helga Jonas und ihr drei Jahre älterer Ehemann Heinz aus Gelting einig. Die beiden sind seit 70 Jahren verheiratet und feiern heute das Fest der Gnadenhochzeit. Wichtig sei es, miteinander glücklich zu sein. Sie sind froh, dass ihre vier Söhne mit ihren Familien – dazu gehören drei Enkel und vier Urenkel – „immer für uns da sind“. Ihren Alltag jedoch bewältigen sie aus eigener Kraft.

Gerne erinnern sie sich an den 18. Juli 1947, als sie sich das Jawort gaben – in geliehenem Brautkleid und Anzug. Das Hochzeitsessen hatten sie sich „zusammen gehamstert“. Die Zeiten seien damals schließlich nicht einfach gewesen. Kennen gelernt haben sich die Jubilare bei einer Veranstaltung in der einstigen Gastwirtschaft von Lehbek, wo die „Schwarzen Panther“ zum Tanz aufspielten. Es war Liebe auf den ersten Blick.

Heinz Jonas, 1925 in Nieby geboren, wuchs mit vier Geschwistern in Haarmark bei Rabel auf. 1941 begann er in Stoltebüll mit einer Schneiderlehre. 1943 wurde er einberufen, war Soldat in Frankreich und Ungarn, kehrte 1945 aus englischer Kriegsgefangenschaft zurück und arbeitete zunächst als Schneider in Gelting. Ehefrau Helga, 1929 auf dem Rittergut Rambsen bei Königsberg (Ostpreußen) geboren, begann 1944 mit einer Lehre in einem Textilgeschäft. 1945 begann die Flucht gen Westen – über Danzig, durch Pommern und Mecklenburg bis nach Flensburg. Von dort kam sie nach Gelting. Nachdem es 1946 zwischen ihr und Heinz Jonas „Klick“ gemacht hatte, meisterten sie das gemeinsame Leben, schufen sich 1967 ein eigenes Heim.

Heinz Jonas arbeitete in Kappeln als Änderungsschneider. Danach war er Wachmann bei der Marine in Olpenitz. Ehefrau Helga war auf einem Bauernhof tätig, dann als Verkäuferin in einer Bäckerei. Weil die wachsende Familie und der eigenen Haushalt viel Zeit in Anspruch nahmen, hängte sie das Berufsleben an den Nagel.

Jahrzehntelang nahmen sie Sommergäste auf, begaben sich aber auch selbst gern auf Reisen. 2001 erfüllten sich Helga Jonas und ihr Bruder Erwin einen Wunsch und unternahmen mit Familienangehörigen eine Reise in ihre ehemalige Heimat Ostpreußen.

Zur Zufriedenheit des Ehepaares, das heute Freunde zu einem Empfang erwartet, aber erst später „richtig feiern“ will, gehört die gemeinsame Spielleidenschaft bei Uno, Rommé oder Kniffeln – da wird einander nichts geschenkt. Für beide steht fest, dass ihre Liebe sie jung hält und dafür sind sie dankbar.

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