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Flensburger Tageblatt

08. Dezember 2016 | 03:11 Uhr

Marineschule Mürwik : Vom Hip Hop zum Marsch

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Seekadett Lea Kelker ist stolz auf ihren Arbeitsplatz und möchte noch viel erleben.

Seit 1910 werden an der traditionsreichen Marineschule Mürwik junge Menschen zu Offizieren ausgebildet. Zum 1. Juli jeden Jahres treten die Frauen und Männer dor ihren Dienst an. Oft wissen sie wenig von der Bundeswehr. Aber wer bildet die Offizieranwärter aus? Es sind zum Teil jene Soldaten im Dienstgrad Seekadett, die noch ein Jahr zuvor selbst frisch angekommene Matrosen waren. Für sie heißt es dann, das bisher Gelernte in die Tat umzusetzen. Das Flensburger Tageblatt stellt im Vorwege der Vereidigung sechs Seekadetten in einer kleinen Reihe vor.Heute: Lea Monika Kelker.

Lea Kelkers Entscheidung, sich für den Dienst bei der Marine zu verpflichten, fiel nach einem drei-Tages Schnupperkurs in Kiel. Auf der Tender „Mosel“ merkte sie schon nach kurzer Zeit, wie stark der Verbund in der Truppe ist. Obwohl ihre Mutter anfangs dagegen war, ließ sie sich nicht abbringen.

Die junge Frau Seekadett ist in Ennigerloh im Münsterland aufgewachsen – rund 450 Kilometer von Flensburg entfernt.

In Mürwik als Matrosin angekommen, merkte sie schnell, dass es ohne körperliche Fitness nicht klappt. Hin und wieder überlegte sie auch aufzuhören. Aber das passt nicht in ihr Profil. Aufgeben? Keine Chance! „Ich wollte es allen beweisen, also trainierte ich hart, um zu zeigen, dass ich es schaffe“, betont sie. Gerade die Grenzerfahrungen zeigten ihr zum einen, dass sie an sich arbeiten muss, aber zum anderen auch, dass der Zusammenhalt in dieser anfangs sehr unterschiedlichen Gruppe enorm gewachsen ist und Lea sich immer auf sie verlassen kann.

Die Kameraden sind mittlerweile zu einem zentralen Punkt in ihrem Leben geworden, einige wurden sogar zu Freunden. Wenn nicht gerade Prüfungen anstehen, ist sie in ihrer Freizeit fast immer mit ihnen unterwegs, beispielsweise zum Paintball oder einfach mal ins Kino.

Vor der Bundeswehr hatte sie „Hip Hop“ im Jugendzentrum ihrer Stadt getanzt, leitete Gruppen von Kindern und Jugendlichen. Nun führt sie eine Gruppe Matrosinnen und Matrosen an der Marineschule. Dabei lässt sie vieles, was sie im letzten Jahr mitgenommen hat, einfließen. Mit Ehrgeiz und Hilfsbereitschaft begleitet sie ihre Schützlinge auf deren Weg zum Soldaten. Leas Kelkers Führungsstil ist ruhig, aber bestimmend. Ihre Offizieranwärterinnen und Offizieranwärter sollen wissen, was sie falsch gemacht haben und wie sie es besser machen können. Sie steht ihnen zu jeder Zeit mit Rat und Tat zur Seite. Bis zur Vereidigung wird sie ihre Gruppe noch begleiten.

Nach der Vereidigung am 5.August geht es für Lea Kelker ab September an die Bundeswehruniversität nach Hamburg, wo sie Psychologie studieren wird. Neben dem Ziel, dieses so gut wie möglich zu bestehen, ist es ihr großer Wunsch, mal in einem U-Boot mitzufahren, auch auf Einsätzen.

Sie ist stolz darauf, ein Teil dieser Armee zu sein. Wenn sie die Wahl hätte, würde sie sich wieder bewerben. Die vielen Erfahrungen haben sie sehr zum Positiven verändert.

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erstellt am 29.Jul.2016 | 18:54 Uhr

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