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Flensburger Tageblatt

11. Dezember 2016 | 01:27 Uhr

Flensburg-Mürwik : Vom Boden aufs Wasser

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

2014 beim Heer merkte Leroy Klinowsky schnell, dass die Bodentruppe seine Erwartungen nicht erfüllt

Seit 1910 werden an der traditionsreichen Marineschule Mürwik junge Menschen zu Offizieren ausgebildet. Zum 1. Juli jeden Jahres treten die Frauen und Männer dort ihren Dienst an. Oft wissen sie wenig von der Bundeswehr. Aber wer bildet die Offizieranwärter aus? Es sind zum Teil jene Soldaten im Dienstgrad Seekadett, die noch ein Jahr zuvor selbst frisch angekommene Matrosen waren. Für sie heißt es dann, das bisher Gelernte in die Tat umzusetzen. Das Flensburger Tageblatt stellt im Vorwege der Vereidigung sechs Seekadetten in einer Reihe vor.Heute: Leroy Klinowsky.

Der Seekadett ist 27 Jahre alt und seit 2014 bei der Bundeswehr. Sein Weg dorthin war alles andere als gewöhnlich, hat er doch in jüngeren Jahren noch Zivildienst geleistet. Das hatte aber einen triftigen Grund: Seine Fußballkarriere. Der Mittelfeldspieler spielte zuletzt in der Landesliga und wollte den Verein nicht verlassen. Fasziniert war er dennoch von der Truppe: „ In der elften Klasse saß ich in einem Vortrag über die Bundeswehr und die Möglichkeiten, die dort angeboten werden. Das hat mich wirklich interessiert.“ Doch statt Uniform gab es zunächst das Trikot und später ein Fitnessstudio in Mainz, das er, angefangen als Trainer, dann fast zwei Jahre leitete. Dort hätte er auch ohne die Bundeswehr weiter arbeiten können.

Trotzdem hatte der Sportler den Wunsch, für sein Vaterland zu dienen, weshalb er sich über das Karrierecenter der Bundeswehr doch noch beworben hatte und 2014 in Hammelburg (Bayern) beim Heer begann. Seine Mutter war zwar dagegen, doch ließ sich Leroy Klinowsky nicht abbringen. Mittlerweile steht seine Familie voll hinter ihm und seiner Entscheidung. Ein Manko war nur, dass er gerne viel von der Welt sehen möchte, was beim Heer nur begrenzt möglich ist. Deshalb wechselte er zur Marine.

Trotz anfänglicher Seekrankheit war es ihm möglich, schon viele ferne Städte zu sehen, die während der Auslandsfahrten angesteuert wurden. Natürlich gab es auch schwierige Situationen zu bewältigen, die aber durch ein funktionierendes Team gut gelöst wurden. Mit Kameraden hat er nie Probleme. Er ist ehrlich, freundlich, direkt und wenn nötig auch mal streng – das kommt positiv an. Mit diesen Eigenschaften bereitet er die Offizieranwärter auf ihren weiteren Werdegang vor. Er richtet sich selbst nach dem, was er von seinen Leuten verlangt und ist immer mit dabei, auch wenn es mal ungemütlich wird.

Er geht in dem, was er tut, total auf und sieht auch einen sinnvollen Zweck dahinter. „Einsätze wie die Flüchtlingshilfe im Mittelmeer sind enorm wichtig, um Leben zu schützen“, findet Leroy Klinowsky. Kritisch sieht er, dass es zu wenig Personal für die Einsätze rund um den Globus gibt, an denen sich Deutschland beteiligt. Waffen sind dabei für ihn keine Besonderheit. Sie gehören eben dazu, worüber man sich im Klaren sein müsse. Wenn er die Wahl hätte, würde er sich wieder bewerben. Dieses Mal aber früher.

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erstellt am 02.Aug.2016 | 13:54 Uhr

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