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Flensburger Tageblatt

01. Juli 2016 | 22:47 Uhr

Kontroverse Diskussion : Viel Kritik an Fernbahnplänen in Weiche

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Bahngutachten erregt die Gemüter

Mit der Vorstellung durch die Gutachter aus Zürich (SMA) und Hamburg (GGR) hat am Freitagabend vor fast 100 Interessierten im Rathaus die Diskussion um die Vorschläge aus dem fünfstufigen Ergebnis des Bahngutachtens begonnen. Viele Bedenken wurden sowohl zu einem neuen Fernbahnhof in Weiche als auch zur Reaktivierung der Stecke zum Zob in die Innenstadt laut, ganz überwiegend Zustimmung gab es für die Reaktivierung der Bahnstrecke Flensburg – Niebüll, die die Gutachter als chancenreich mit Weiterfahrt nach Sylt und Kiel ansehen, deren Kosten mit gut 30 bis 90 Millionen Euro allerdings erst sehr grob umrissen sind.

Was die Partner nördlich der Grenze um Apenrades Bürgermeister Thomas Andresen fasziniert, ist klar: Mit einem Zwei-Stunden-Takt zwischen Hamburg und Aarhus könnte die Jütland-Strecke – heute 4 Stunden, 20 Minuten – mittelfristig in 3:45 und langfristig in 3:20 zurückgelegt werden. Wenn die Linie in Flensburg statt der Schleife über den heutigen Bahnhof nur noch Weiche ansteuert, könnten hier fünf bis sieben Minuten eingespart werden, erklärte Marten Maier von SMA. Die Investitionen bezifferten Maier und Max Bohnet (GGR) mit 6 bis 15 Millionen für die Optimierung am Bahnhof, 16 bis 30 Millionen für den Fernbahnhof Weiche und 23 bis 55 Millionen für eine neue Zob-Anbindung.

 

Flensburg – Hamburg könne optimiert in 1:45 Stunden zurückgelegt werden. Das ist genau die Zeit des Interregios in den 90er Jahren.

Durch eine Fernbahn in Weiche werde dort deutlich mehr Verkehr erzeugt als zehn Prozent, erklärte Horst Otte von der Weicher Aktionsgemeinschaft Gesunder Stadtteil. Und Ruth Kurzweg-Otte ergänzte, die komplette Infrastruktur werde auf die Seite Holzkrugweg verlagert: „Mir wird langsam schlecht.“ In diesem Fall solle die Stadt lieber den Holzkrugweg abreißen und die Anwohner auszahlen. Ein Redner warnte, mit einer Schnelltrasse über Weiche werde die dänische Kaufkraft an Flensburg vorbeigeleitet: „Wir haben einen schönen Bahnhof, den man vom Südermarkt in zehn Minuten zu Fuß erreicht.“ Zu den Plänen einer neuen Bahnlinie bis zum Zob, sagte Peter Reitner vom Verein östliche Altstadt, es mache keinen Sinn, die Stadt zu durchschneiden. Der Zob-Zug sei die teuerste Lösung mit den wenigsten Vorteilen. Reitner warnte vor riesigen Protesten: „Ein Bahnhof am Zob wird ein zweites Hotel am Hafen.“

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erstellt am 22.Feb.2016 | 08:28 Uhr

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