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Flensburger Tageblatt

10. Dezember 2016 | 15:44 Uhr

sh:z-Medienhaus : Video: Die Flensburger Bürgermeister-Kandidaten im Kreuzverhör

vom

Am Sonntag entscheiden die Flensburger über ihren neuen Bürgermeister. Wer stellt sich zur Wahl? Ein Kandidaten-Check.

Flensburg | Am kommenden Sonntag (5. Juni) steht für die Flensburger ein wichtiger Termin an: An diesem Tag wählen sie ihren neuen Oberbürgermeister. Zur Wahl stehen Amtsinhaber Simon Faber (SSW), Simone Lange (Kandidaten von CDU, SPD und Grünen), Kay Richert (FDP) und der unabhängige Jens Drews. Wer hat das Zeug zum Oberbürgermeister? Eine Ahnung haben die Bürger bereits am Montagabend bekommen, als sich die Kandidaten im sh:z-Medienhaus den Fragen der Redaktion des Flensburger Tageblatts stellten.

Zehn Minuten lang löcherten Redaktionsleiter Carlo Jolly und Redakteur Joachim Pohl die Vier - vor laufender Kamera. Wer hat die passenden Antworten? Wer muss passen? Mit den folgenden Videos können Sie sich ein Bild machen:

1. Simon Faber

Wer ist Simon Faber?

Der 47-jährige Simon Faber ist seit Anfang 2011 Flensburgs Oberbürgermeister. Und der Titelverteidiger, gerade von Weiche nach Kauslund-Osterfeld umgezogen, fände es nicht schlecht, noch einmal sechs Jahre zu gestalten.

Baustellen gab es einige, als der damals 42-jährige vom Beobachter zum Akteur wurde. Zuvor war er als Referent der dänischen Minderheit im Kopenhagener Parlament tätig gewesen, ab 15. Januar 2011 war der studierte Germanist und Musikwissenschaftler für die Verwaltung und Entwicklung des regionalen Oberzentrums Flensburg mit fast 90.000 Einwohnern verantwortlich – und stand gleich mitten im Sturm.

Die Nospa wurde nach der Übernahme der überschuldeten Flensburger Sparkasse von schweren Nachbeben geschüttelt, die Stadtwerke hatten sich als zu klein geratener Global Player gefährlich übernommen, das in privat-öffentlicher Partnerschaft gebaute Campusbad drohte zum Millionengrab zu werden, und dann war da noch die letzte Amtshandlung des Vorgängers, diese Ansiedlung der Flugboote-Firma an der Harniskaispitze, mit der Flensburg bundesweit zur Lachnummer wurde.

Die vergangenen fünf Jahre, räumt Faber ein, seien für ihn, den Seiteneinsteiger, nicht immer und in jeder Phase prickelnd gewesen. „Als Beobachter kannte ich das Geschäft schon, von außen“, sagt er. „Auf der Innenseite war es dann aber doch anders.“ Zum Glück sei Kommunalpolitik jenseits der Schaukämpfe meist Ansporn für alle Agierenden. „Es gibt ein weitaus größeres Miteinander, als viele Außenstehende glauben.“

Unter diesem Stern stand für Faber das Engagement der deutsch-dänischen Region für die Bewerbung Sonderburgs als europäische Kulturhaupstadt 2017. Auch wenn am Ende Aarhus den Zuschlag bekam: Für die Region gab es viele Erkenntnisse und auch jetzt, vier Jahre danach, interessante Effekte. Zu den Effekten zählt Faber ein stärkeres Zusammenrücken, eine gewachsene deutsch-dänische Normalität.

 

2. Simone Lange

Wer ist Simone Lange?

Simone Lange (39) ist Landtagsabgeordnete und wird bei der Wahl von CDU, SPD und den Grünen unterstützt. Wird sie am 5. Juni oder bei einer möglichen Stichwahl gewählt, wäre sie die erste Frau an der Spitze der Flensburger Verwaltung. Und dazu vielleicht auch der jüngste Rathaus-Chef aller Zeiten. „Für mein Alter und mein Geschlecht kann ich nichts“, kommt die prompte Absage an dieses Thema.

Sie kandidiere, weil Flensburg ihr eine Herzensangelegenheit sei. „OB sein zu können, ist eine persönliche Chance“, räumt sie ein. „Ich habe einfach Lust darauf.“ Gestalten mache ihr Freude, sie sei ein kreativer Mensch.

Simone Lange ist in Thüringen aufwachsen, sie stammt aus Rudolstadt. Nach Schleswig-Holstein kam sie durch ihren Beruf. Anders als in vielen anderen Bundesländern konnte sie hier mit Abitur gleich im gehobenen Dienst der Landespolizei beginnen. „Ich suchte einen Beruf, in dem ich für Gerechtigkeit sorgen kann.“

Für viele Flensburger ist die 39-Jährige nach wie vor das Gesicht der Flüchtlingshilfe. In den Wochen nach dem 9. September hat sie sich mehr als eine Nacht am Bahnhof um die Ohren geschlagen, war ständig erreichbar und avancierte zu einer der Koordinatorinnen der zahlreichen Hilfsaktionen.

 

3. Kay Richert

Wer ist Kay Richert?

Kay Richert (43) war schon 2010 angetreten, um den scheidenden Oberbürgermeister Klaus Tscheuschner abzulösen und hatte sich mit 2671 Stimmen und Platz 4 von neun Bewerbern überraschend gut geschlagen. Richert möchte die konservativ-liberale Option abbilden, die von der CDU offenbar nicht gewollt gewesen sei. „Wir hatten frühzeitig sondiert, ob die CDU nicht mit der FDP eine Allianz für einen bürgerlichen Kandidaten bilden könnte. Leider vergeblich.“

Der Objektmanager des Bundeswehrdienstleistungszentrums Husum bezieht seine Motivation in erster Linie aus der Nominierung von Simone Lange, die er dem linken Flügel der SPD zurechnet. Neben dem befürchteten Linksruck durch die gemeinsame Kandidatin macht ihm der „monolithische Block“ der drei unterstützenden Fraktionen Sorgen, der dann mit satter Mehrheit in Flensburg „durchregieren“ könne.

 

4. Jens Drews

Wer ist Jens Drews?

Er ist der Kandidat ohne stützende Ratsfraktion: Der 51-Jährige tritt als unabhängiger Kandidat an. „Ich bin hier aufgewachsen, liebe Flensburg und möchte dazu beitragen, dass die Stadt weiter wächst“, sagte der selbstständige Optiker und Vorsitzende der Wirtschaftsvereinigung Flensburger Gilde. Seine Netzwerke seien so gut aufgestellt, dass er etwas bewegen könne.

Drews zielt auf bürgerliche Wähler und hofft auf den Rückhalt der FDP, für die er bei der Kommunalwahl 2008 angetreten war, und weiterer Parteien. „Ich möchte aber unbedingt parteilos bleiben. In fast allen Programmen gibt es unterstützenswerte Punkte“, sagte er. Drews ist in zweiter Ehe verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn.

 
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erstellt am 30.Mai.2016 | 21:21 Uhr

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