zur Navigation springen

Bildung in Flensburg : VHS: Integration sorgt für volle Kurse

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Volkshochschule legt neues Programm vor – und verweist auf deutliche Zuwächse bei Kursstunden wie Teilnehmern

Ob Golf, Ganzkörpergymnastik oder Geheimnisse der Aquarellmalerei: 18  000 Kursteilnahmen verzeichnete die Volkshochschule Flensburg im Jahr 2016 – ein Plus von sieben Prozent gegenüber dem Jahr zuvor. Eine beeindruckende Zahl. Doch noch deutlicher fällt der Zuwachs bei der Anzahl der Unterrichtseinheiten aus. Von einem Anstieg von 30 Prozent berichtete VHS-Chef Leif Mensing im Rahmen der Vorstellung des neuen Programmheftes, das mit über 1000 Kursangeboten von März bis September aufwarten kann.

Die große Zahl der nach Deutschland Geflüchteten wirkt sich auch maßgeblich auf das Angebot der Bildungseinrichtung aus. So kommt inzwischen die Hälfte aller Teilnehmer aus dem Sprachenbereich. Das Angebot wurde auf 22 Integrations- und vier Alphabetisierungskurse ausgeweitet. Dabei steht der Spracherwerb bis zur Stufe B1 auf dem Stundenplan, der sieben Module à 100 Unterrichtseinheiten umfasst. Orientierungskurse gehen darüber hinaus auf Bereiche wie Wertevermittlung oder Landeskunde ein. „Auch heikle Themen gehören dazu – wie etwa Homosexualität oder die Stellung der Frau in der Gesellschaft“, berichtet Marianne Pletzing, die für den Bereich Deutsch als Zweitsprache verantwortlich ist.

Damit stößt die Volkshochschule an ihre Grenzen. „Wir haben in der Tat zu wenig Plätze“, räumt Marianne Pletzing ein. 25 Teilnehmer könne man maximal in einem Kurs unterbringen. „Mehr geben die Räume nicht her. “ Und so existieren lange Wartelisten – ein Umstand, der bedauerlich ist. „Aber unsere Ressourcen sind endlich“, betont Leif Mensing. Nicht nur bei den räumlichen Kapazitäten, sondern auch bei den Pädagogen und in der Verwaltung. „Der Markt ist derzeit abgegrast.“

Es geht bei den Flüchtlingen letztlich um die erfolgreiche Teilhabe am Arbeitsmarkt. Wenn ein gewisses sprachliches Niveau erreicht ist, geht es darum, berufsbegleitend die Deutschkenntnisse zu vertiefen – eingebunden in Praktika und in Kooperation mit der Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft Bequa.

Der zweite große Bereich, der ein Viertel der Nachfrage ausmacht, nennt sich „Gesundes Leben“. Man kann eintauchen in Yogatrends, Selbsterfahrung oder neue Heilverfahren – abheben beim Jumpin’ Fitness auf dem Trampolin. „Das Gesundheitsbewusstsein wächst“, sagt Leif Mensing, „und wir gehen davon aus, dass der Trend zu Bewegung und gesunder Ernährung anhalten wird.“

Klaus-Wilhelm Petersen, zuständig für 17 Fremdsprachen, verweist auf zusätzliche Spartenangebote wie Gebärdensprache, Plattdeutsch und Friesisch. Neu ist ein weiterer Persischkurs, „zudem“, so Petersen, „boomt Arabisch, das besonders viele Flüchtlingshelfer erlernen wollen“. Auch für den Urlaub im europäischen Süden kann man sich präparieren. Damit Interessierte den passenden Kurs finden, kann für die Selbsteinschätzung der kostenfreie Online-Test (www.sprachtest.de) genutzt werden.

Wie immer gibt es eine Vielzahl an Angeboten, die sich speziell an Senioren richten, aber auch die „Junge VHS“. Dazu gehört das Ferienbildungsprojekt „Talent-Campus“ genauso wie das „Stop-Trick-Labor“, bei dem Kinder und Jugendliche ihren eigenen Trickfilm erstellen können. Auch die Lernförderung kommt nicht zu kurz, 45 Minuten Einzelnachhilfe kosten 25 Euro. „Bei Bedarf kann das aber auch“, so Mensing, „über Bildungsgutscheine finanziert werden.“

Immer wichtiger wird der Internet-Auftritt, der weiter ausgebaut werden soll. „Hier versorgen wir unsere Kunden mit aktuellen Infos und kurzfristig eingestellten Zusatzangeboten.“

zur Startseite

von
erstellt am 03.Mär.2017 | 06:06 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen