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Flensburger Tageblatt

11. Dezember 2016 | 05:14 Uhr

Brand in Klinik : Verletzte bei Feuer in Psychiatrie

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

39 Patienten müssen aus der Diako evakuiert werden / Ursache ist vermutlich Brandstiftung durch einen schwer Erkrankten

Großalarm am Freitagmittag in Flensburg: Auf der psychiatrischen Station des Diakonissenkrankenhauses ist ein Feuer ausgebrochen. Der Löschzug der Berufsfeuerwehr, mehrere Rettungswagen und der Notarzt werden alarmiert. Bei Eintreffen der Feuerwehr steht das Patientenzimmer bereits in Vollbrand.

Nach ersten Erkenntnissen hatte die automatische Brandmeldeanlage das Feuer zunächst gegen 12.50 Uhr gemeldet. Bereits wenig später stellte sich heraus, dass es sich um ein reales Feuer handelt. Umgehend wurde Großalarm ausgelöst.

Nur eine halbe Stunde zuvor hatte Dr. Frank Helmig, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, wegen des bevorstehenden Urlaubs die Übergabe an seine Vertreterin gemacht und sich über den glatten Verlauf seines letzten Arbeitstages gefreut – da kam die Nachricht vom Feuer. „Ein Patient mit schwerer psychiatrischer Erkrankung hat sein Zimmer angezündet“, erklärte Helmig. Der Brand war in einem Zimmer im dritten Obergeschoss der psychiatrischen Klinik am Burgplatz ausgebrochen. Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, schlugen die Flammen aus dem Fenster. Umgehend brachte die Feuerwehr die Drehleiter in Stellung und löschte den Brand von außen.

Sofort nach der Entdeckung des Brandes hatte das Klinikpersonal die Station weitgehend evakuiert. Insgesamt 13 Personen waren jedoch offenbar dem Brandrauch ausgesetzt. „Vier von ihnen wurden mit einer Rauchvergiftung in die nahegelegene Notaufnahme gebracht“, berichtet Einsatzleiter Sven Hansen von der Berufsfeuerwehr, die von den Freiwilligen Feuerwehren Klues und Innenstadt unterstützt wurde. Es handele sich dabei um zwei Pfleger und zwei Patienten. Chefarzt Frank Helmig sagt, zwölf Patienten seien auf einer Gaststation untergebracht worden, die anderen sechs seien auf drei Stationen im Haus verteilt worden. Das betroffene Zimmer sei verkohlt; aufgrund der Rauchentwicklung und des Löschwassers müsse die gesamte Station geschlossen und grundsaniert werden, sagte Frank Helmig gestern auf Anfrage. Das werde mehrere Wochen in Anspruch nehmen, betroffen sind 21 Betten.

Insgesamt hielten sich nach Angaben der Feuerwehr 39 Personen auf der Station auf, die evakuiert werden mussten.
Der letztlich glimpfliche Ausgang des Vorfalls sei insbesondere der Feuerwehr, aber auch dem besonnenen Handeln der Patienten und Mitarbeiter zu verdanken, lobt der Psychiatrie-Chefarzt. Heute setzt die Kriminalpolizei die Ermittlungen fort.

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erstellt am 23.Jul.2016 | 08:18 Uhr

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