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Flensburger Tageblatt

03. Dezember 2016 | 07:56 Uhr

Theater in Flensburg : Verjüngungskur

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Bei der Theaterwerkstatt Pilkentafel wird der Generationswechsel jetzt sichtbar / Gute Drähte nach Hamburg, Berlin und Hildesheim

Elisabeth Bohde und Torsten Schütte sind seit Jahrzehnten die Gesichter der Theaterwerkstatt Pilkentafel. Doch diese Ära geht zu Ende. Das neue Gesicht der Pilkentafel ist vielfältiger – und im Schnitt 30 Jahre jünger. Wie berichtet, wollen sich Bohde und Schütte aus den angestammten Rollen als allumfassende Theatermenschen verabschieden. Die neuen Macher stellten sich jetzt erstmals der Öffentlichkeit vor.

Zum Teil kennt man sie schon. Die Schauspielerin Anaela Dörre spielte erfolgreich in dem Stück „Am eigenen Leib“ mit und zieht nach ihrer Schauspielausbildung wieder nach Flensburg. Peer Ripberger hat bereits an der Pilkentafel inszeniert, ist als Regisseur aber bundesweit aktiv und will es auch bleiben. Manuel Melzer, wie Ripberger Absolvent der Universität Hildesheim, wird auch nach Flensburg ziehen und ist künftig der Techniker des Theaters, der aber intensiv in die Entstehung der Produktionen einbezogen wird; er kennt Peer Ripberger aus dem Studium. Esther Sievers übernimmt die Öffentlichkeitsarbeit und möchte – nicht zuletzt über die sozialen Medien – ein jüngeres Publikum an die Pilkentafel heranführen. Und Dieter Ripberger stellt sein Know-how als Kulturmanager zur Verfügung; er ist Referent für auswärtige Kultur- und Bildungspolitik bei der Bundestagsabgeordneten Michelle Müntefering und wird sich vor allem um Fundraising kümmern.

Peer Ripberger steigt in die Leitung des kleinen Flensburger Theaters ein. Der junge Theatermacher hat kürzlich in Göttingen ein Theaterprojekt zum Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe realisiert und am Stadttheater Trier eine Riesenproduktion mit 100 Beteiligten über Karl Marx auf die Bühne gebracht. Die Pilkentafel bietet ihm und anderen jungen Theaterleuten die einmalige Chance, mit einem selbst zusammen gestellten Team gemeinsam etwas zu entwickeln, was an einer öffentlichen Bühne aus wirtschaftlichen Gründen nicht ginge. Im Gegenzug werde man der Pilkentafel eine größere überregionale Ausstrahlung verschaffen, da die neuen jungen Leute ihre Netzwerke weiter pflegen werden. Der Generationswechsel der Pilkentafel, der vielen in den 80er Jahren gegründeten freien Theater bevorstehe, werde bundesweit besonders beachtet.

Technik im Theater ist immer häufiger nicht nur Ton und Licht, sondern vor allem auch Digital- und Projektionstechnik – wie in den jüngsten Produktionen schon erlebt. Elisabeth Bohde erinnert daran, wie sehr diese Aufgaben ihren Partner Torsten Schütte in der Vergangenheit gefordert hätten – all das übernimmt jetzt Manuel Melzer, der sich freut, neue Stück mit zu konzipieren. Das gilt auch für Anaela Dörre, die es vorzieht, zu einem kleinen Team zu gehören und an der Entstehung der Stücke beteiligt zu werden, „statt einfach nur für eine Produktion eingekauft zu werden“.

Dieter Ripberger, derzeit auch am Thalia Theater aktiv, möchte der Pilkentafel helfen, bundesweite Fördertöpfe zu öffnen. „Da muss man pfiffig sein und mächtig baggern.“ Auch bietet er dem neuen Team stets den kritischen Blick von außen an.

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erstellt am 01.Jul.2016 | 18:09 Uhr

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