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Flensburger Tageblatt

27. Februar 2017 | 14:46 Uhr

Ausstellung : Unerwartetes im Trollseeturm

vom

Ausstellung "Unerwartet" am Trollseeweg überrascht Augen, Ohren und Nasen.

Flensburg | Kühl ist die Luft im Turm, von Feuchtigkeit geschwängert und würzig, wird kühler, je höher sich der Besucher die Treppe hinaufwindet. Vögel pfeifen entlang der Fotos türkisfarbenen Wassers, roter Holzhäuser, fröhlicher Kinder, Gletscher, Grün.

Auf dem Weg hinab miaut eine Katze, um die Kurve taucht auch eine auf einem Bild auf. Auf anderen Fotografien zeugen abgeblätterte Fassaden, Rost, marode Haustüren von Zeit, aber auch Schönheit des Verfalls. Der Finder dieser Motive heißt Teja Schwaner, war Redakteur und Übersetzer und als solcher nie Fotograf. "Mit 60 habe ich eine kleine Nikon geschenkt bekommen", sagt Schwaner, Jahrgang 1943. Seither fotografiere er, "dass die Schwarte kracht", erklärt er bei der Vernissage von "Unerwartet" am Freitagabend im Kulturturm, Jahrgang 1942. Der Hoch-Bunker mit blauem Hut im Norden der Stadt ist in Besitz des Holländerhofs und immer wieder Ausstellungsort.

Der zweite Protagonist der aktuellen Ausstellung ist Hartmut Piekatz. Zum vollständigen Titel "Menschen, Landschaften und Linien zweier Weltreisender" trägt er vor allem die ersten beiden Komponenten bei. Der passionierte Reisende, der seit 2002 den Jugendhof Scheersberg leitet, sucht auf seinen Reisen den besonderen Moment. Wie, wenn während des Aufstiegs auf den Berg, der Himmel aufreiße, beschreibt Piekatz.

Klaus-Michael Heinze, dem Kanzler der FH Kiel, muss das unmittelbar einleuchten. Er erinnert in seiner Eröffnungsrede auch an die griechische Herkunft des Wortes Fotografie: "mit Licht zeichnen". Die Ausstellung "Unerwartet" lobt er für die Kunst, den Spagat zu schaffen, "Altes zu bewahren" und zugleich "zu öffnen für Begegnungen". Schon deshalb wird er mit Vergnügen selbst Gastgeber sein, wenn die Schau im Herbst nach Kiel in den Bunker D der Fachhochschule wandert.Gemeinsamer Nenner und Kenner der Protagonisten ist Richard Wester. Der Musiker hat Piekatz, Schwaner und Heinze zu diesem Gemeinschaftswerk angestiftet, stimmt sie und die Gäste der Vernissage in der benachbarten Werkstatt auf "Unerwartet" ein und hat die Klänge im Turm installiert. Zwischen schwerem Gerät und Schrauben freut er sich, begleitet vom Kollegen Jens Schlieker am Klavier, mit gewisser Selbstironie, "endlich mal Jazz machen zu dürfen nach all den Jahren Unterhaltungsmusik". Auf die Musik werden künftige Besucher verzichten müssen - doch für Augen, Ohren und Nase gibt es dennoch reichlich zu erleben."Unerwartet": 20., 21.4., 27. + 28.4.: 12-18 Uhr; 30. 4.: 15-18 Uhr; 1. Mai: 12-18 Uhr, 15 Uhr: Finissage

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erstellt am 16.Apr.2013 | 08:34 Uhr

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