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Flensburger Tageblatt

29. April 2017 | 03:48 Uhr

Tydal wird Natur- und Technik-Zentrum

vom

Förderbescheid des Landes über eine halbe Million Euro für die Vernetzung von Pfadfinderlager, Konversionsfläche und Tydal-Gehöft

Eggebek | Als am 22. Dezember 2010 das Hauptgebäude des Pfadfinderhofs Tydal durch ein Feuer in Schutt und Asche gelegt wurde, hätte sich niemand denken können, dass dieser Katastrophe drei Jahre später sogar positive Aspekte zuerkannt werden würden. Doch das geschah gestern, als Umweltminister Robert Habeck eben dort einen Förderbescheid des Landes über eine halbe Million Euro übergab. Nicht um den Hof wieder aufzubauen - dies war bereits im Frühjahr abgeschlossen worden -, sondern um Anschub zu leisten für ein Großprojekt, dessen Ideenfindung mit der Aufarbeitung des vernichtenden Feuers begonnen hatte. Der Dachverband dänischer Jugendorganisationen in Südschleswig (SdU) plant - unter Einbeziehung des Pfadfinderhofs, des Bauernhofs Tydal Gaard, des ehemaligen Tanklagers Tydal und des ehemaligen Militärflugplatzes Eggebek - ein "Natur-Erlebnis-Technik-Zentrum" (NETZ) zu etablieren.

"Die ersten Schritte sind getan, jetzt sollen viele weitere folgen", sagte Lagerleiter Helmut Werth, der bei dem Brand vor drei Jahren vorübergehend obdachlos geworden war. Das heißt: Die Pfaderfinder-Unterkünfte wurden neu errichtet, die damit einhergehenden Auflagen für die Infrastruktur aber noch nicht erfüllt. Insbesondere die Abwasserbeseitigung muss erneuert werden. Hinzu kommen sollen auch Versorgungsrohre für Kommunikations- und Breitband-Technik. Die entsprechenden Pläne sind von verschiedenen Stellen abgesegnet worden. Auch gab es eine Info-Veranstaltung, zu der das Amt, die Gemeinde Eggebek, der Förderverein Mittlere Treene und die Stiftung Naturschutz eingeladen worden waren, um über den Stand der Entwicklung in Tydal informiert zu werden. Auf dieser Sitzung entwickelte sich die gemeinsame Vision eines behindertengerechten Lehr- und Informationszentrums mit dem Schwerpunkt Natur und Technik. Der unterirdische Zusammenschluss der Projektgebiete via Versorgungsleitung soll quasi seine Entsprechung über der Erde finden - in der Vernetzung der Partnerorganisationen und erlebnispädagogischer Zusammenarbeit.

Das ist in den folgenden Jahren geplant: Errichtung eines Infocenters für Tydal Gaard und Tanklager-Gelände, barrierefreie Freiraumgestaltung im Pfadfinderhof, Multifunktionshalle, Institut mit Laboren, Heilkräutergarten, Schautafeln zum Thema Wasserkreislauf, Nutzung des ehemaligen Towers im Gewerbepark Eggebek als Schulungsraum sowie die Zusammenarbeit mit dem Förderverein Mittlere Treene und dem Pächter von Wiesenflächen - dem Verein "Bunde Wischen". Außerdem ist ein großer Aussichtsturm in Form eines Pfadfinderzeltes (Kothe) geplant, in dem sowohl eine Gastonomie für 80 bis 100 Personen als auch im ersten Stock eine Ausstellungsfläche ("Mini-Phänomenta") Platz finden soll.

Für Minister Habeck war der Besuch in Tydal auch eine kleine Reise in die eigene Vergangenheit - in die eigene Jugend, als er als Teilnehmer von Pfadfinderlagern ein echter "Spejder-Kamerad" wurde. Eine Zeit voller Natur- und Gemeinschaftserfahrungen, die, so Habeck, "viel prägender sind als die Erlebnisse in einem modernen Freizeitpark". "Hier wird Bildung und Bildungsarbeit im besten Sinne geleistet", lobte der Minister die Arbeit des Spejderkorps, der Pfadfinder in Tydal. Auch der Plan, gepachtete Flächen mit Hilfe von Ausgleichsmitteln - etwa aus der Errichtung von Windkraftanlagen - für das Projekt in Wert zu setzen, sei vorbildlich. "Wir müssen angesichts der Eingriffe in die Natur zwingend auch Rückzugsräume schaffen", sagte Habeck, nachdem er mit Kreispräsident Ulrich Brüggemeier in einer offenen Kutsche und bei strömenden Regen das Gelände erkundet hatte. Damit werde auch "ein Stück Heimat bewahrt".

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erstellt am 28.Jun.2013 | 03:59 Uhr

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