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Flensburger Tageblatt

01. September 2016 | 05:36 Uhr

Hafenspitze Flensburg : Trübe Aussichten: Bellevue bleibt vorerst geschlossen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Pachtverhandlungen für das Promenadenlokal kommen nicht voran, der Eröffnungstermin ist wieder verschoben – und eine Eröffnung in diesem Jahr ist ganz und gar fraglich.

Flensburg | Mit großen Schritten nähert sich die selbst ernannte Perle der dänischen Südsee der Hochkonjunktur. Flensburg hat in den Touristen-Modus umgeschaltet, in dem erfahrungsgemäß Städtetourismus und Gastronomie auf Hochtouren drehen. An einer der schönsten Stellen Flensburgs bremst freilich eine hässliche Unwucht: Das „Bellevue“, Vorzeige-Adresse in bester maritimer Lage, verharrt im Modus einer werdenden Ruine. Und Besserung ist nicht in Sicht.

Das Lokal steht auf nicht gerade einfachem unsicherem Grund: Das Gebäude gehört seit kurzem der AC Immobilienverwaltung Gesellschaft, das Grundstück der Stadt, Haus und Grundstück sind noch an einen Pachtvertrag gebunden, der in 12 Jahren ausläuft und vom neuen Besitzer der Immobilie aus der Insolvenz des vorherigen Betreibers gekauft worden war. Innerhalb dieses Pachtvertrages sind noch ein paar kostspielige Altlasten abzuarbeiten, die vom vorherigen Betreiber nicht mehr gestemmt werden konnten: Einbau bzw. Modernisierung öffentlicher Sanitäranlagen beispielsweise, ein Rückbau der Wasser und der ans Hauptgebäude grenzenden Sonnenterrasse.

Die Gespräche des neuen Eigentümers mit der Stadt können vor diesem Hintergrund gar nicht einfach sein, zumal Frank-Dieter Corth, der für die Immobilienfirma aus Kosel (Rendsburg-Eckernförde) die Gespräche führt, gerne einen langfristigen Pachtvertrag – möglichst über 40 Jahre abschließen will. Corth begründet das mit dem enormen Sanierungsstau, der sich aufgetürmt hat – nicht erst seit dem letzten Winter des Leerstands. Der Investor kalkuliert mit Summen um 500.000 Euro – die über 12 Jahre Laufzeit zu refinanzieren, hält er für unrealistisch. Die zweite Variante – 40 Jahre Pacht – scheint noch weniger unterzeichnungsreif. Der von der Stadt angebotene Durchführungsbetrag, sagt Cohrt, „würde mich Unsummen kosten“.

Anfang der Woche war es erneut zu einem Gespräch zwischen Investor und Stadt über die künftige Vertragsgestaltung gekommen. Aber auch wenn beide Seiten dieses Gespräch als sehr gut und zielführend bewerten – in der Sache ging es keinen Schritt weiter. Einig sind sich Frank-Dieter Corth und Michael Draeger als Chefverkäufer des Rathauses immer noch nicht. Es geht nicht nur um die Laufzeit, es geht auch um Details wie den Heimfall nach Ablauf des Pachtvertrags. Wie schon in Fahrensodde scheint die Verwaltung hier die Linie zu fahren, dass sie Gebäude und Anlagen dann zum Nulltarif übernimmt.

Frank Dieter Corth richtet sich in Flensburg auf das Bohren dicker Bretter ein. Finanziell angewiesen ist er auf eine schnelle Inbetriebnahme von Bellevue nicht. Das geht auch schon deshalb nicht, weil er das gastronomische Konzept im Lokal mit der bundesweit tätigen Restaurantkette „Einstein“ umsetzen will, die gewisse Standards verlangt. Die erst für den Juni, dann für Juli und gestern für August angepeilte Wiedereröffnung dürfte daher noch dauern.

Für führende Touristiker wie Finja Fröhlich vond er Flensburger Tourismus-Zentrale ein echtes Ärgernis. „Bellevue hat an dieser Stelle eine ganz wichtige Funktion für die Stadt. Aber hier geht Nachhaltigkeit vor. Auch, wenn es weh tut“, sagt sie. Der Gipfel der Leiden ist noch nicht erklommen. Als nächstes, kündigte Cohrt an, werden jetzt erst einmal die Fenster verhängt.

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erstellt am 16.Mai.2014 | 08:00 Uhr

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