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Wackerballig : Traum vom Wasserhaus vorerst geplatzt

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Bis Ende April sollte die erste schwimmende Unterkunft im Hafen von Wackerballig fertiggestellt sein.

Gelting | „Wie eine Perlenkette liegen die schwimmenden Häuser an der Ostsee in der Marina Wackerballig. Genießen Sie den traumhaften Ausblick über die Geltinger Bucht und Flensburger Förde bis nach Dänemark.“ Mit diesem Angebot wirbt der dänische Ferienhaus-Vermittler „Novasol“ neuerdings im Internet für eine besondere maritime Form der Erholung.

Die ersten Urlauber haben bereits für die zweite Aprilhälfte ein Wasserhaus im Geltinger Yachthafen gebucht. Doch das Vorhaben hat einen Haken: Die für das Wochenende vorgesehene Präsentation der „Nummer 1“ des künftigen Freizeit-Geschwaders fand nicht statt. Kein Hausboot war zu sehen, nur zwei Arbeitsschiffe und einige Segelschiffe, die sich rechtzeitig vor Ostern eingefunden haben.

„Sorry – sorry – sorry“ lautete die Entschuldigung auf einem kleinen Plakat, das am Eingang der 300 Meter langen Holzbrücke, die vom Festland zum Hafen führt, aufgehängt war. Dort rieben sich die angereisten See- und Sehleute irritiert die Augen – und kehrten enttäuscht wieder um. Der Bau des ersten Wasserhauses sei zwar komplett fertig gestellt, doch liege der Prototyp auf einem Flensburger Gelände in einem vom Zoll abgeschlossenen Bereich und könne deshalb auch dort nicht besichtigt werden, hieß es in der Mitteilung. Aus welchen Gründen der Vorstellungstermin sozusagen ins Wasser von Wackerballig gefallen war, blieb ein Geheimnis.

Im Hafenbüro sprach ein Mitarbeiter ganz offen von einem Flop. Es sei völlig unklar, ob noch in diesem Sommerhalbjahr das Projekt überhaupt zustande komme. Außerdem würde es zusätzliche Zeit kosten, ehe die Wasserhäuser nach und nach die benötigte Landverbindung mit allen Versorgungsleitungen erhielten. Den Urlaubern, die bereits gebucht haben, müsse jetzt abgesagt werden.

Der Yachthafen Wackerballig wurde 1979 von der Gemeinde Gelting errichtet und befindet sich seit Ende 2003 in privater Hand des Flensburger Wasserbau-Unternehmers Werner Weihs. Dieser hat sich seither bemüht, den Zustand der Anlage systematisch zu verbessern. So erneuerte er die Bootsstege und verbesserte den Wellenschutz. Länger als zwei Jahre dauerte das behördliche Genehmigungsverfahren für die Stationierung der schwimmenden Ferienhäuser. Dabei handelt es sich nicht um die üblichen Hausboote, denn sie brauchen weder einen Motor noch entsprechende Beleuchtung. Auch Rettungsmittel, wie zum Beispiel Rettungsringe oder Schwimmwesten, sind in der Praxis nicht nötig.

Und doch gelten für den Bau strenge Vorschriften. Das deutsche Baurecht gibt im Detail vor, was alles zu beachten ist. Die Wasserhäuser werden von der Glücksburger Treuhand-Gesellschaft Offner & Koch gefertigt. Sie schwimmen auf Pontons, die den natürlichen Auftrieb des Wassers nutzen und als absolut sturmfest gelten.

Überraschenderweise werden die maritimen Immobilien mit je fast 90 Quadratmetern Wohnfläche und drei Zimmern sogar schon zum Verkauf von der „Immo.SH“ (VR-Bank Flensburg-Schleswig) angeboten. Der Preis dafür: 395  000 Euro. Sie sind voll erschlossen und kommen ohne Grundstückskosten aus.


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erstellt am 13.Apr.2017 | 12:32 Uhr

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