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Flensburger Tageblatt

23. Oktober 2014 | 00:21 Uhr

Zeitung in der Schule : Tränen im Tierheim

vom

Die Klasse 7F des Fördegymnasiums bewegt der Besuch bei den zurückgelassenen Tieren.

Flensburg | Schon von weitem ist das Gebell der Hunde zu hören. Es klingt traurig. Morgens um 8 Uhr sind die Tierpfleger des Katzen- und Hundehauses schon dabei, die Käfige ihrer Pfleglinge zu reinigen und ihnen frisches Futter zu geben. Es wird nachgesehen, ob über Nacht ein neues Tier von der Polizei hergebracht wurde und wenn ja, in welchem Zustand es sich befindet. Denn über Nacht ist niemand im Tierheim, und wenn Nachts oder früh am Morgen ein verletztes, ausgesetztes oder krankes Tier gefunden wird, hat die Polizei einen Schlüssel fürs Tierheim. Damit hat sie Zutritt zu einer für die Polizei bestimmten Anlage, in der die Tiere für kurze Zeit untergebracht werden können. Sämtliche Hunde sind gerade draußen. Einige haben ein "überdachtes" Außengehege, einige sind komplett "frei" - soweit man das so nennen kann. Die nicht überdachten Zwinger sind meistens größer, in einem befanden sich sogar zwei Hunde.
Nicht alle Hunde können in so einem ganz "freien" Zwinger unterkommen. Diese warten dann, bis einer frei wird. Dann, vor dem Zwinger eines Hundes, Fritz, kommen einigen der Schüler die Tränen. Dabei machen die Helfer des Tierheims doch alles, um den Tieren das Leben möglichst schön zu gestalten. Im Tierheim gibt es insgesamt drei ausgebildete Pfleger und vier Auszubildende. Das Tierheim zählt auf Spenden, denn es ist - anders als viele glauben - kein städtisches Tierheim und wird allein durch Spenden finanziert. Und bei 95 Katzen, 30 Hunden, ein paar Kaninchen und Meerschweinchen, zwei Ziegen und zwei Pferden ist viel Futter und viel Zubehör notwendig.
Jedes Jahr werden rund 2000 Tiere im Tierheim Flensburg, Westerallee 138, abgegeben: teilweise von angeblichen "Findern", teils von der Polizei und manchmal auch von ehrlichen Besitzern, die sich von ihren Tieren trennen müssen.
Leider finden nicht alle Tiere jedes Jahr ein neues Zuhause und kommen dann zu Willy Sandvoß ins Tierheim. Das erste, was mit einem Tier passiert, wenn es neu in das Tierheim kommt, ist, dass es untersucht wird und so keine Krankheiten, die eine Gefahr für die anderen Tiere darstellen könnten, mitbringt. In der Zeit kommt es auf die Quarantäne-Station. Vor allem, wenn Tiere aus einem schlechten Umfeld geholt werden müssen. Manche Menschen wollen selbst Tiere züchten, und haben dann irgendwann in einer Zwei-Zimmerwohnung 50 Tiere. Auch danach werden die Tiere regelmäßig untersucht. Vier Mal am Tag werden die Tiere gefüttert.
Normalerweise leben Katzen, Hunde und Kleintiere - dazu zählen zum Beispiel Meerschweinchen, Kaninchen und Ratten - im Tierheim. Willy Sandvoß, der Chef, nimmt aber auch beispielsweise Pferde und Igel gern auf. Ab und zu werden auch mal Schlangen, die aus irgendeinem Terrarium aus gebrochen sind, hier abgegeben und aufgepäppelt. Es gab sogar schon einen Fall, bei dem die Tierschützer einen ausgewachsenen Kaiman, eine Krokodilart aus Südamerika oder Asien, mit einer Hundeschlinge aus der Badewanne holten und nachher unter Narkose setzten.
Fritz, ein Schäferhund, ist zusammen mit einem anderen Hund, Asha, in das Heim gekommen. Beide liefen früher völlig frei auf einem Hof herum, doch wie alle anderen Tiere müssen auch diese beiden warten, bis sie jemand adoptiert. Das geht manchmal ziemlich schnell, manchmal bleiben die Tiere jedoch bis zu ihrem Lebensende im Tierheim. Außerdem besitzt das Tierheim noch ein Katzenhaus, in dem Katzen und ein paar Kleintiere leben und eine Koppel, auf der hin und wieder auch Pferde stehen.
Der Besuch im Tierheim hat die meisten Fördegymnasiasten der Klasse 7 F berührt. Viele Tiere werden im Oktober abgegeben, warum weiß man nicht. Auch in den Ferien und nach der Weihnachtszeit kommen viele neue Tiere in das Tierheim. Deswegen hat das Tierheim eine - sinnvoll erscheinende - Konsequenz gezogen: Zum Jahreswechsel, zuletzt vom 17. Dezember 2012 bis 1. Januar 2013, werden keine Tiere vermittelt.

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erstellt am 28.Feb.2013 | 11:30 Uhr

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