zur Navigation springen

Flensburger Tageblatt

04. Dezember 2016 | 07:08 Uhr

Tote Enten am Schloss: Flensburg rüstet sich für die Vogelgrippe

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Stadt und Umland sind nun als Beobachtungsgebiet deklariert / Hunde müssen überall angeleint bleiben

Es war nur eine Frage der Zeit. Nach dem Ausbruch der Geflügelpest in einem Stall in Grumby – etwa zehn Kilometer östlich von Schleswig – breitet sich das Virus H5N8 immer weiter in Richtung Norden aus. Möwen sind auf der dänischen Insel Alsen daran erkrankt und verendet. Gestern wurde der Fund eines an der Geflügelpest verendeten Wildvogels in Glücksburg bekannt.

Tote Enten waren bereits in der vergangenen Woche am Schlossteich entdeckt worden. Gestern Mittag erhielt Bürgermeisterin Kristina Franke vom Kreis das traurige Untersuchungsergebnis: Die Tiere waren mit dem Geflügelpest-Virus H5N8 infiziert und daran verendet. „Die Stadt Glücksburg, das Amt Langballig mit Teilen der Gemeinde Wees (nördlich der B199) und Teilen der Gemeinde Munkbrarup (nördlich der B199) werden zum Sperrbezirk erklärt.“ Ein größerer Geflügelhof nördlich der B199 liegt im Sperrbezirk. Dort gab es nur die kurze Auskunft: „Die Nerven sind nicht so gut drauf.“

Im Sperrgebiet darf das Federvieh für die Dauer von 21 Tagen nur in geschlossenen Ställen oder entsprechenden Schutzvorrichtungen gehalten werden. Eier und Geflügelfleisch dürfen nicht „verbracht“ werden, also den Sperrbezirk verlassen. Wer einen Hund oder eine Katze hält, hat sicherzustellen, dass diese im Sperrbezirk oder Beobachtungsgebiet nicht frei herumlaufen, heißt es in der Mitteilung weiter. Zum „Beobachtungsgebiet“ wurden das gesamte Flensburger Stadtgebiet, die Gemeinde Harrislee, das Amt Hürup mit den Gemeinden Dollerup, Grundhof, Langballig, Ringsberg, Westerholz und die südlich der B199 gelegenen Ortsteile von Wees und Munkbrarup erklärt.

Die Stadtverwaltung Flensburg teilte mit, dass die Hauptzufahrtswege in das betroffene Gebiet durch eine entsprechende Beschilderung gekennzeichnet werden. Für die Dauer von 15 Tagen gelten im Beobachtungsgebiet besondere Maßnahmen für die Haltung jeglicher Art von Geflügel. Auch die Flensburger Hunde- und Katzenhalter sind gemäß der Anordnung verpflichtet sicherzustellen, dass ihre Tiere im Sperrbezirk oder Beobachtungsgebiet nicht frei umherlaufen. Strände und Schilfbereiche sollten auch mit angeleinten Hunden gemieden werden.

Die Regelungen können in der „Bekanntmachung der Anordnung zum Schutz gegen die Geflügelpest vom 16. Nov. 2016“ nachgelesen werden. Die entsprechende Amtliche Bekanntmachung ist auf der Startseite von www.flensburg.de hinterlegt. Dort befindet sich auch ein Link zu Informationen des Landwirtschaftsministeriums zur Aviären Influenza (Vogelgrippe) inklusive der Vorschriften für Geflügelhalter des Landes Schleswig-Holstein. Die Stadt Flensburg bittet Geflügelhalter, sich dort zu erkundigen und entsprechend vorschriftsmäßig zu verhalten.

Das Halten von Geflügel – auch zu privaten Zwecken – ist zudem gegenüber dem Veterinäramt unter vetamt@schleswig-flensburg.de meldepflichtig. Ein Verstoß wird mit einem empfindlichen Bußgeld geahndet.

Die Stadt Flensburg weist weiter darauf hin, dass auch beim Auffinden von verendeten Wasservögeln Vorsicht geboten ist. Fundtiere sollten deshalb liegengelassen und nicht berührt werden.






zur Startseite

von
erstellt am 17.Nov.2016 | 07:51 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen