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Flensburger Tageblatt

10. Dezember 2016 | 13:53 Uhr

Stadtplanung : Teures Licht für die Stuhrsallee

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

160 000 Euro Zusatzkosten statt Austausch zum Nulltarif? Ehrgeizige Pläne für die Straßenbeleuchtung einer stillen Straße

Ohne Zweifel gehört die Stuhrsallee zu den schönsten Straßen Flensburgs. Alter Friedhof, Christiansenpark, dazwischen eingestreut eine Handvoll eher weniger, aber umso schönerer Villen und Bürgerhäuser – keine Frage, die Stuhrsallee atmet Ruhe und Gediegenheit. Nicht alles an der Stuhrsallee aber ist perfekt. Die Straßenbeleuchtung zum Beispiel. Die ist ein bisschen schwach auf der Brust. Die Stadtwerke standen schon bereit, für mehr Licht zu sorgen, doch die Stadtverwaltung wollte für die Stuhrsallee nicht nur mehr Licht, sondern auch besonders schönes Licht. Und das wird teuer.

Unterhalt und Modernisierung von Flensburgs Straßenbeleuchtung sind seit 2005 Sache der Stadtwerke, die sich das pauschal von der kommunalen Mutter vergüten lassen. Seither haben die Stadtwerke im Rahmen eines Masterplans die städtische Beleuchtung großflächig erneuert – in der Stuhrsallee waren sie aber noch nicht. Das änderte sich, als eine Anwohnerin sich über das diffuse Licht beklagte, das die Stuhrsallee in der dunklen Jahreszeit besonders in Nähe der Grünanlagen in einen Angstraum verwandle. „Wir haben Messungen vorgenommen, die das bestätigten“, sagt Unternehmenssprecher Peer Holdensen. „Es war einfach zu dunkel in der Stuhrsallee.“

Das Versorgungsunternehmen wollte den Missstand kurzerhand durch den Austausch der 16 alten Peitschenleuchten durch eine gleiche Anzahl von leistungsfähigeren LED-bestückten „Kofferlampen“ beheben. Das wäre für die Stadt im Rahmen des Wartungsvertrages ohne Zuzahlung über die Bühne gegangen. Die Stadt habe jedoch eine andere Variante ins Spiel gebracht, so Holdensen. Wegen des besonderen städtebaulichen Umfeldes habe die Verwaltung die Option gezogen, innerhalb des Masterplans von der Standard-Bestückung abzurücken und für die Illumination einen ansprechenderen Leuchtentyp zu verwenden.

Für die technische Abstimmung und Umsetzung hat die Stadt ihre zweite Tochter, das Technische Betriebszentrum eingeschaltet, das sich nun auf die Begleitung einer wesentlich größeren Baustelle einrichten muss. Denn aus dem Ersatz von 16 Lichtmasten zum Nulltarif ist jetzt ein Straßen-Teilumbau für 44 Designer-Leuchten geworden. Wunschkandidatin der Stadt war nämlich das Modell „Citylight plus“. Die Straßenlaterne – nach Herstellerangaben „eine neue und zeitgemäße Interpretation der klassischen, laternenförmigen Leuchte mit eleganter, transparenter Anmutung und modernster, effizienter LED-Technologie“ – hat bei aller optischen Anmut den Nachteil, dass sie noch schlechter leuchtet als die gute alte Peitschenlampe, die sie ersetzen soll. Um die Stuhrsallee also ins rechte Licht zu setzen, muss sie jetzt beidseitig (aktuell ist nur eine Straßenseite beleuchtet)mit je 22 Citylight plus elektrifiziert werden. Ralf Leese hat dafür Extrakosten von 100  000 Euro errechnet, im Investitionsplan Infrastruktur sind vorsichtshalber sogar 160  000 Euro eingestellt worden. Weil’s so teuer ist, kann das Projekt erst 2018 begonnen werden.

Leese hält die Sache freilich noch nicht für entschieden. „Flensburgs Politik muss entscheiden, ob sie das zu diesen Mehrkosten so haben will.“ Es wäre auch zu prüfen, so der TBZ-Sprecher, ob die Mehrkosten für die Aufwertung der Stuhrsallee nicht auf die Anlieger umgelegt werden können. Auch diese Entscheidung sei natürlich den politischen Vertretern vorbehalten.

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erstellt am 16.Okt.2016 | 17:51 Uhr

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