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Flensburger Tageblatt

04. Dezember 2016 | 13:27 Uhr

Danfoss und FH Flensburg : Technologiesprung im Reinraum

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

400 Mitarbeiter arbeiten bereits an der Husumer Straße. Jetzt sucht Danfoss 25 Entwicklungs-Ingenieure für die nächste Expansion.

Flensburg | Gemeinsam mit Forschungskooperationspartner FH Kiel setzt Danfoss Silicon Power (DSP) im Flensburger Gewerbegebiet Sophienhof gerade zum nächsten Technologiesprung an. Forschungsleiter Frank Osterwald berichtete gestern anlässlich des 10. Geburtstags der Zusammenarbeit mit der Fachhochschule davon, was die Leistungselektroniksparte bei Kunden bis jenseits des Atlantik interessant mache: „Wir haben angefangen, bessere Kühlmöglichkeiten für unsere Halbleitermodule zu schaffen“, erklärte er. Die Leistungsmodule erreichten durch den Einsatz von Kupfer statt Aluminium und mit Sinterverbindungen statt Löten 20 eine 20 mal höhere Lebensdauer.

Das Unternehmen DSP, das kurz vor der Jahrtausendwende mit 20 Mitarbeitern in Nortorf gestartet war, arbeitet heute im früheren Motorola-Komplex an der Husumer Straße mit rund 400 Beschäftigten – und ist seit Januar auf der Suche nach 25 Entwicklungsingenieuren für die Leistungselektronik: „Wir wollen in den nächsten Jahren zwischen zehn und 20 Prozent wachsen“, sagte DSP-Chef Klaus Petersen. Und bevor die nächsten großen Einstellungen in der Produktion folgen könnten, müssten Entwicklungsingenieure gewonnen werden.

Mechatronik-Professor Ronald Eisele von der FH Kiel bezeichnete die Leistungelektronikmodule, die neben Wind- und Solarkraftwerken auch in der Automobilbranche zum Einsatz kmmen, als Schlüsselindustrie einer erfolgreichen Energiewende. Gerade erneuerbare Energien seien durch hohe Temperaturen der Module bis 200 Grad und ständigem Abkühlen und Erhitzen starker Beanspruchung ausgesetzt. Und dann illustrierte Eisele sein großes Vertrauen in die Technik mit seiner jüngsten Urlaubseise: „Ich war in der ersten Januarwoche bei minus 31 Grad mit dem Elektroauto in Norwegen.“ Und er berichtet auch von einer stetig wachsenden Effizienz: „Während vor 20 Jahren noch zwei Drittel der Energie auf dem Weg vom Kraftwerk verlorengingen, sind es heute nur noch 20 Prozent.“ Und ohne solche Powermodule könnte die Energie von Windrädern und Solarplatten gar nicht in elektrischen Strom umgewandelt werden.

Osterwald berichtet von einer millionenschwere Fertigungslinie, die für die neuen Leistungskomponenten entstehe. 4500 Quadratmeter groß ist der Reinraum im ersten Obergeschoss für die Leistungsmodulfertigung unter saubersten Industriebedingungen, der offene Maschinenbaubereich im Erdgeschoss darunter sei ebenfalls zum Reinraum ausbaufähig – und die weitläufigen Hallen der früheren Handy-Fertigung hielten noch einmal 9000 Quadratmeter dafür bereit.

Nun hofft DSP zunächst, die notwendigen Leistungselektroniker an den Hochschulen und Instituten der Region zu finden: Man such in Deutschland, Dänemark und weltweit, sagt Osterwald. FH-Präsident Beer sieht die Bedeutung noch genereller: „Im Wettstreit der klugen Köpfe sind Hotspots wie die Leistungselektronik wichtig“, findet er. Und Wirtschaftsminister Reinhard Meyer, der sich gestern über die vorbildliche Industrie-Forschungskooperation informierte, lobte: „Wir bräuchten mehr solche Beispiele von Partnern, die jungen Leuten die Perspektiven schon während des Studiums aufzeigen.“ Allein in diesem Gemeinschaftsprojekt laufen derzeit 30 Bachelor- und Masterarbeiten.

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erstellt am 06.Mär.2016 | 14:00 Uhr

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