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Flensburger Tageblatt

23. April 2014 | 17:05 Uhr

Planungen wieder bei Null - Tarup: Zweiter Investor springt ab

vom

"Einzelhandel rechnet sich auf der kleinen Fläche nicht" / Planungen für Nahversorgungszentrum wieder bei Null angelangt

Flensburg | Die Erwartungen des Ortsteils Tarup auf ein Ende der seit zweieinhalb Jahren andauernden Unterversorgung haben einen herben Dämpfer erlitten. Der Investor, den die um einen neuen Nahversorgungsmarkt kämpfende Bürgerinitiative als Hoffnungsträger präsentierte, ist kein Investor mehr. Wenige Tage vor einer Informationsversammlung im Sportheim Adelby sagte der Flensburger Unternehmensberater ab. "Wir haben das stramm durchkalkuliert und sind zu dem Resultat gekommen, dass dieses Engagement weder dem Investor noch dem künftigen Betreiber finanziell Freude bereiten dürfte."

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Damit sind alle Planungen wieder fast auf Null. Seit 1. April 2010 verfällt auf dem Grundstück an der Kreuzlücke das Gebäude des ehemaligen Edeka-Marktes. Seit Mai 2010 bemüht sich die Bürgerinitiative um die SPD-Landtagsabgeordnete Simone Lange intensiv um eine Nachfolge-Nutzung. Zwei Mal musste die Initiative jetzt schon herbe Rückschläge einstecken. Im Frühsommer zog sich der das Bemühen seit Anbeginn begleitende Investor überraschend zurück, der auf den zur Verfügung stehenden 800 Quadratmetern ein kleinteiliges Verbundsystem mehrerer Waren- und Dienstleistungsanbieter entwickeln wollte. Nur Wochen später machte sein Nachfolger seine ernüchternde Rechnung auf. "Es rechnet sich nicht. Auf der geringen Fläche ist der Spielraum zu klein, eine Rendite zu erwirtschaften, die dem Betreiber und dem Investor Spaß macht."

Im zweiten Anlauf war eine weitere Variante durchgespielt worden. Dieser Investor wollte neu bauen und eine Handelskette für die Übernahme des Einzelhandelsgeschäftes in Tarup gewinnen - ohne Erfolg. "Wir haben intensive Gespräche geführt, aber das Projekt lässt sich nicht seriös darstellen. Wir haben uns sehr von dem Herzblut der Taruper infizieren lassen, aber am Ende stehen leider immer die nackten Zahlen."

Nach Langes Angaben hatte der Investior der Initiative seine Entscheidung kurz vor der seit längerem anberaumten Bürgerversammlung mitgeteilt und war gar nicht mehr selbst erschienen. "Wir sind dennoch sehr dankbar, dass es so schnell ging", sagt sie. Für Lange und die Bürgerinitiative ist der Kampf damit auch im dritten Jahr noch nicht zu Ende. "Das Vereinsheim war rappedickevoll", so Lange. Über 140 Menschen hätten fast einstimmig und erneut für ein Nahversorgungszentrum am alten Edeka-Standort gestimmt und dem ursprünglich angepeilten Shop-in-Shop-System eine Absage erteilt. An der Lösung dieser Aufgabe - darüber freut sich Lange besonders - beteiligt sich nunmehr auch die Stadt. Peter Schroeders, Leiter des Fachbereichs Entwicklung und Innovation, sagte der BI seine Hilfe zu. "Wir werden uns sehr aktiv in diesen Prozess einbringen", kündigte er an. Schroeders will kommenden Donnerstag nochmals ein Gespräch mit diesem Investor führen.

von Holger Ohlsen
erstellt am 23.Aug.2012 | 06:49 Uhr

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01. | Herbert Kusenberg | 23.08.2012 | 17:44 Uhr
Endzeit in Tarup

Es ist aber erstaunlich, dass jetzt laut Zeitungsbericht sehr viele für einen Markt eintreten. Und dann frage ich mich, ob diese Leute dann dort ihre Einkäufe in der Zukunft erledigen? Ich habe selbst in Tarup einige Jahre gewohnt und habe öfters festgestellt, dass im Markt lediglich "Kleinigkeiten" gekauft wurden. Der Rest lief dann über ALDI, LIDl usw. Ob eine Form des Marktreffs in Tarup etwas bringt, bezweifel ich ebenfalls. Als Genossenschaft mit Einlage einen Markt zu finanzieren wäre eine Möglichkeit. Aber wieviele Anteile braucht man dazu? Vielleicht können wir ja noch andere Möglichkeiten "ausloten".

02. | Jörg Pepmeyer | 23.08.2012 | 17:17 Uhr
Wer zuletzt lacht

Sicherlich war das Ansinnen für den recht kleinen, ehemaligen Edeka- Markt einen Investor und eine Handelskette als Betreiber zu finden, etwas naiv. Trotzdem sollten die Taruper die Flinte nicht in´s Korn werfen. Denn es gab ursprünglich ebenso die Idee in dem Gebäude im Rahmen des Schlesig-Holsteinischen Modellprojekts einen "Marktreff" einzurichten. Nun ist dies aus verschiedenen Gründen verworfen worden. Dennoch sollten sich die Taruper überlegen, ob sie nicht so etwas wie eine Konsumgenossenschaft gründen, mit der sie dann ein kleines Versorgungszentrum betreiben. Da könnte man dann auch in Zusammenarbeit mit Bio-Höfen und deren Hofläden im Rahmen einer alternativen Shop in Shop Lösung Bio-Produkte aus der Region verkaufen. Vielleicht sollte man sich einfach davon befreien, andere machen zu lassen, ebenso Alternativen zum alten EDEKA-Markt ausloten und die Dinge viel stärker selbst in die Hand nehmen. Dann hat man auch was zu lachen.

03. | Herbert Kusenberg | 23.08.2012 | 11:26 Uhr
Lachnummer

Endlich hat es auch der letzte Investor verstanden, dieser Sache den Rücken zu kehren. Nun steht der Bebauung mit dringend erfordrlichen Wohnraum ja nichts mehr im Weg.Vielleicht kann Frau Lange ja dann einen Investor finden. Nach Absage der -Shop in Shop - Lösung ist das Objekt endgültig dem Untergang geweiht.

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