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Flensburger Tageblatt

05. Dezember 2016 | 09:32 Uhr

Museumshafen : Tänzerin am Haken und ein Fass Rum

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Gestern war Richtfest für den Nachbau des „Historischen Hafenkrahns von 1726“. 226 Liter edler Barbados-Rum wurde entladen.

Flensburg | Der Reim war stimmig, das Versmaß perfekt. „Vor 300 Jahren fing alles aaan, das Schiffergelag wollte nen Kraaan, der Masten auf die Schiffe stellt – schon damals kostete das Geld“, hob Arnd Papenhagen lautstark zu einer launigen Rede an, bevor die Gläser beim Richtfest zersprangen. Die zweite Replik des „Historischen Krahns von 1726“ wurde gestern bei bestem Rum-Wetter eingeweiht und gesegnet. „Hier steht er nun, wunderschön“, rief der Chef der Zimmerei begeistert in die Menge, „fast ganz gerade, nur ein wenig krumm.“

Sabine Große-Aust, Vorsitzende des Museumshafens, begrüßte die gut beschirmten Gäste mit einem Rückblick in die Zeit, als es in Flensburg noch die Sklavenkasse gab und sich die Kapitäne vom Magistrat einen Kran für den Hafen wünschten.

Für den aktuellen Nachbau waren im Januar bei Vollmond 60 Jahre alte Douglasien im Brekendorfer Forst geschlagen worden: Bestes, fast astfreies Holz in einer Länge von bis zu 20 Metern, das mit einem Schwertransporter bis zum Bohlwerk des Museumshafens transportiert und das Fundament für den Nachbau wurde. „Wir sind alle stolz und freuen uns, die Früchte von einem Jahr Vorbereitung für diesen Moment zu ernten“, sagte Sabine Große-Aust. Zu verdanken ist dieser Erfolg zahlreichen Spendern und Unterstützern, die auf einer feierlich enthüllten Plakette verewigt sind. 30  000 Euro waren auf diesem Wege zusammengekommen.

Noch ein Ereignis wurde an diesem Tag gefeiert. Nach einer Fahrt von weit über 5000 Seemeilen wurde ein Eichenfass mit 226 Litern edlen Rums entladen. Es war die erste „Amtshandlung“ des neuen Krans. Eine Belastungsprobe, die er locker überstand. Beate Falkenberg, die den Rum in 100 Jahre alte Flaschen abfüllen wird und sehnsüchtig auf diesen Moment gewartet hatte, gestand: „Ich bin heute wirklich sehr aufgeregt.“ Sie war die letzte Etappe am Sonnabend mit der Pegasus von Maasholm bis nach Flensburg mitgesegelt.

Musikalisch wurde die Zeremonie vom Shantychor „Die Hornblower“ umrahmt, Susanne Meier zeigte zudem eine luftige Performance, bevor viele Luftballons mit guten Wünschen für den Kran gen Himmel stiegen. Arnd Papenhagen gab schon mal einen positiven Ausblick. „Dreißig Jahre mit dem Kran verspreche ich euch“, rief er aus – „vielleicht werden es auch fünfzig.“

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