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SBV-Bauprojekt in Flensburg : Stillstand an der Bahnhofstraße

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nach über zwei Jahren hat der Selbsthilfebauverein das Projekt Mølledam immer noch nicht begonnen / Schwieriger Baugrund ist ein Problem

Der Wettbewerb liegt mittlerweile zwei Jahre zurück, der Abriss des Altgebäudes sogar zweieinhalb, seit Monaten ist das Grundstück eingezäunt und der provisorische Parkplatz gesperrt. Schon im März 2015 hatte Raimund Dankowski, Chef des Selbsthilfebauvereins (SBV), verkündet „Es geht los!“ Ende 2016 sollten die ersten Mieter einziehen. Doch auf dem Grundstück Bahnhofstraße / Ecke Munketoft ist bis heute überhaupt nichts los. Der SBV steht zwar in den Startlöchern, aber steckt im wahrsten Sinne des Wortes im morastigen Mølledam – dänisch für Mühlenteich und Name des ambitionierten Bauprojekts – fest.

Bei der Stadtrundfahrt mit Innenminister Studt Ende März hatte man dieses Vorhaben dann auch wohlweislich umfahren. Viel zu sehen gibt es hier in der Tat nicht, und die Sachlage ist für eine kurze Minister-Information wohl auch zu kompliziert. Denn es gibt längst eine Baugenehmigung für das Projekt „Mølledam“, das mit viel Vorschusslorbeeren bedacht wurde, weil erstmals in Flensburg ein junges dänisches Architektenbüro mit seinem innovativen Entwurf einen Wettbewerb für ein großes Wohnbauprojekt gewann.

Das erste Problem war von vornherein bekannt und besteht bis heute. Dem SBV als Investor gehört nur ein Drittel des für das Gesamtprojekt von Munketoft bis Helenenallee vorgesehenen Geländes. Das letzte Drittel mit der Kita Schwedenheim gehört der Stadt, sie würde es dem SBV verkaufen. Das Problem sitzt in der Mitte: Eigentümer und Betreiber der hier ansässigen Fahrschule Simonsen wollen ihr Grundstück nicht verkaufen. „Wir sind aber wieder im Gespräch“, sagte auf Anfrage SBV-Vorstand Jürgen Möller. Das gewichtigere Problem liegt im Untergrund. „Das ist ein Boden, der nicht trägt“, beklagt Möller. Hier war früher der Mühlenteich, der in den 20er Jahren zugeschüttet wurde. „Schon beim Vividomo (das Studentenhaus um die Ecke, d. Red.) mussten wir mit sehr langen Pfählen gründen.“ Deshalb hatte man zwischenzeitlich beschlossen, auf die in der ersten Planung vorgesehene Tiefgarage zu verzichten. Das will man mittlerweile doch wieder nicht, weil die Freiraumplanung hinter dem Gebäude von großer Bedeutung für das Gesamtprojekt ist. Die Idee, große Teile der Freifläche für Parkplätze zu opfern, fand dann doch nicht so viel Anklang. Jetzt soll zumindest im ersten Bauabschnitt wieder ein Tiefgarage gebaut werden.

Zudem hatte sich herausgestellt, dass es doch recht teuer wird, die anspruchsvolle Planung der innovativen jungen Dänen umzusetzen. Deshalb muss ein neuer Bauantrag her. „Wir sind guten Mutes, kurzfristig Bauanträge einzureichen“, so Möller. Zudem führe man intensive Gespräche mit Partnern aus dem gewerblichen Bereich, die man sich als Mieter im Erdgeschoss vorstellen kann. Man sei fest entschlossen, den ersten Bauabschnitt bis 2019 fertigzustellen.

Insgesamt sollen an der Bahnhofstraße gut 100 Wohnungen gebaut werden. Die Backsteinfassade orientiert sich an der Fassade des gegenüberliegenden Gebäudes, ist jedoch moderner. Gebaut werden bis zu fünf Etagen; der Entwurf des Kopenhagener Büros Adept sieht zudem eine aufwendige Freiraumgestaltung hinter dem lang gestreckten Gebäuderiegel vor.

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erstellt am 19.Apr.2017 | 06:34 Uhr

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