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Flensburger Tageblatt

24. Juli 2014 | 04:09 Uhr

Flensburg : Startschuss für neues Wohnen

vom

Hohe Holzhäuser sollen in Flensburgs Mitte entstehen. In unmittelbarer Nähe des Sportvereins TSB. Es droht ein Konflikt zwischen Sport und Wohnen.

Flensburg | Die Stadt Flensburg hat das innovative Wohnbauprojekt "E 28" mit einem ersten Beschluss im Planungsausschuss auf den Weg gebracht. Damit könnten auf dem früheren Motorola-Gelände an der Eckenerstraße in absehbarer Zeit vier mehrstöckige Häuser in Holzbauweise entstehen, darunter das angeblich höchste Holzhaus der Welt.
Ob sich diese Wohnungen mit dem unmittelbar benachbarten Sport des TSB Flensburg vertragen werden, kann bisher nicht abschließend gesagt werden. Der mögliche Konflikt liegt auf der Hand: Aus den Wohnungen in den oberen Etagen können die Bewohner locker die Heimspiele des abstiegsbedrohten Verbandsligisten verfolgen. TSB-Vorsitzender Frerich Eilts wies in der Sitzung des Planungsausschusses eindringlich darauf hin, dass der Verein früher oder später einen oder zwei Kunstrasenplätze anlegen werde und sich damit die möglichen Trainingszeiten vervierfachen würden. Zudem würde der Verein dann auch unter Flutlicht bis 22 Uhr die Plätze nutzen. "Wir kommen um einen Kunstrasenplatz nicht herum", erklärte der Vorsitzende des TSB.

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Licht und Lärm

In der Diskussion dreht sich alles um mögliche Konflikte zwischen Sport und Wohnen. Die Befürchtung ist, dass künftige Bewohner sich durch Licht und Lärm vom Sport gestört fühlen, klagen und am Ende womöglich Recht bekommen - mit entsprechenden zeitlichen und räumlichen Einschränkungen für den TSB. Das, so gelobten alle Redner aus Politik und Verwaltung, soll jedoch verhindert werden.
Planungschef Peter Schroeders. "Es darf keine Verschlechterung für den TSB geben." Und: "Die Planung darf keine Einschränkungen für den Sport auf dem Eckener-Platz bedeuten." Er machte ebenfalls deutlich, dass die für das Wohnprojekt vorgesehene Fläche eigentlich nicht für einen weiteren Sportplatz geeignet ist, allenfalls für ein Kleinspielfeld. Das ganze Gebiet ist Teil des westlichen Fördehangs und abschüssig.

Gutachten über Lärm

Anhand einer Grafik mit Entfernungen verdeutlichte er, dass das östlichste der vier geplanten Häuser mit 53 Metern immer noch weiter von dem am nächsten gelegenen Sportplatz entfernt ist als zum Beispiel die oberhalb des Platzes gelegenen Reihenhäuser am Jens-Due-Weg. Es gebe eine Prognose des Hamburger Büros "Lärmkontor", dass ein Miteinander von Wohnen und Sport hier als möglich erachtet - allerdings, so ergänzte er, noch keine dezidierte Untersuchung.
Doch es galt, auf die Details zu achten: "Die Lärmgutachter sollen prüfen, ob das, was der TSB in Zukunft möchte, unter den heutigen Bedingungen möglich ist." Will sagen: Womöglich setzt die Nähe der jetzt schon vorhandenen Wohnbebauung den Plänen des TSB Grenzen, bevor die neuen Häuser überhaupt gebaut sind. Schroeders sagte dem TSB zu, ihn direkt an allen weiteren Maßnahmen und Planungen zu beteiligen. Und weiter: Sollten die Untersuchungen ergeben, dass die Hochhäuser am Ende tatsächlich eine Verschlechterung für den TSB bedeuten, müsse die Politik entscheiden, ob sie sie akzeptieren wolle oder nicht.

Neue Wohnungsbaupolitik

Der Berliner Architekt Tom Kaden, der die Häuser entworfen hat, outete sich als aktiver Fußballer und Freund des Sports: Es sei "absolut selbstverständlich", dass man eine verträgliche Lösung finden werde, man sei sehr vertraut mit Fragen des Lärmschutzes.
Das Projekt unterhalb des TSB-Platzes ist ein Musterbeispiel für die neue Wohnungsbaupolitik der Stadt. Die Zeit großflächiger Einfamilienhausgebiete am Stadtrand geht zu Ende, stattdessen soll Platz sparend auf bestehenden Freiflächen gebaut werden - entweder als klassischer Geschosswohnungsbau, aber eben auch mit modernen Wohnformen. Die Häuser in Holzbauweise enthalten pro Etage zwei kleinere Wohnungen oder sogar nur eine große um die 140 Quadratmeter. Der Beschluss zur Aufstellung des Vorhaben bezogenen Bebauungsplanes "Eckenerstraße 28" (E 28) erfolgte einstimmig.

von Joachim Pohl
erstellt am 18.Dez.2012 | 11:21 Uhr

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01. | Kay Peters | 17.12.2012 | 16:26 Uhr
Eilts!

Das ist das schöne an Flensburg, das ein jeder nicht nur eine zweite Chance bekommt...

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-69518842.html

Und so uneigennützig...

02. | Rudi Freundlich | 17.12.2012 | 11:11 Uhr
Hauptsache..

...das höchste Holzhaus der Welt.

Ich bin kein Baufachmann. Aber wie wird man darin wohnen? - wenn ich auf einem Holzkutter zum Angeln fahre, knirscht und knackt das, einige haben Angst, dass das Schiff auseinander bricht. Was es natürlich nicht macht.

Aber hier gibt es ordentlich Wind. Und Holz arbeitet. Muss nach meinem Wissen sogar arbeiten. Mit welchen Geräuschen wird man dort wohnen (dürfen) müssen ?

03. | Hans Andersen | 17.12.2012 | 08:31 Uhr
Eilts?

Ist damit der erfolgreiche Sparkassenmann gemeint??

04. | Kay Peters | 17.12.2012 | 07:22 Uhr
Frerich Eilts?

Achso...

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