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Flensburger Tageblatt

29. August 2016 | 18:23 Uhr

Flensburg : Stadtwerke glauben an E-Mobilität

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ausbau der Lade-Infrastruktur ist strategisches Ziel für die Zukunft. Schon in naher Zukunft sollen Elektro-Busse durch die Stadt rollen.

Flensburg | Noch sind es verschwindend wenige E-Autos, die geräuschlos über Flensburgs Straßen rollen. 17 sollen es Ende 2014 gewesen sein, weiß Stadtwerke-Chef Maik Render. Vier davon sind auf sein Unternehmen angemeldet. Das produziert unter anderem Strom, und deshalb überrascht es nicht, dass Render E-Mobilität gut findet, an sie glaubt und sie mächtig fördert. Allein in diesem Jahr wollen die Stadtwerke sieben weitere Stromfahrzeuge anschaffen, darunter erstmals auch einen Kleinlaster.

Render geht nicht davon aus, dass der Verkauf von E-Autos in wenigen Jahren explodieren wird. „Aber in zehn bis 15 Jahren werden hier viele fahren.“ Und darauf wollen die Stadtwerke vorbereitet sein – vor allem mit einer passenden Lade-Infrastruktur. Bisher halten sie zwei öffentliche Ladestationen vor: eine am Zob, eine vor ihrem Haus an der Batteriestraße. An beiden ist der Ladestrom – noch – gratis. Die Strategie für die Zukunft bezieht sich einerseits auf Stationen im öffentlichen Straßenraum, vor allem jedoch auf den privaten Bereich. „90 Prozent aller Ladungen finden zu Hause statt“, sagt Thomas Räther, Leiter des Geschäftsbereichs Netze. Schon heute kann man sein Auto zu Hause an der Steckdose laden, aber das dauert. Die Zukunft sieht anders aus. Will man schneller laden, braucht man mehr Strom. Die Leitungen zu den Häusern seien schon heute in vielen Fällen ausreichend, so Räther. Man müsse nur die Sicherung austauschen lassen. „Wenn jedoch in einer Straße plötzlich alle Hausbesitzer nachts ihre Autos laden, bekommen wir Probleme.“ Deshalb werde das gesamte Stromnetz auf Kabel-Querschnitte untersucht, damit die Stadtwerke wissen, wann und wo gegebenenfalls nachgerüstet werden muss.

Die zweite Säule der E-Mobilität aus Stadtwerke-Sicht ist der ÖPNV. Hier hat die Stadtwerke-Tochter Aktiv-Bus bis vor wenigen Tagen den ersten rein elektrisch fahrenden Bus im harten Alltag der Linie 3 getestet (wir berichteten). Am Dienstag fuhr er wieder zurück nach Braunschweig. Grundsätzlich ist Bus-Chef Paul Hemkentokrax mit dem Test zufrieden, weil der Bus im Fahrbetrieb die Erwartungen erfüllt: Er fährt nahezu geräuschlos und zügig, mit dem Antrieb an zwei Achsen ist er besonders am Berg und bei Glätte den Diesel-Fahrzeugen überlegen. „Die Fahrer haben das Auto geliebt“, so Hemkentokrax. Der Haken: „An 34 Prozent aller Einsatztage ist er ausgefallen.“ Das heißt nicht, dass er mit leerer Batterie stehen geblieben ist, sondern dass er morgens nicht ordnungsgemäß geladen war und er deshalb gar nicht auf die Strecke ging. „Da muss der Hersteller deutlich besser werden.“

Zudem war es schon für diesen einen Bus schwierig, die Lademöglichkeit bereit zu stellen. „Da haben wir eine gute provisorische Lösung gebaut“, sagte Räther. Wenn in zwei bis drei Jahren mehrere elektrische Busse in Flensburg fahren sollen, muss vermutlich richtig in die Ladeinfrastruktur investiert werden. Wichtige Erkenntnis für Maik Render: Der Elektrobus funktioniert und wird kommen – in gar nicht so ferner Zukunft.

Dritte Säule sind die eigenen Elektroautos. Da werde der Fuhrpark in diesem Jahr um sieben auf elf Autos erweitert. Die Stromautos seien nicht als Symbol und fürs Image gedacht, sondern würde Diesel-Fahrzeuge ersetzen. Jedes der bisherigen Fahrzeuge sei pro Jahr rund 11  000 Kilometer unterwegs. Eines der vier Autos ist ein BMW i3, den Abteilungsleiter Dirk Roschek als Dienstwagen fährt. Die Anschaffung neuer Elektro-Fahrzeuge wird durch den Bund derzeit mit rund zehn Prozent des Anschaffungspreises gefördert.

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erstellt am 14.Jan.2016 | 14:30 Uhr

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